Beiträge von Gersi

    Am Anfang in diesem Thread hat katzenpfote dankenswerter Weise Begriffe festgelegt.

    Ich weiß nicht, ob das bzgl. "Gewalt" hier auch sinnvoll wäre. Ich habe (wahrscheinlich geprägt durch das was ich im Studium gelernt habe) eigentlich einen sehr weiten Begriff von Gewalt. (Interessen durchsetzen durchsetzen auch gegen Widerstände, was möglich ist aufgrund einer Machtposition) Mal grob und stumpf vereinfacht.

    Und dann wenden wir alle Gewalt in der Hundeerziehung an. Andere sehen Gewalt vor allem dann vorliegen, wenn das Gegenüber Schaden nimmt.

    Was ich nicht verstehe: Es geht doch de facto nur um Kommunikation.

    Ich vermittle die Info was erwünscht ist und was nicht - und mache klar, dass Erwünschtem Gutes folgt und Unerwünschtem Schlechtem. Der Hund hat seine eigenen Bedürfnisse und Prios - aber lernt einen Rahmen, in dem er denen folgen kann.

    Das Prinzip ist doch genauso bei zwischenmenschlicher Interaktion vorhanden. Wer bitte kommuniziert denn generell ohne "zu strafen"? (Natürlich ist das im zwischenmenschlichen Kontext verbal und folgt bestimmten Regeln) aber das Äußern von Missfallen und bestimmte Reaktionen wenn das Gegenüber sich nicht entsprechend verhält, sind doch ganz alltäglicher Bestandteil von Interaktion? Darauf verzichten - das wäre dann das Konzept von gewaltfreier Kommunikation komplett durchziehen, oder?

    Aber vielleicht mache ich es mir auch viel zu einfach und sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht.

    Die vom Verein wollen keinen Spielkontakt,

    Ich glaube, ich würde da ansetzen. Verabrede dich doch mal privat mit anderen Leuten aus der Gruppe. Dann können die Hunde unabhängig vom Training mal Dampf ablassen.

    Ich finde Hundekontakte insbesondere für einen jungen Hund wirklich wichtig. Dass nicht jeder einen souveränen Althund daheim und einen Jungspund im Bekanntenkreis hat, ist klar. Aber so wie du die Situation schilderst, wäre mir das dauerhaft wirklich viel zu wenig.

    Ich interagiere mit Hunden intuitiv. Mit den Jahren ist Wissen dazu gekommen - das sichert mich in meinem Gefühl auch ab.

    Ich nutze vor allem positive Verstärkung. Scheue aber vor positiver Strafe nicht zurück und die dosiere ich je nach Hund, werde dabei auch körperlich. Und natürlich nehme ich den Druck raus, wenn das erwünschte Verhalten eintritt (bzw., wenn das unerwünschte Verhalten stoppt). Etwas Positives wegnehmen - eher selten. Das ist für mich sehr "um die Ecke gedacht".

    Je länger ich einen Hund habe, desto "leiser/sanfter" werden die Korrekturen und auch negative Strafe tritt dann mehr ein.

    Mir ist vor allem wichtig "fair" zu bleiben. Also vom Hund (insbesondere wenn ich strafe) vor allem Dinge zu verlangen, die er leisten kann. Wobei das für mich auch nicht absolut ist. Der Welpe, der die Steckdose anleckt, würde sofort sehr heftig abgebrochen, so dass er sich richtig erschrickt. Auch wenn er noch nicht "weiß" dass er das lassen soll. Das lernt er dann halt in dem Moment von mir.