Du siehst also, wie man es macht, ist es gefühlt verkehrt!
Dass wir unsere Hunde gehen lassen können, Leiden beenden - das ist eigentlich ein ziemliches Privileg.
Sterben ist in aller Regel unschön. Wir können das verkürzen - daraus aber für sich den Anspruch abzuleiten, dass der Hund gar keine Schmerzen hatte, gar nicht spüren musste, dass es zu Ende geht, führt meiner Meinung nach zu nichts Gutem.
Es gibt den perfekten Zeitpunkt nicht. Zumindest nicht in der Gegenwart - in der Rückschau wähnt man sich dann oft viel klüger.
Meiner Meinung nach hilft da wirklich nur Akzeptanz. Wir arbeiten zu diesem Zeitpunkt mit unvollständigen Informationen, jede von uns. Daraus werden keine "perfekten" Entscheidungen.
Entweder, ich koste die verbliebene Zeit aus - dann habe ich doch fast immer einen Tag, von dem ich wünschte, er wäre dem Hund erspart geblieben. Oder, ich will dem Hund am Lebensende ersparen, dass es überhaupt soweit kommt? Dann nehme ich ihm die Chance auf ein paar schöne letzte Stunden/Tage - in manchen Fällen vielleicht sogar Wochen.
Das ist ein Dilemma, dass wir meiner Meinung nach nur akzeptieren können. Wir können versuchen, bestimmte Fehler zu vermeiden. (Um mal ein Beispiel zu nennen: Klassicherweise "sieht" man beim eigenen Hund den Verfall durch den Gewöhnungseffekt oft viel schlechter, als Menschen, die den Hund nicht täglich sehen... - da kann es helfen, von außen Feedback einzuholen).
Ich gebe alles, diese immens wichtige Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen zu treffen. Aber ich habe akzeptiert, dass ich es nicht "perfekt" hinbekommen werde.