Für mich klingt das ein bisschen überfordernd.
Bei uns werden neue Hunde in nem geschützteren Rahmen da drangeführt und es wird auch nur mini wenig gemacht beim ersten Mal - und zwar so, dass der Hund möglichst sicher zum Erfolg kommt.
Da macht niemand Fremdes im Dunkeln plötzlich Hampelmänner vor dem Hund.
Wenn das Kennenlernen beim Training im Wald stattfindet, werden mit dem neuen Hund zwei Durchgänge Futterkreis oder solche Sachen gemacht.
Wenn Neue auf dem Platz das erste Mal dabei sind, müssen die Hunde im Prinzip noch gar nichts machen, außer sich das Szenario angucken, bisschen Kontakt zu den Staffelmitgliedern aufnehmen, Geräte mal begutachten, und wenn der Hund in der UO schon was kann, macht man da vielleicht ein bisschen mit. Ansonsten ist für den HF einfach Raum da um zuzugucken und Fragen zu stellen.
Alles ganz dosiert und mit Erklärungen dazu (bzw. im Voraus). Der Hund soll das positiv erleben und für das zweite Mal eine positive Erwartungshaltung aufbauen, das ganze Setting mit Spaß und Erfolg verknüpfen.
Hier gibt es 10x Schnuppern, bevor jemand fest aufgenommen wird. Und solange wird der Hund auch angeguckt und herangeführt und es wird i.d.R. nicht nach einem Mal schon eine Aussage über die Eignung des Hundes getroffen.
Dass du deinem Hund keine Sicherheit bieten konntest, ist verständlich, wenn alles Mögliche gemacht wird ohne klare Erklärungen vorab.
An deiner Stelle hätte ich meinen "richtigen" Rückruf auch nicht verwendet in einer Situation, wo ich denke, dass der Hund möglicherweise nicht kommt. Klar kann man nen Rückruf aversiv absichern, aber das würde ich erst so handhaben, wenn der RR eigentlich seeehr gut sitzt und der Hund sich aus Ignoranz mal bewusst darüber hinwegsetzt. Wenn der RR eh noch wackelig ist und man dann in einem Setting ist, wo es so viel Ablenkung gibt und wo man selber gar keinen genauen Plan vom ganzen Geschehen hat, hätte ich nichts Aversives einsetzen wollen, sondern eher versucht präventiv vorzugehen. Ich hätte den Hund kommentarlos am fremden Auto eingesammelt und geguckt, dass man etwas weiter entfernt von den anderen Autos/Hunden/etc. arbeitet. Ggf. Schleppleine dran.
Grundgehorsam und Bindung sind für die RHA super wichtig, klar, aber bei uns in der Staffel sind einige Welpen und pubertierendes Junggemüse unterwegs, wo manchmal Dinge noch nicht klappen.
Klar kann man das erstmal getrennt angehen und später einsteigen, aber bei uns läuft das eher parallel (also die meisten gehen nebenher noch in nen Verein oder eine Hundeschule) und man kann das Training ja auch so gestalten, dass die Verlockung zum Ungehorsam je nach Hund und Entwicklungsphase geringer ist.
Bin gespannt, wie das Training bei Tageslicht dann verläuft!
Ein gutes zwischenmenschliches Gefühl ist ja schon mal was Schönes - das schätze ich in unserer Staffel auch sehr bzw. es war ein Grund vor einigen Jahren zur jetzigen Staffel zu wechseln ![]()