Beiträge von Gersi

    Epileptische Anfälle sind wirklich unschön.

    Ich bin selbst eher unsensibel - der vorherige Hund hatte leichte (!) epileptische Anfälle - und ich glaube, der letzte Anfall war zehn Jahre her, der Hund schon längst tot, als der Nachfolger irgendwo gegen polterte und ich mich tief erschrocken habe.

    Dieses Ohmachtsgefühl, die vergebliche Suche nach Triggern, die absurdesten Ketten, die im Kopf ablaufen: "wenn der Hund viel gefressen hat, danach Nachbarshund XY sieht und Vollmond ist, DAS triggert die Anfälle"... All das ist ebenso normal wie irrational.

    Der Tierarzt wird dir das Notfallmedikament erklärt haben - damit hast du jetzt ein Werkzeug, mit dem du deinem Hund helfen kannst. Du klärst alles diagnostisch ab.

    Versuch dir die beiden Tatsachen immer wieder vor Augen zu rufen.

    Gestern. Saß im Café, war eng, denn draußen regnete es.

    Mir gegenüber eine gute Freundin, neben mir ein unbekannter Typ.

    Am Anfang kurz gefragt, ob es okay für ihn sei, wenn ich mit Nastro da sitze, dann auf die Bank neben ihn gesetzt.

    Iiiirgendwann - das Gespräch war fesselnd, Nastro ist easy, der Typ neben mir kämpfte mit WENN_DANN bei Excel auf seinem Notebook.... iiiiirgendwann gucke ich mal wieder auf meinen Hund.

    :( Der hat sich aufgesetzt, Pfote war auf dem Oberschenkel meines Sitznachbarn gelandet... der einfach angefangen hat, die Knöchel zu kratz-kraulen und Haare zu zupfen...

    Familie geht halt auch andersrum....

    <3 da sieht man diese ungewöhnliche Beziehung, die HSH zu ihren Tieren aufbauen. Danke dafür!

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    Zu Katzen, Wildschweinen etc.

    Ich weiß, dass die Zeit heute eine andere ist. Aber ich bin 43 Jahre alt, so ziemlich das Durchschnittsalter in Deutschland, alternde Gesellschaft sei Dank.

    Für mich ist "normal" dass bspw. eine Katze, die sich auf das falsche Grundstück verirrt, verletzt oder getötet wird. In der Welt bin ich (und alle, die älter als ich sind) aufgewachsen.

    Ich habe hin und wieder einen übertriebenen Hang ins Positive. Aber ich glaube, dass in den neuen Zeiten, in denen Hunde wieder ernsthaft Herden beschützen müssen, die faire Chance besteht, dass so ein hündisches Verhalten wieder von den meisten als normal angesehen wird.

    Dann bleibt nur noch die Kohorte der heute zwischen 15- und 40jährigen, für die bspw. der Angriff auf ein Wildschwein unerklärlich und schrecklich ist.

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    Gehört hier nicht wirklich hin: Aber vor ein paar Wochen hätten hier zwei Hunde fast eine Nachbarskatze erwischt. Das passiert einfach, wenn Freigängerkatzen sich auf das Grundstück der falschen Hunde verirren.

    Du schreibst, du hast einen sechs Monate alten Hund - hast du den schon seit er Welpe ist oder erst seit kurzem?

    Nastro war am Anfang super sensibel - und ich einen komplett anderen Typ Hund gewohnt. Mir ist es zuerst auch regelmäßig passiert, dass er ins Meiden gegangen ist. Das hat sich gegeben, als wir uns besser kannten.

    ch mache mir einen riesen Kopf, woran das liegen könnte, was ich konkret falsch mache und ob es an unserer Bindung liegt. :loudly_crying_face:

    Natürlich sollten man Meiden vermeiden. Aber das finde ich zu viel. Wenn du das so hoch hängst, besteht eher die Gefahr, dass du unbewusst noch mehr Druck machst.

    Ich würde mal für ein/zwei Wochen den Anspruch runterdrehen und vom Hund nur die Dinge verlangen, die er kennt und die easy laufen und einfach davon ausgehen, dass es eine Phase ist.

    Wenn er mal ein Signal nicht befolgt, dann mache ich ein wenig Spaß mit ihm (z. B. Leckerli jagen)

    Und damit wäre ich vorsichtig. Ich verstehe den Gedanken - aber stumpf gesagt, belohnst du das Nicht-Befolgen. (Oder zumindest besteht die Gefahr, dass der Hund das so verknüpft.)

    Vielleicht wäre ein Mindeststrafmaß sinnvoll, so dass nicht alles davon abhängt, welchen Eindruck die Leute im VetAmt von den Besitzern haben. Weil die Kontrollen oft kaum stattfinden, fände ich bei den entdeckten Hunden, die ohne ausreichenden Impfschutz aus nicht-tollwutfreien Ländern eingeführt werden, tatsächlich harte Strafen sinnvoll - als Abschreckung.

    Ich bin froh, dass die Hündin meiner Freundin damals nicht eingezogen und zur Quarantäne irgendwo untergebracht wurde. Die Isolation hätte dem Hund ganz bestimmt nicht gut getan. Aber das oft "nichts" passiert, finde ich schwierig, auch weil viele Tierschutzorgas Hunde aus nicht-tollwutfreien Ländern nach Deutschland bringen.

    Freundin von mir hat eine Hündin aus dem Tierschutz, deren Papiere sich im Nachhinein als absurd falsch rausstellten - und bei der deswegen nicht nachgewiesen werden konnte, ob sie gegen TW geimpft war.

    Strafe zahlen musste weder sie noch die Orga - aber (und das lässt sich vielleicht auf die Situation deiner Freundin übertragen) bei der Frage welche Art Quarantäne und wo, wie lange Quarantäne, Nachimpfung, wie viele Impfungen... war sehr viel im Ermessen des zuständigen Amts.

    Ich finde das durchaus normales Verhalten bei jungen, gelangweilten Rindern. Habe mir über die Motivation aber tatsächlich noch nie Gedanken gemacht. Der Klassiker ist neben einer Wiese herzureiten: Da ist mir früher auch regelmäßig ein Trupp gefolgt. Ich kenne auch Rinder, die eine Zeitlang neugierig die Hunde bestaunen, die am Zaun vorbeilaufen - aber meist haben sie auf dynamische Bewegungen reagiert.

    Das gibt sich oft mit dem Alter der Tiere und mit der Gewöhnung. (Besorgt wäre ich persönlich maximal bei Mutterkühen oder wenn Bullen bei den Rindern stehen.)