Ich hab mir jetzt noch als erstes zwei Fragen aus dem anderen Thread rübergeholt, die sind wichtig...
Letztens hatte ich eine Diskussion mit einem Bekannten.
Er hatte irgendwo gelesen, dass den Königinnen die Flügel gestutzt würden, damit sie nicht schwärmen.
Der Mann ist Vegetarier.
Da warf sich mir die Frage auf, ob durch Bestäubung durch Wildbienen überhaupt intensive Obstwirtschaft möglich ist oder ob ich ihm im Sinne des Tierwohls doch eher eine weitgehende Einstellung der Nahrungsaufnahme empfehlen sollte.
Das was dein Bekannter gelesen hat, stimmt. Manche Imker machen das in der Tat so. Es ist halt sehr bequem- die Flügel zu stutzen verhindert das Schwärmen dieser einen Königin. Aber das Volk kann sich ja trotzdem neue Königinnen ran ziehen, dann schwärmen halt die. Man kommt also trotzdem nicht drum herum wöchentlich zu kontrollieren und Königinnenbrut ggf. zu entfernen, wenn man keinen Schwarm will. Und manchmal nützt alle Kontrolle nichts und das Volk schwärmt. Dann muss man den Schwarm einfangen, und das macht halt etwas Mühe. Man kann also sagen: Gestutzte Flügel= fauler Imker.
Ich finde das widerlich und würde es niemals machen. Aber so wie auch nicht alle Hühnerhalter ihren Hühnern die Schnäbel einkürzen, stutzen auch bei weitem nicht alle Imker ihren Königinnen die Flügel. Bei diesen typischen Supermarkt 'Honig' Sorten würde ich aber davon ausgehen. Vorteil beim Imker um die Ecke- man kann ihn fragen. Und man kann als Kunde sogar darum bitten mal mitgenommen zu werden, weil man sich dafür interessiert. Dann kann man sich die Königin auch selbst anschauen.
Und zur zweiten Frage: Nein. Intensive Obstwirtschaft ist nicht mehr möglich ohne Honigbienen. Ohne Honigbienen ist der Obstertrag um ca. 50% geringer. Ebenso beim Raps (35%). Man merkt es deutlich, wenn keine Bienen zur Bestäubung da sind. Wenn ich möglichst vertretbar handeln möchte kaufe ich den Honig beim eigenen Imker, der idealerweise im Spätsommer nicht den kompletten Honig entfernt sondern den Völkern etwas davon lässt. Und der den Bienen die Pollen lässt und sie nicht mithilfe eines Gitters am Einflugloch abfängt. Das ist die für die Völker schonendste Art, Honig zu gewinnen.
Allerdings fällt mir jetzt auch wieder ein, dass ich als Antwort auf meine leisen Zweifel (was das Verfüttern lebender Tiere betrifft) bekam, dass die krank sind und nach dem Schlüpfen eh sterben würden.
Das stimmt leider. Die Milbe befällt die Drohnenlarve und ernährt sich von ihr. Die Drohne schlüpft dann mißgebildet und ist auch gar nicht in der Lage, auf Hochzeitsflug zu gehen. Sie würde von den Bienen getötet und entsorgt.