Beiträge von Monstertier

    Hm? Wie kommst Du auf Flexi? Die wäre nicht meine Idee und hatte ich auch nicht empfohlen. Ich schrieb von einer - wenn eine lange Schleppleine derzeit nicht geht, weil kira sich das nicht traut - sturznormalen 2,5- oder 3-Meter-Leine (Leder, Kunstoff, egal) mit zwei, drei Karabinerringen, so dass sie variabel verstellbar ist. Und dann vielleicht in so einer Zusatz-Konstruktion, die eine Befestigung der Leine an der Hüfte des Halters möglich macht.

    Flexi wurde irgendwann mal erwähnt. War vermutlich einfach ein Gedankensprung meinerseits ohne direkten Kontext zu deinem Beitrag.

    miamaus2013

    Lecken versuchen wir zu unterbinden, und wenn er sich wegschnüffelt, unterbrechen wir das auch. Wenn er sich ganz wegschießt, gibt es ebenfalls Gehorsam - kurze Leine, ablegen, etwas in die Richtung. Aber dieses komplette wegschießen ist sehr selten. Es ist eher so, dass er permanent auf 150% ist (statt nur kurz auf 200% zum Beispiel). Als ob er das Adrenalin komplett aus der Luft zieht. Vor allem ist es zu Hause schlimmer, weil er quasi seine Droge nicht bekommt. Jetzt geht es, er kann wieder schlafen, während ich arbeite, aber zu Hochzeiten war eher permanent am Singen und Jodeln. Wenn ich gedacht habe, er muss vielleicht dringend raus, und er dann im Garten war, war er wieder normal und hat relativ entspannt geschnüffelt.

    Wenn ich Dich in einem anderen Beitrag richtig verstanden habe, setzt Du ihr ja unterwegs ohnehin stets den Maulkorb auf, so kann sie Dich doch immerhin nicht beißen, oder?

    Wenn sich losreißt oder man nicht rechtzeitig reagiert, kann sie trotzdem Schaden anrichten - Fahrrad umschmeißen, Jogger von den Füßen holen, Spaziergänger anspringen, Kind oder Hund umrennen.

    Mit so einem Hund würde ich keine Flexi nehmen, da man nur sehr schlecht in den Gurt greifen kann. Maximal eine 5m-Schlepp in gut überblickbarem Gelände, und da am Besten mit Augen im Hinterkopf - Jogger und Radfahrer melden sich nämlich leider nicht immer, wenn sie an einem vorbei möchten

    Wie lange dauert es, bis Mönchspfeffer wirkt? Bzw wie lange darf/soll ich das geben?

    Hintergrund ist, dass Candie seit Anfang/Mitte Januar nahezu permanent im Liebesrausch war. Vorher waren das etwa jedes halbe Jahr, dass er mir drei Tage lang Arien gesungen hat, und dann war gut - also vermutlich in den Stehtagen irgendeiner Hündin. Zwischendurch hat er zwar immer mal wieder auch Pipi geleckt, aber in einem normalen Rahmen. Von Anfang/Mitte Januar bis ca Mitte Februar hat er nahezu jeden Tag geheult, mal schlimmer, mal weniger schlimm, wie verrückt geleckt, geschäumt und draußen mit der Nase permanent am Boden. Jetzt kann ich mir nicht vorstellen, dass sich da so viele Hündinnen mit den Stehtagen abgewechselt haben, also geh ich davon aus, dass er inzwischen empfindlicher auf den Geruch reagiert. Er hat noch keine gesundheitlichen Probleme - keinen Ausschlag, Durchfall oder extremes Selbstlecken, weswegen ich es noch auf schonende Weise probieren will, ihn wieder von den Hormonen zu kriegen. Deswegen das Mönchspfeffer.

    Wir geben es ihm jetzt seit ca. einer Woche. Letzte Woche war sein Verhalten ein wenig besser, heute war es aber schon grenzwertig (noch kein Heulen, aber starkes Lecken und Schnüffeln). Ab wann kann ich davon ausgehen, dass es wirkt/nicht wirkt?

    Bin ein bisschen später, sorry. aber:

    Es ist quasi unmöglich, wirklich vegane Säfte ohne tierische "Zutaten" herzustellen xD Irgendeine Essigmücke, Fruchtfliege oder ein Käferchen werden sich immer in den Früchten befinden.

    Und längst nicht jeder Wein oder Saft wird mit "Fischblasen" geklärt. Wenn sich der Trub unten abgesetzt hat, kann man den Saft einfach oben "abziehen" und braucht gar nicht zu klären :sweet:

    Es geht nicht um Beiwerk. Nur weil mir beim Gassi ne Mücke in den Mund fliegt, werde ich nicht zum Fleischesser. Es geht um die bewusste und gezielte Nutzung tierischer Produkte.

    Und natürlich wird nicht alles so geklärt. Das wird aber eben entsprechend gekennzeichnet, um zu wissen, wo tierische Produkte genutzt werden und wo nicht.

