Ich habe jetzt mal darüber nachgedacht, wie ich das eigentlich mache- habe ich bisher nicht, weil ich da einfach meinem Gefühl folge, das fühlt sich meistens am besten an.
Finya bekommt immer ihren Willen, wenn das gerade möglich ist
So ist das hier auch. Malin ist ein erwachsener, ernster, souveräner und gleichwürdiger Partner- sie trifft nur deswegen nicht alle Entscheidungen, weil sie das Futter nicht bezahlt.
Nein, ernsthaft. Sie ist ein Hund der sehr genau weiß was er will und sich da auch nicht reinreden lässt. Sie weiß selbst am besten, wann sie mal muss- dann geht's auch raus. Essenszeiten sind hier fix, da gibt es keinen Gesprächsbedarf, weil ich sonst die Mengen nicht im Blick habe. Und sonst? Ich sag mal so, sie vertraut darauf dass ich mit meinen Bitten ihr Leib und Leben schütze (z.B.: An der Straße ist Leine angesagt), und ich vertraue darauf, dass sie ihren Job anständig macht. Und keiner mischt sich beim andern ein. Es kommt auch darauf an, wie der Hund sich selbst sieht. Malin sieht sich als gleichberechtigtes Familienmitglied an- demzufolge hat sie auf das Brötchen, das zu Boden fällt, genauso ein Recht wie ich. Auch das Sofa gehört ihr genauso wie mir. Und wenn ich etwas von ihr will überlegt sie, ob das für sie okay ist. Meistens ist es das. Aber 'Gehorsam' in dem Sinne zeigt sie nicht und wird es auch nie. Sie wird immer meine Bitte als Verhandlungsbasis betrachten. Würde ich fordern wie man das so allgemein kennt (beim Fuß hast du an meinem Bein zu kleben!), hätte ich keine Chance. Da kann ich mich auf den Kopf stellen. So wie ich zu einem menschlichen Freund nicht sagen kann: Du gehst dann auf Toilette wenn ich das sage und keine Minute vorher!- kann ich das auch bei ihr nicht machen. Wir bestehen beide auf Respekt gegenüber dem anderen, und deswegen funktioniert unsere Beziehung. Malin ist so ein Hund der sich von mir abwenden würde wenn ich ihre Kommunikation abweisen würde (= auf dich kann man sich eh nicht verlassen wenn ich ein Problem/dringendes Bedürfnis habe, dann geh ich halt).
Es hat lange gedauert bis sie mit ihren Bedürfnissen zu mir kam- weil sie verstanden hatte, dass ich mich kümmere. Inzwischen kommt sie zu mir wenn ihre Ohren jucken (da kommt sie aufgrund von ihrer Behinderung nicht selbst dran), wenn sie einen Dorn in der Pfote hat, wenn ihr was weh tut, wenn sie Angst hat. Früher hat sie das alles selbst geklärt weil sie es gewohnt war, dass niemand auf ihre Bedürfnisse eingeht. Das will ich auf keinen Fall.
Die Einzige Sache bei der ich nicht zu diskutieren bereit bin ist meine eigene Person. Ich verlange Respekt von ihr (was im konkreten Fall bedeutet, dass sie mich nicht als Ressource betrachten darf- getreu dem Motto: Ich gehöre nur mir selbst).
Und auf dieser Basis kann ich auf jedes ihrer Bedürfnisse eingehen- sie tut es schließlich im Gegenzug auch für mich.
Bei Öre weiß ich es noch nicht- sie ist gerade erst einen Monat da und gewöhnt sich noch ein. Aber ich glaube, sie braucht auf jeden Fall mehr Führung als Malin.