Wenn dieser Text dann als "emotionale Erpressung" bezeichnet wird, dann frage ich mich, ob es dann auch emotionale Erpressung ist, wenn im TV das Elend der Tierheimhunde im Ausland gezeigt und darüber berichtet wird ?
Wie schon mehrfach gesagt: emotionale Erpressung ist es, wenn jede Entscheidung für einen Hund vom Züchter als eine schlechte/ unmoralische/ unverständliche Entscheidung hingestellt wird. Egal ob im TV oder bei der virtuellen Selbstdarstellung einens Tierschutzvereins.
Die Aussage "Mitleid ist keine Grundlage für (seriösen) Tierschutz" oder "Mitleid ist ein schlechter Ratgeber" versteh' ich nicht so ganz, da GERADE Mitgefühl / Mitleid bei vielen Leuten doch erst der Auslöser dafür ist, etwas Gutes tun zu wollen.
Ich habe die beiden entscheidenden Worte unterstrichen. Der Unterschied zwischen einem Auslöser und der Grundlage des Handelns ist dir hoffentlich klar? Der Auslöser kann gern emotional sein und der ist ganz sicher meist emotional. Aber die Grundlage des Handelns MUSS sachliche und fachliche Kompetenz sein, sonst kommt nur Mist raus. Und deshalb ist die für dich so unverständliche Aussage genauso richtig wie deine vermeintliche Gegendarstellung.
Übrigens finde ich generell keinen Gefallen daran, Menschen in "besser" oder "schlechter" einzuordnen.
Leider tut der eingangs verlinkte Text das.
Moralisch richtiger wäre es z.b., wenn man vorrangig DIE Hunde adoptieren / retten würde, die:
- ...
Da bin ich anderer Meinung.
In Sachen "Hundeanschaffung" ist meiner Meinung nach die wirklich moralische Variante identisch mit der wirklich egoistischen Variante: Man sollte sich den Hund holen, der am besten zum Menschen und in das Leben des Menschen passt. Dann wird der Hund glücklich und der Mensch wird es auch.
Wenn ich aber unbedingt "moralisch richtig" den Hund "retten" will, der es grad am nötigsten hat, dann ist das Risiko verdammt groß, dass weder Hund noch Mensch glücklich werden. Das Risiko ist, dass ich den Menschen ins Chaos stürze und den Hund aus einer schlechten Situation in eine anders schlechte Situation schicke.