    Ich als Nichtswisser bezüglich Aussi wollte mal fragen, ob Canicross in ruhiger Umgebung denn was wäre? Da kann sich der Hund kopftechnisch und körperlich richtig auspowern und ist gleichzeitig immer gesichert. Maulkorb ist dabei kein Problem.

    Ich mach Canicross, also ja, geht. Muss man halt trotzdem immer aufmerksam sein, natürlich, und vor allem lernen, die Erregungslage des Hundes jzu managen, aber prinzipiell geht es.

    Ich werf mal meine Erfahrungen mit ein, da ich mit einem Aussie-Border-Mix quasi ne Bombe an der kurzen Zündschnur habe.

    Er wird im Mai fünf, und bedarf permanentes (!) Management. Außer meinen Freund in zwei Extremsituationen hat er noch keinen Menschen gebissen (und beides nenn ich auch eher "Tackern" als "Biss"), aber das Tackern macht er immer noch, wenn er zu überdreht ist und ich nicht den richtigen Moment abpasse, um ihn da rauszuholen.

    Er versucht - je nach Gemüt - alles zu stellen. Menschen, Hunde, Fahrradfahrer, Jogger, Autos, Pferde - alles, was im Entferntesten eine potentielle Gefahr darstellt. Nicht immer (außer Hunde), aber das ist nichts, wo ich ihn frei laufen lassen oder "die Seele" baumeln lasse.

    Er nutzt jeden unserer Fehler und versucht immer und immer und immer wieder, Grenzen auszudiskutieren. Man muss immer wieder neu setzen, dass sie noch gelten, dass es keine Ausnahme gibt - und ja, auch wenn du lieb guckst und meckerst oder mich beschimpfst, die gelten immer noch.

    Wenn meine Eltern zu Besuch kommen, ist er immer angeleint bzw komplett unter unserer Kontrolle. Sie sind Hunden gegenüber gehemmt. Das spürt er, versteht es nicht und versucht entsprechend, dieses "Unverständliche" aggressiv los zu werden. Noch so eine Spezialität: Sachen, die ihn beunruhigen, werden mit nach vorne gehen vertrieben/gelöst.

    Meine Schwiegereltern haben zwei Rüden, einer davon ein 1jähriger. Wir mussten von Anfang an managen. Den Alten und Candie konnten wir irgendwann unbeobachtet lassen, aber in einigen Situationen (gerade, wenn wir frisch zu Besuch kommen), muss man ein genaues Auge drauf werfen - Candie überlegt da schon, ob er es nicht nochmal mit dem Unterbuttern versuchen soll. Bei dem Welpen können wir die jetzt noch nicht unbeobachtet lassen. Der "Kleine" ist zu wild, obwohl total lieb und freundlich, und Candie kann damit nicht umgehen.

    Aber - das große Aber - das sind alles aussietypische Verhaltensweisen. Vielleicht einen Ticken extremer als bei einem Aussie aus guter Zucht mit erfahrenem Hundehalter, aber trotzdem nichts ungewöhnliches. Und damit wirst du bei deiner Hündin auch rechnen können. Immer an die Regeln erinnern, immer ein Auge drauf haben, was jetzt vielleicht ein unerwarteter Auslöser sein könnte, immer gucken, ob vielleicht zu viel oder zu wenig Input war, immer auf die Tagesstimmung achten.

    Aber - und das ist das zweite große Aber - das Zusammenleben macht trotzdem unheimlich viel Spaß. Vorausgesetzt, du beschäftigst dich mit deinem Hund - und auch in Zeiten von Corona kann man sich beschäftigen. Ich gehe Joggen, mach Tricks, Zergelspiele, lange Wanderungen oder Spaziergänge, Lieblingsspielzeug verstecken etc Mantrailing kann man auch gut mit einem unverträglichen Hund machen, Dummyarbeit und Obedience kann man gut zu Hause machen, und je nach Hundeschulenkurs geht auch das Training an der Leine.

    Meine laienhafte Einschätzung ist einfach, dass deine Hündin gelernt hat, dass sie bei dir machen kann, was sie will - heißt, sie hat nicht ausreichend Führung bekommen. Das will ich dir auch gar nicht vorwerfen, denn so war ich zu Anfang auch und muss auch jetzt noch viel über Führung und Konsequenz lernen. Und das ist jetzt eben deine Aufgabe. Nicht aversiv reagieren - das hat mir eine Aussietrainierin damals sehr deutlich gemacht (kann sogar sein, dass war die, die hier empfohlen wurde): Je mehr du körperlich gegen den Hund gehst und je mehr du Druck ausübst, umso mehr kommt Druck auch zurück. Was du brauchst, ist viel Geduld, Konsequenz, Nervenstärke, Klarheit in deinen Anweisungen, Durchhaltevermögen - aber eben auch den Willen, das alles umzusetzen. Seele baumeln lassen ist nicht. Aber ein tolles Miteinander kann man immer noch hinkriegen.