Sehr spannend auf jeden Fall. Ich lese wesentlich schneller, als ich rede (und bei Gesprächen angenehm empfinde). Wenn ich in der Geschwindigkeit ein Hörbuch parallel hören würde, ich würde einen Herzkasper kriegen. Bei Podcasts habe ich mal versucht, die Geschwindigkeit etwas schneller zu stellen (etwas! Nur 1,25 statt 1) und das ging für mich gar nicht, weil ich es halt höre, dass jemand "zu schnell" spricht. Da verschwinden dann Kunstpausen und Wirkung und es hört sich in meinen Ohren dann gehetzt an. Wie ist das, wenn man beim Lesen mal kurz innehält, weil man über einen Satz nachdenkt? Oder kurz die Gedanken abschweifen? Stoppst du dann das Hörbuch oder galoppierst du dann hinterher? Als ich hier im Rahmen der Lesechallenge mal Hintergrundmusik zum Lesen ausprobiert habe, ist mir aufgefallen, dass mich das unglaublich ablenkt. Ich muss Ruhe zum Lesen haben (also nicht Totenruhe, in der Bahn geht schon, aber eben keine Musik). Ein Hörbuch würde mich genauso ablenken.
Wie du es machst, das höre ich zum ersten Mal so. Aber ich finde es wirklich interessant, ich kann mir gut vorstellen, dass das für viele passt.
So, ich habe mir gestern noch das letzte Buch für dieses Jahr gegriffen- China Miéville, Die Stadt und Die Stadt. Das hatte ich mal über kleinanzeigen gekauft, weil es das neu schon nicht mehr gab, und es lag jetzt ewig auf meinem SuB. Mal sehen.
Ach du meine Güte... ich habe mir das Buch gerade mal angeschaut- ich sehe da mit galoppierenden Schritten den neuesten Trend heran nahen. Farbschnitte reichen nicht mehr. Jetzt werden Parfumproben in den Einband geprägt, wie die Pröbchen damals in der Bravo Girl... Demnächst also bestimmt nirgends mehr ohne, genau wie mit den Farbschnitten. Und diese gesamte Sonderausstattung zahlt man mit.
Shalea Viel Vergnügen damit, 'alias Grace' ist ein supertolles Buch. Falls du danach Lust hast- es ist auch als Miniserie verfilmt worden.
Ich knüpfe nochmal an das Thema von vor ein paar Seiten an- ich habe auch schon immer sehr gerne gelesen, bei mir fing es mit Hanni und Nanni an, da war ich sieben. Im letzten Jahr dann habe ich gemerkt, dass ich unter inneren Spannungen litt, unausgeglichen war, gereizter als sonst, unzufrieden, leer. Das sind Empfindungen, die ich sonst nicht von mir kenne, also versuchte ich, dem auf den Grund zu gehen. Ich dokumentiere, was ich lese, aber schlicht und ergreifend, damit ich den Überblick nicht verliere und keine Bücher doppelt kaufe. Mit Leistungsdruck oder Performance hat das nichts zu tun. Und daraus ging tatsächlich hervor, dass es Monate gab, in denen ich keine einzige Zeile gelesen habe. Bei normales Maß (ohne dass ich darauf achte), sind sonst so 10 Bücher im Monat, das Lesen ist also schon auch ein wichtiger Teil meines Lebens und ein wesentlicher Anteil meiner Freizeit. Wo war die Zeit hin?
Ja, richtig. Social Media. Social Media, Doomscrolling, einfach viel zu viel Screentime. Dieses endlose Scrollen und am Ende das Gefühl, den Tag lang überhaupt nichts getan zu haben, oder, noch schlimmer, keinerlei Mehrwert aus dieser Beschäftigung gezogen zu haben. Weder Spaß noch ernsthafte Information. Da stolperte ich (ironischerweise) über ein sehr tolles Youtube Video:
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Und da war ich ernsthaft erschrocken. Also, für mich. Das war Ende Oktober. Danach verbannte ich mein Handy knallhart, ich löschte alles an Social Media und Spielen, danach verlor das Handy komplett an Reiz für mich. Ich nutze es jetzt tatsächlich nur noch zum kommunizieren von Terminen, zum telefonieren und zweckgerichteten Dingen (wie dem Navi). Bei der Arbeit lasse ich es jetzt gleich ganz zuhause. Als ich die Zeit von Social Media mit Büchern ersetzte, fühlte ich mich endlich wieder normal. Ich wurde vor Social Media sozialisiert (80er/90er) und war einfach komplett gestresst davon. Alles zu schnell, zu oberflächlich, zu gestellt... und ein furchtbarer Zeitfresser, der alles andere ist, aber nicht 'social'. Jetzt komme ich wieder voran mit dem Lesen und die Ausgeglichenheit und Zufriedenheit ist zurück. Statt Handy in meiner Pause habe ich jetzt ein Buch dabei, oder unterhalte mich mit Kollegen. Und ich habe in meiner Stadt einen Lesekreis gegründet, wo ich mich mit echten Menschen in einem echten Café treffe, um über echte Bücher zu sprechen. Unser erstes Buch wird jetzt 'der Fänger im Roggen' sein. Spannend, weil das eines der wenigen Bücher ist, die ich abgebrochen habe. ABER, damals war ich 15. Es ist durchaus möglich, dass ich heute anders darauf zugehe.
