@flying-paws : Auch ich danke dir für die "Übersetzung". Prinzipiell sehe ich darin kein Problem. Ich finde, dass Lucy nicht überall mit uns mit muss. Liegt aber nicht an ihr, sondern ist einfach meine generelle Meinung zu Hunden. Vieles was mir vielleicht Spaß macht, ist für Hunde eher stressig.
Sooo viel Besuch bei uns Zuhause hatten wir vor Lucy auch nicht. Und jeden zukünftigen Besucher (in weiter Ferne) werde ich dann schon im Voraus briefen, auf was derjenige sich gefasst machen muss. Sie ist momentan Teil unseres Lebens und wenn jemand zu uns kommt, dann gibt es nun mal Regeln. Für Lucy und die Besucher.
Ich vertraue da eigentlich schon darauf, dass die Leute die mal vorbeikommen werden, die Gesamtsituation respektieren. Das stellt für uns aber auch kein wirkliches Problem dar. Ein Hund ist mMn nach kein Hamster im Käfig.
Ich muss auch sagen, dass ich es völlig ok finde dass Lucy nicht alle toll findet und manchen Menschen/Hunden sehr skeptisch gegenüber ist. Das will ich ihr auch gar nicht abgewöhnen. Ich möchte eigentlich nur, dass sie Dennis und mich als "Rudelführer" sieht und dass sie weiß, dass wir nicht zulassen dass sie in Gefahr gerät bzw. dass wir alle in Gefahr geraten. Das "Menschen- und-Hunde-anbellen" und das beißen, das sind die beiden Dinge die ich ihr abgewöhnen möchte. Unser erster Hund war ein Labbimädchen und sie war das komplette Gegenteil von Lucy. Auch sie hatten wir nicht von klein auf bekommen. Sie kam aus dem Bekanntenkreis und musste aus persönlichen Gründen abgegeben werden. Sie war 1,5 Jahre alt als sie zu uns kam. Fand alle Menschen und Hunde toll, wäre am liebsten auf alle fröhlich zugerannt, wollte spielen, gestreichelt werden, wäre mit jedem Fremden einfach problemlos "mitgegangen". Sie kam aus super Verhältnissen und hat nicht so eine Vergangenheit wie Lucy hinter sich. Aber manchmal kam mir das zu extrem vor, dass sie nicht ein einziges Mal einen Menschen oder Hund doof fand.
@Cattledogfan : Wir haben sie zu Beginn immer als erstes aus dem Haus gelassen bzw. wir haben nicht darauf geachtet wer als erstes hinaus geht. Aber sie hat dann eben dieses "Abchecken" gezeigt. Kaum war sie draußen, wurde alles erstmal unruhig beobachtet, so als ob sie alles eben absichern würde. Mittlerweile übernehmen wir das. Sie bleibt immer so lange im Haus sitzen, bis ich sie entweder abhole oder zu mir raus rufe. Und seitdem macht sie dieses "absichern" nicht mehr, wenn sie das Haus verlässt. Sie ist ruhiger. Deshalb hatten wir das Gefühl, dass sie das Gefühl bekommen hat dass wir das Absichern übernommen haben und dass sie keine Panik haben muss wenn ich sie dann raus rufe. (Hoffentlich war dieser Satz jetzt verständlich. Mache gerade mal wieder 5 Dinge gleichzeitig
)
Dass sie in unserer Abwesenheit mal auf die Couch geht, halte ich ihr nicht vor. Ich hatte das irgendwann mal erwähnt als es um ihre Hausstauballergie ging. Mir ist es wichtig, dass sie es nicht tut wenn wir hier sind. Nicht nur weil es eine Regel ist; ich möchte einfach den Milbenkontakt so weit es geht verhindern.
Nach den ersten Wochen haben wir ihr wirklich zu viel zugemutet. Ich hatte zum Beispiel das Giftködertraining angefangen. Weil sie eben gerne Kot und alles Freßbare fressen wollte. Ich wurde hier darauf aufmerksam gemacht, dass es zu schnell geht. Und ab da habe ich es gelassen. Das einzige worauf wir uns dann konzentriert hatten, war ihr Jagdtrieb. Sobald sie ein Geräusch im Gebüsch gehört hat, wurde sie unruhig und wollte direkt reinspringen, hat mich nicht mehr wahrgenommen. Mittlerweile bleibt sie bei Geräuschen immer stehen, hält Blickkontakt zu mir und meistens hocke ich mich dann zu ihr hin und wir beobachten beide das Gebüsch. Vielleicht ist das nicht die beste Methode gewesen, aber sie setzt jetzt zumindest diesbezüglich nicht mehr einfach ihren "Sturkopf" durch, sie wartet meine Reaktion ab. Ich entscheide dann, ob wir gucken oder nicht. Hasen die unseren Weg kreuzen sind noch ein etwas heikles Thema, aber auch das hat sich schon gebessert. Und was ich auch zu schnell wollte: Dass sie beim Gassi den Rückruf lernt und somit bald ohne Leine laufen kann, damit sie endlich genug Bewegung bekommt. Das haben wir aber auch schon vor Wochen aufgegeben, weil es auch dafür wohl zu früh ist.
Dass sie kein 08/15 Hund ist, war mir im Voraus klar. Niemand weiß, was sie alles durchgemacht hat. Dass sie durch all das geprägt ist, ist mir bewusst. Ich erwarte deshalb auch nicht, dass sie ein 08/15 Hund wird.
@Elsemoni : Ich habe zumindest das Gefühl, dass sie es mit de Mauli nicht kann. Wenn es warm ist, ist die Schnauze immer weit auf. Wenn der Mauli drauf ist, ist sie komplett geschlossen. Der Mauli ist definitiv nicht zu eng. Ich werde mal schauen, ob ich das Modell finde und es hier posten kann. Irgendwann hatte ich auch mal ein Foto von ihr damit gemacht, ich such mal.
