Als ich mit meinem Mann zusammen gekommen bin, traf meine sozial inkompetente, zickige Prinzessin auf seine zwei großen Jungs.
Djuna hat ständig Regeln missachtet, überreagiert und sich insgesamt einfach arschig verhalten. Die Jungs dagegen waren fantastisch. Micosz hat Gemeinsamkeiten gesucht und ist mit ihr um die Wette gerannt und hat wichtige Stellen abgeschnüffelt und markiert und TomTom hat sie stets auflaufen lassen, wenn sie mal wieder hysterisch rumgeschrien hat.
Ich war wirklich fasziniert, wie sehr die beiden unterschieden haben. Djuna wurde nie bedrängt, ihre Grenzen wurden nie überschritten. Gleichzeitig wurde ihr aber auch klar gemacht, dass sie sich nicht so aufzuführen braucht. Da gab's dann schon auch deutliche Ansagen von den Jungs (grade wenn's um zugeteilte Ressourcen ging, die Djuna für sich beanspruchen wollte).
Als Palinka dann dazu kam, war Djuna schon einigermaßen gefestigt. Immernoch drüber, aber konnte auch was aushalten. Palinka hatte als Welpe viel Spaß dran den Schnauzer zum keifen zu bringen. Das haben wir etwas eingegrenzt, aber nie komplett unterbunden.
Heute ist Djuna immernoch eine Prinzessin. Spielen alle mit einem Zergel und Djuna hat ihn, nimmt ihn ihr keiner ab. Micosz und Palinka bolzen sich gegenseitig um, Djuna darf mitrennen und wird dabei nie berührt.
Wir können alle gemeinsam alleine lassen, sie nebeneinander füttern, zusammen spielen lassen. Sie haben gelernt, Unmut zu äußern und Grenzen zu akzeptieren, ohne dass es eskaliert.
Und manchmal kommt es doch zu kleinen Streits. Das ist auch ok. Dann wird sich eben wieder vertragen.
Über all dem stehen ja eben noch wir. Unsere Regeln werden immer akzeptiert. Ich glaube, wenn das gemeinsame Gefüge aber nur funktioniert, weil der Mensch den Daumen drauf hat, kann es ganz schön anstrengend sein und eher mal zu Streits kommen. Man kriegt ja als Mensch auch nicht jeden Blick mit und kann nicht alles lenken und managen. Da finde ich es schon sinnvoll, wenn die Hunde mit Frust und Zickereien umgehen können.