In erster Linie ist der Grund dafür, dass ein Hund kein Kontakt zu Artgenossen/Tutnixen haben will, doch eines: vollkommen irrelevant.
Das, was viele Halter in meinem direkten Umfeld als Tutnix definieren, sind für mich überwiegend ziemlich distanzlose und aufdringliche Hunde, die in erster Linie eines nicht tun: hören. Die wirklich entspannten Hunde, die ich kenne, reagieren (ebenso wie ihre Halter) sehr fein und früh, wenn sie merken, dass ein anderer Hund keinen Kontakt will. Oder sie laufen einfach an anderen Hunden vorbei oder fragen per Blick bei ihren Haltern nach, ob sie Kontakt aufnehmen dürfen.
Dass Hunde sehr häufig wie ihre Halter ticken, gilt nämlich nicht nur für ängstliches oder aggressives Verhalten. Hunde, die ohne Rücksicht auf die Reaktion ihrer Artgenossen Kontakt aufnehmen, aufdringlich sind und dann lospöbeln, wenn sie einen Korb bekommen, haben meiner Erfahrung nach nämlich regelmäßig Halter, die genauso ticken.
Wenn ich zu einem anderen Hundehalter sage "Bitte kein Kontakt", dann bedeutet das "Bitte kein Kontakt". Dieser Satz ist keine kryptische Formulierung für "Haben Sie einen Rüden oder eine Hündin?" "Ist Ihr Hund noch jung?" "Ist Ihr Hund verträglich?" "Will Ihr Hund spielen/ Hallo sagen?" oder "Können Sie mir bitte Trainingstipps geben" oder "Können Sie bitte kurz Ihre Einschätzung zur Körpersprache und zum Sozialverhalten meines Hundes abgeben".
Wer an dieser Stelle glaubt, mich und meine Hunde besser einschätzen zu können und eine klar kommunizierte Grenze übertreten zu müssen, tut etwas, was mir nicht gefällt und bekommt dafür eine Reaktion, die ihm vermutlich nicht gefällt. Dass der "Aufriss" erst entsteht, wenn klar gesetzte Grenzen überschritten worden sind, blenden viele Tutnix- Halter nämlich sehr großzügig aus.