Okay, ich habe jetzt auch noch ein bißchen gegoogelt um mir das Betätigungsfeld eines Artenspürhundes anzusehen und die entsprechenden Voraussetzungen.
Generell stimme ich in dem Punkt zu, dass die Rasse unterschätzt wird (selbst von Züchter*innen!). Seit ich meinen habe habe ich versucht, möglichst viele verschiedene Papillons kennen zu lernen, war und bin auf Ausstellungen und spreche mit Züchter*innen (wenn du magst schreib mir doch per PN mal, welche Züchter*innen du angefragt hast). Papillons laufen auf Agility Meisterschaften, in der Fährtenarbeit, als Reitbegleiter, als Rettungshunde- selbst im IPO (obgleich sie dort keine Prüfungen laufen dürfen, was aber nicht an ihnen sondern an ihrer Größe liegt). Die Rasse hat durchaus noch ein wenig Spanielerbe an sich, Nasenarbeit macht ihnen großen Spaß (meiner zum Beispiel sucht eine Fläche vollkommen systematisch ab, ohne das gelernt zu haben). Und das ist es eben: Spaß. Diese Rasse ist enorm motivierbar, wenn sie das Gefühl hat, man hat zusammen mit dem Hundeführer Spaß. Dann kann man sie wirklich zu allem bringen. Motivierbarkeit ist sowohl über Fressen wie über Spielzeug gegeben, aber selbst wenn ich nichts davon nutze reißt sich Koali ein Bein aus, um mich glücklich zu machen. Sie sind blitzschnell und haben ein sehr gutes Körpergefühl, sind geländegängig und agil. Im Zweifel übermotiviert statt Schlaftablette.
Bei der Ausbildung- egal zu was- ist es halt wichtig, die Sensibilität und Weichheit des Hundes zu berücksichtigen. Es ist halt kein Mali und auch kein Spitz oder Labrador. Es ist keine Gebrauchshunderasse- also ich würde nicht erwarten, dass ein Papillon 12 Stunden Einsätze ohne Mucken durchmacht. Das Training muss immer positiv und fluffig bleiben. Dann läuft es auch. Aber was du von dem Hund erwartest- das können die auf jeden Fall.
Zum Thema Wetter: Meiner ist komplett unempfindlich. Der friert nicht, warm hat er schonmal- aber das beeinträchtigt ihn nicht. Da sorge ich dann eben dafür, dass er nicht in der prallen Mittagshitze rumrennt oder über Beton (Bodennähe!). Mit Pausen, Wasser und einem anständigen Hundeführer ist das kein Thema. Für einen Job würde ich immer nach einem stabileren Papillon am oberen Rand des Standards suchen.
Wenn ich signalisiere dass wir jetzt was machen ist der Hund 110% da. Für den Hund macht es halt auch keinen Unterschied ob er jetzt spaßeshalber durch den Agility Parcours rennt oder auf einer Wiese Leckerlis sucht, oder ob er einen echten Job macht von dem etwas abhängt. Das Einzige was sich ändert ist die Haltung oder der Umgang des Hundeführers. Die Kernkompetenz Schnüffeln und melden bleibt die gleiche. Und wenn der Hund nicht in ein Kriegsgebiet muss wo es um Leben und Tod geht und Einsätze von vielen Stunden ohne Pause notwendig sind, dann kann der Papillon das.
Nur bei Tierarten im Wasser wäre ich nicht so sicher- viele Schmetterlinge schwimmen nicht gerne, da würde ich mich nicht drauf verlassen dass der Hund das tun wird.