Es gibt auf jeden Fall einen Unterschied zwischen "waschechtem" Angsthund und ängstlich-unsicherem Hund. Meine sind ja alle aus dem Tierschutz. Mein kürzlich verstorbener Rex war eine ultracoole Socke und von Tag eins an 100%ig großstadttauglich.
Jasmin ist aus dem Auslandstierschutz und eher unsicher und ängstlich. Als aie 3,5jährig zu mir kam, kannte sie halt einfach nicht viel (Beschlagnahmung). Aber: Sie hat sich von Anfang an super an mir und Rex orientiert. Nach 2 oder 3 Tagen konnte sie normal mit Gassi gehen, nach wenigen Tagen auch schon Öffis fahren. Sie konnte schon nach wenigen Wochen streckenweise frei laufen, mittlerweile läuft sie in Parks/Wäldern/Erholungsgebieten etc. schon lange fast nur ohne Leine, auch in ruhigeren Seitengassen hier in der Großstadt geht das bei ihr.
Menschen findet sie okay, solange sie nicht beachtet/bedrängt wird. Das kann sie gar nicht leiden. Ja, es gibt leider immer wieder mal aufdringliche Leute
, aber da muss ich halt schützend eingreifen. Aber Großstadtlärm, tägliche Artgenossenbegegnungen, Läden etc sind mit Jassi eigentlich gar kein Thema.
Die kleine Pippa lebt erst seit nem Monat bei mir. Junger Chihuahua aus dem Tierheim, ebenfalls aus einer Beschlagnahmung. Die ersten Tage fand sie ein paar Sachen gruselig, hat aber direkt bei mir Schutz gesucht. Nach den ersten 3 Öffi-Fahrten schläft sie inzwischen sogar entspannt in S-Bahn und Co und bleibt auch während der Rush Hour cool. Aufzüge fand sie die ersten Tage komisch, jetzt steigt sie munter in jeden Lift. Menschen? Voll okay, solange sie nicht bedrängt wird. Eigentlich ist sie sogar recht zutraulich geworden in den paar Wochen bei mir.
Ich würde mir auch keinen Angsthund durch und durch in die Großstadt holen, aber mit diesem Hundetyp Jasmin/Pippa komme ich sehr gut zurecht und finde, dass die eigentlich im Alltag sehr leichtführig sind, wenn man ein klein wenig Geduld hat.