Ich frage mich, wie Intuition bei einem artfremden Wesen funktionieren soll, ohne vorher Wissen anzusammeln. Ich schätze, die meisten, die "intuitiv" ihren ersten Hund erzogen haben, hatten vorher schon Berührungspunkte - Hunde in der Familie, Gassigänger, Tierdokus etc. Also hat man durchaus - wenn auch passiv - Wissen angesammelt. Und dann hatte man vermutlich Glück mit dem einzelnen Exemplar oder der Rasse, dass sie eben Fehler verzeiht. Und Stressanzeichen oder kritische Situationen erkennt man dann halt nicht (wie oft wurde ein Kind "aus dem Nichts" gebissen, obwohl Hund und Kind schon ewig zusammen leben?) und hat dann halt Glück, dass sie nicht eskalieren. Wie kann man auch ohne es zu lernen wissen, dass Hunde eine Umarmung eher als Bedrohung ansehen könnten bzw sich dabei unwohl fühlen (intuitiv als Mensch würde man das vielleicht machen, um ihn nach einer OP zu trösten)? Wie ein gestresster Hund aussieht? Wie Mobbing und Fiddeln aussehen? Wann es ein Kommentkampf und wann es echt ist? Wann eine Grenze bei einer Ressource überschritten wird? Da hilft Intuition nicht viel weiter, weil es einfach Verhaltens- bzw Kommunikationsweisen sind, die der Mensch so nicht hat.
Man sollte Wissen und Bauchgefühl immer paaren, gerade bei artfremder Interaktion. Ohne bzw mit wenig Wissen kann es gut gehen, aber unter Umständen auf Kosten des Hundes.