Beiträge von Gersi

    Er wird eigentlich nie ignoriert wenn ich so drüber nachdenke außer wenn ich am PC sitze. Tut er wegen dem ignorieren auf seinem Platz pinkeln dog-face-w-monocle ? Wir alle beachten und schmusen soviel mit ihm dass er tatsächlich das Ignorieren nicht kennt.

    Ich glaube ja.

    War mein erster Gedanke, deswegen die Frage nach dem Alleinsein. Du hast geantwortet, dass das nie vorkommt, deswegen die Frage nach dem Ignorieren.

    Bitte, mach daraus jetzt nicht, dass der Hund aus Protest pinkelt. Bitte!

    Vielmehr glaube ich, dass er die Situation (er ist nicht im Mittelpunkt) überhaupt nicht kennt. Und weil er es nicht kennt, ist er komplett überfordert - deswegen rennt er ständig hin und her. (30 Minuten ist IRRE viel, selbst wenn es nur 20 sind, wäre es bemerkenswert). Und irgendwann pinkelt er aus Stress.

    Ich würde ganz dringend daran arbeiten, dass der Hund bei euch nicht dauerhaft im Mittelpunkt steht. Meine ganz persönliche Meinung: Das tut Hunden überhaupt nicht gut.

    Kauft euch ein Computerspiel, eine Staffel einer Serie, eine Katze, einen Hamster - was auch immer. Seht zu, dass der Hund aus dem Zentrum rutscht - zumindest stundenweise.

    So tun, als ob ihr ihn ignoriert, wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht funktionieren. Ihr müsst echte Situationen haben, in denen der Hund euch "egal" ist, weil ihr auf etwas anderes fokussiert seid.

    Wenn man am PC sitzt, ist die Aufmerksamkeit ja wirklich auf dem Gerät und nicht beim Hund - und das teils über Stunden (je nach Entwicklungen im DF, versteht sich).

    Gibt es sonst Situationen im Alltag wo er wirklich ignoriert wird? (Damit meine ich NICHT (!!) dieses gespielte Ignorieren, das manchmal als Trainingsmethode genutzt wird.)

    Zum Beispiel: Ihr habt Besuch, esst, redet, trinkt über Stunden, wo genau der Hund gerade liegt, weiß keiner. Oder ihr spielt ein Gesellschaftsspiel mit voller Konzentration etc pp.... Oder er ist warum auch immer nicht im gleichen Raum wie ihr (über längere Zeit).

    Ich habe erst einen Hund kastrieren lassen (Nastros Vorgänger) - der kam nicht damit klar, dass es in der Stadt gefühlt immer mindestens eine läufige Hündin im Umfeld gab. Alter: wahrscheinlich fünf Jahre zum Zeitpunkt der Kastration.

    Pudelmix - das Fell hat sich tatsächlich nicht verändert. Der Appetit nahm aber deutlich zu und ich musste ab der Kastration dauerhaft aufpassen, dass er nicht zu dick wurde.

    Läufige Hündinnen waren zwar noch spannend, aber das Hirn blieb an. Mit intakten Rüden war er kastriert deutlich entspannter. Der Hund blieb absolut derselbe, es hat sich nur angefühlt, als hätte man "Druck" rausgenommen bzgl. läufiger Hündinnen und intakter Rüden.

    Bei dem Hund war's absolut die richtige Entscheidung.

    :) Interessant: Ich finde deine Handlungen (Hund vom Besuch abschirmen, im Körbchen ist Ruhe, Mitbewohner umarmt sie nicht etc.) sinnvoll - würde ich ähnlich halten.

    Mein Grund wäre aber ein ganz anderer als deiner - eigentlich sogar das Gegenteil: Ich würde es tun, um dem Hund zu signalisieren, dass er keinen Kontakt zum Besuch aufnehmen muss - und ich ihn schütze, wenn andere dermaßen körperlich werden.

    Plump gesagt: Mach ruhig so weiter, falsch ist das (meiner Meinung nach) nicht. Ob dein Ansatz stimmt "sie wird sonst zu dreist" oder das Gegenteil "sie ist sonst überfordert", wird die Zeit zeigen.

    Blöde Frage wahrscheinlich: Aber du weißt, dass manche Hunde aus Unsicherheit ein Übersprungverhalten zeigen, das so aussieht als wären sie schlicht außer sich vor Freude und könnten nicht genug bekommen?

    Dass du schon Kontakt zum Tierheim aufgenommen hast, ist super. Ich denke, wenn du mehr Hunde kennenlernst, schärft sich auch automatisch dein Suchprofil.

    Von Ausnahmen abgesehen sind alle Hunde sportlich genug für einen aktiven Menschen. Und wenn du Spaß hast, viel mit dem Hund zu machen, ist die spannende Frage was dich genau begeistert - auch da kannst du vielleicht mal über die Möglichkeiten schlau machen und dann nach den entsprechenden Hundetypen schauen.