Meine Entdeckung dieses Jahr ist auf jeden Fall Robert Jackson Bennett. Anspruchsvolle (High und Low-)Fantasy für Erwachsene. 'The tainted Cup' (das jetzt zwei weitere Teile bekommt und damit eine Trilogie wird), die Stadt der tausend Treppen (ebenfalls Trilogie) und aktuell die Schlüssel- Reihe von ihm sind richtig klasse. Die Magie ist schon recht komplex, man braucht hier und da etwas Hirnschmalz, um ihr zu folgen. Aber seine Bücher kommen komplett ohne Kitsch und auch weitestgehend ohne Romantik aus. Ich bin sehr angetan davon und werde auf jeden Fall die nächsten Neuerscheinungen kaufen.
Aaaalso... das Jahr ist ja noch nicht rum. Aber ich kann schon eine handvoll Tops und Flops mitbringen. Ich habe dieses Jahr rund 80 Bücher gelesen, nur so zur Einordnung.
Flops
1. Patricia Eckermann- Elektro Krause 2. Carl Nixon- Kerbholz 3. Douglas Westerbeke- Die unendliche Reise der Aubry Trouvel
Tops
1. Ariel Lawhon- Der gefrorene Fluss 2. Bryn Greenwood- Unser leichtfertiger Eid 3. Christelle Dabos- Die Spur der Vertrauten
Und tatsächlich noch ein paar mehr, aber meine Tops sind auf die ein oder andere Art sehr besonders.
Wie praktisch, dass ihr ein Buch ausgewählt habt, das ich dieses Jahr gelesen habe... da verfolge ich eure Eindrücke mal, ich war begeistert von dem Roman.
Ich lese immer nur eines gleichzeitig- ich habe festgestellt, dass ich bei mehreren sowieso immer nur eines priorisiere und die anderen vernachlässige. Da ich das Gefühl brauche und mag, mich vollständig auf eine Handlung einzulassen und auch während des Tages über einen Roman nachdenke, den ich gerade lese, würde ich da Chaos in meinem Kopf schaffen.
Es ist tatsächlich gar nicht so selten, dass diese Bücher weiterverkauft werden. Reich wird man damit nicht, aber wenn man nur 1€ bekommt pro Buch, lohnt es sich schon. Zum Beispiel bei Momox ist das recht einfach, da schmeißt man einfach alle Bücher in einen Karton und der wird von der Post abgeholt (versandkostenfrei). Das funktioniert ab 10€ pro Kartonwert. Und 10€ oder mehr haben oder nicht haben...
Leider haben manche Menschen da keine Skrupel. Verhindern lässt sich das leider nicht, außer durch Überwachung eben.
Shalea Ich kenne das Buch leider nicht, finde es aber spannend. Falls du es liest, teil doch bitte deinen Eindruck.
Der Reader gewinnt dann in der Nachhaltigkeit, wenn du sehr viel liest, oder/und gerne Bücher, die nicht in deinem Heimatland gedruckt wurden (sprich, unübersetzt sind/Originalliteratur). Die also z.B. von der anderen Seite des Erdballs erst hierher verschickt würden. Und der praktische Aspekt ist eben auch nicht von der Hand zu weisen. Viellesende Menschen müssen nicht mehr ihr ganzes Gepäck mit Büchern vollstopfen. Seheinschränkungen fallen nicht so ins Gewicht, da sich ja Beleuchtung und Schriftgröße und -art anpassen lassen. Bei dicken Wälzern bekommst du keine Schmerzen mehr im Handgelenk, nach stundenlangem Halten in der selben Position. Tastest du dich gerade erst an fremdsprachige Literatur heran, bietet ein Reader Wörterbücher (und im Falle des kindles auch Word Wise, das ziemlich genial ist). Zudem sind ebooks sehr oft auch wesentlich günstiger (beim Festa Verlag zum Beispiel 7,99€ gegen 24€). Das rechnet sich.
Aber wenn jemand nur 1-2 Bücher im Monat liest, dann fallen die Vorteile des Readers nicht so signifikant aus. Ich für meinen Teil mag beides- es ist ohne Frage befriedigender, am Ende ein echtes Buch zuzuklappen und auch, den Lesefortschritt zu sehen. Niedliche Lesezeichen zu benutzen. Farbschnitte sind schön (obgleich ich das nun wirklich nicht bei jedem Buch haben muss, das nutzt sich auch ab) und der Geruch neuer Bücher ist unverwechselbar. Auf dem Reader lese ich sehr gerne Schlabberware, also Bücher, die ich definitiv nur einmal lese (wie Krimis und Thriller). Ich nutze außerdem Kindle Unlimited (kürzlich habe ich dort die Krimireihe um Kommissar Kalkbrenner für mich entdeckt, deren 17 Bände komplett dort zu finden sind- super finde ich die, selbst als Thrillerdiva). Das ist einfach ungeheuer komfortabel. Und eben auch richtig dicke Bücher, die sonst bei stundenlangem Lesen sehr unbequem sind. Die eigene Beleuchtung bedeutet, ich störe niemanden, wenn ich im Bett lese.
Ich würde auf beides nicht verzichten. Inzwischen ist bei mir der Akku nicht mehr perfekt, aber wenn es mal soweit ist, werde ich einfach einen neuen einbauen, das geht bei einem Reader ohne Probleme. Im Sinne der Nachhaltigkeit die bessere Lösung gegenüber einer Neuanschaffung.
Ja, total. Ich liebe auch die Verspieltheit und die Schnörkel der englischen Ausgaben, ich finde dagegen die deutschen immer so geschmacklos. Aaaaaber dafür kriegen wir hier auch vernünftiges Papier, das sich nicht nach wenigen Wochen wellt und aus dem Leim geht. Das ist teilweise schon echt schlimm.