Ich habe heute vormittag etwas ausprobiert. Wahrscheinlich werden mich jetzt einige von euch verurteilen, aber ich möchte euch trotzdem mal daovn erzählen. Einerseits wird hier ja die Meinung vertreten, dass es Unsicherheit ist weil ich den Hund nicht richtig führe, andererseits gibt es diejenigen die sagen, dass der Schutztrieb stark ausgeprägt ist. Weil ich bisher nicht wirklich feststellen konnte, was von den beiden Sachen denn nun stärker ausgeprägt ist, habe ich heute versucht es verstärkt zu beobachten. Bevor hier dramatische Kommentare auftauchen, ich hatte immer genug "Sicherheitsabstand" zu anderen Leuten. Lebensmüde bin ich dann doch nicht. Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Ich glaube jetzt doch, dass die Unsicherheit eventuell etwas überwiegt und ich erläutere mal, wieso ich der Ansicht bin. Ich freue mich, auf eure Meinungen dazu. Vielleicht liege ich mal wieder komplett falsch.
Es fing mit einer Hundehalterin und ihren 2 Hunden an. Das waren 2 Kanditaten, die Lucy bereits aufgrund ihrer Größe gerne anbellen würde. Sie waren auf der anderen Straßenseite von uns, und Lucy und ich kamen aus einer "Nebengasse" eben in die Nähe von ihnen. Also nicht auf den selben Bürgersteig mit den anderen Hunden. Normalerweise zeigt sie dann auf einmal Unruhe, schaut denen lange konzentriert hinterher. Wir mussten leider in die gleiche Richtung, und Lucy hätte dann wahrscheinlich bis zum Ende unseres "gemeinsamen" Weges unruhig beobachtet und evtl sogar gebellt. Kurz nachdem wir die beiden erblickt hatten, habe ich zu Lucy gesagt dass sie sich hinsetzen soll und dann habe ich wirklich im 3-Sekundentakt WARTE gesagt. Sie hat sich eher auf mich, als auf die Hunde auf der anderen Straßenseite konzentriert. Hat keine Unruhe gezeigt. Und nach ca. einer Minute konnten wir den Weg entspannt fortsetzen, obwohl die Hunde noch in Sichtweite waren.
2. Beispiel: Ein älteres Pärchen. Kam direkt auf uns zu. Ich habe sie schon von Weitem gesehen und wollte eigentlich die Straße wechseln. Aber auch da war meine Neugier dann irgendwann zu groß. Der Weg war breit genug, sodass Lucy und ich einen sehr großen Abstand zu ihnen hatten. Es gab genug Freiraum, sodass ich bei den kleinsten Unruhe-Anzeichen noch weiter ausweichen hätte können. Auch hier habe ich irgendwann zu Lucy SITZ gesagt, und dann wieder im Sekundentakt WARTE. Sie hat die Menschen beim Vorbeigehen eher desinteressiert wahrgenommen, aber ansonsten zu mir aufgeschaut und darauf gewartet dass wir weiter können. Wir konnten in Ruhe weiter gehen, als das Pärchen an uns vorbei war.
3. Beispiel: Spielende, kreischende, Kinder hinter einem Zaun. Der Weg war etwas eng. Die Kinder waren nicht in Gefahr, aufgrund der Abzäunung. Aber auch hier wurde Lucy schon mal unruhiger. Hier gab es für mich keinen Grund sie hinzusetzen. Also habe ich immer FUß gesagt. Sie läuft zwar mittlerweile eh nah bei mir, aber ich wollte ihr auch hier das Gefühl geben dass ich alles unter Kontrolle habe. Sie ging ruhig an dem Garten vorbei, und hat nur zweimal in die Richtung der Kinder geschaut.
Sitz, Fuß, Warte, sind die Kommandos die sie wirklich jeden Tag von uns hört. Und sie beherrscht sie in ruhigen Situationen auch richtig gut. Gehört also bereits fest in ihren Alltag. Eigentlich war ich sehr überrascht darüber, dass sie in den drei beschrieben Situationen auch so gut darauf gehört hat. Normalerweise rede ich in solchen Situationen nicht mit ihr, außer sie fängt an zu bellen. Dann kommt ein AUS von mir.
Also das Ziel meines Verhaltens war: "Ich habe alles im Griff, bleib du mal ruhig sitzen und warte auf mein Zeichen bzw. lauf du mal weiter bis ich das geklärt habe." Nachdem die Hunde und das Pärchen jeweils weiter weg von uns waren, und wir an den Kindern vorbei waren, habe ich Lucy gestreichelt und FEIN gesagt. Das sind nämlich eigentlich Situationen in denen ich sonst immer nur gemeckert habe. Ich wollte ihr das Gefühl geben, dass solche Situationen eben auch locker laufen können wenn sie mitmacht.
Ich werde bei der nächsten unvermeidbaren Situation mit Nachbarn auch SITZ und WARTE ausprobieren. Einfach nur um zu sehen, ob mein ruhiges Zutexten dann auch eine Wirkung bei ihr zeigt. Ich habe nämlich das Gefühl (vielleicht irre ich mich auch), dass sie die Kommandos mittlerweile damit verbindet, dass sie danach gelobt wird wenn sie sie ausführt. War heute bei den Menschenbegegnungen ja auch so.
Bitte steinigt mich jetzt nicht, falls das alles wieder Mist war. Ich möchte aber nicht einfach aufgeben und Lucy abgeben. Ich finde, dass sie das nicht verdient hat nie ankommen zu dürfen.