Zur TE:
Ich kann dich und deine Situation sehr gut verstehen. Wir haben als absolute Hundeanfänger eine dafür wirklich unglückliche Rassekombination ausgesucht. Und ich habe mich im Vorfeld viel informiert, Bücher gewälzt, in Foren gelesen, hab überlegt, ob die Rasse passt oder nicht - aber meistens denkt man, grad als Hundeneuling "Na, so schlimm kann es ja nicht sein".
Die ersten zwei Tage, als unser Kleiner einzog, waren auch super. Und danach kam ich quasi nicht aus dem Heulen raus. Überdreht, "aggressiv", nicht zur Ruhe zu bringen, nur am beißen, aufdrehen etc. pp. Gefühlt alle drei Tage kam die Abgabe zur Sprache... immer mit meinen Freund "Wir halten durch, oder?" und "Wir geben ihn nicht ab, oder?". Und das ging bestimmt... naja, ich würde sagen, bis er so sieben, acht Monate alt war. Die Intervalle zwischen den Abgabegedanken wurden immer größer (drei Tage, eine Woche, zwei Wochen), bis er eigentlich gar nicht mehr kam (außer in manchen wenigen Situationen, wo ich eh ein dünnes Nervenkostüm habe und er mich grad wahnsinnig macht... aber es wird besser
).
Wir haben nach zwei Wochen eine Welpengruppe aufgesucht. Der Trainer war in Ordnung, aber er hat nicht zu mir gepasst - für diese Erkenntniss habe ich gut vier Monate gebraucht. Ich habe viel in diesem Forum gelesen und geschrieben - und wurde da nicht sonderlich zimperlich angefasst. Dafür musst du dir ein dickes Fell zulegen, und diejenigen, die schon ewig Hundeerfahrung haben und sich nicht vorstellen können, wie man mit einem Welpen überfordert sein kann (und das dann nicht sonderlich nett kundtun), von denjenigen unterscheiden, die dir ernsthaft helfen wollen und sich versuchen, in dich und deine Situation reinzuversetzen.
Ich hab inzwischen nochmal eine Trainerin für ein bestimmtes Problem aufgesucht... sie war auch ganz gut, aber ich wurde nicht wirklich mit ihr warm. Bald werde ich quasi Trainer Nr. 3 aufsuchen, und bin da guter Dinge, dass es eine fruchtbare Zusammenarbeit sein kann. Aber sowas braucht Zeit, selten ist Trainer Nr. 1 der Richtige - und das nicht wegen der fehlenden Kompetenz, sondern einfach, weil es nicht zusammen passt. Es geht nämlich häufig nicht nur um das fachliche Hundewissen, sondern ob der Trainer sich auf das, was du leisten kannst und magst, auch einstellen kann (ich zum Beispiel war am Anfang ein absoluter Wattebauschler. Trainer 1 und 2 nicht, konnten sich aber nicht auf mich einstellen und mir Wege zeigen, die ich mit meinem Charakter hätte gehen können. Jetzt habe ich selber meine Ansichten geändert, hab mich weiterentwickelt, dazu gelernt, und kann mich auch auf Trainer anders einlassen).
Was ich mit meinem ganzen Text sagen will:
Hör beim Trainer auf dein Bauchgefühl. Es muss nicht nur fachlich passen, du musst dich auch mit seinen Methoden wohl fühlen. Wenn das nicht passt, wechsle. Auch, wenn du zehn verschiedene Trainer durchprobierst - wenn du dann den einen findest, der passt, war es die Mühe wert. So hast du dann wirklich eine Hilfe an der Hand, die dich da durchbringt.
Höre öfter auf dein Bauchgefühl. Ich habe vorher viele Bücher gelesen, viel im Forum gelesen - aber häufig hat mir das geholfen, was mein Bauch gesagt hat. Keiner ist vor Ort außer dir. Keiner sieht deinen Hund und sein Verhalten außer dir. Eigne dir das theoretische Wissen an (wie sieht Kommunikation aus? Was sind die Bedürfnisse eines Welpen? Wie funktioniert lernen?), aber verhalte dich nicht nach dogmatischen und fremddiktierten Regeln.
Und: Rede mit deinem Mann und deiner Tochter. Sie wollen den Hund genauso wie du, also müssen sie sich auch einbringen. Sei es mentale Entlastung, sei es, dir irgendwie einen freien Tag zu verschaffen, damit du durchatmen kannst. Sei es, dass dein Mann dir abends die Schultern massiert oder dich öfter in den Arm nimmt. Sowas hilft.
Ich bin jetzt sehr froh, dass wir unser Plüsch nicht abgegeben haben. Ich liebe unseren kleinen Teufel über alles. Komplett vermurkst habe ich ihn anscheinend auch nicht. Und obwohl ich in der Welpenzeit dachte "Oh mein Gott, NIE WIEDER EINEN WELPEN!!!" spiele ich tatsächlich mit dem Gedanken, dass als Zweithund doch wieder ein Welpe einzieht.
Es wird also besser. Man lernt dazu, aber es ist sehr sehr viel Arbeit. Du musst dir dieser Arbeit bewusst sein und dich darauf einlassen. Dann schafft ihr es auch!