Hey, ich habe auch eine kleine Ungarin hier sitzen. Sie zog direkt aus dem ungarischen Tierheim zu mir. Was wisst ihr denn über die Vergangenheit eures Hundes? Wie wird er beschrieben?
Vom Verhalten des Tieres hängt nämlich ja auch ab, wie ihr einiges dann am besten handhabt. Zeigt sich der Hund eher aufgeschlossen und offen, ist das was anderes, als wenn er anfangs nur verschreckt in einer Ecke hockt.
Meine Maus hat sich in den ersten Tagen hauptsächlich unterm Bett verkrochen. Gassigehen war nicht möglich, ich habe sie einfach nur immer wieder auf die Wiese vors Haus getragen (gut gesichert, damit sie nicht abhauen kann!) und dann sind wir einige Minuten so dagesessen, ich habe ihr ab und zu ein Leckerli angeboten, gelobt, falls sie draußen gemacht hat, und dann ging's wieder rein. Für die Maus war das alles einfach ein riesiger Kulturschock.
Jetzt, nach gut 2 Monaten, sieht die Sache in vielen Dingen schon wieder anders aus, sie geht mit spazieren und wandern und erkundet dabei durchaus neugierig die Umwelt, ist ableinbar, Stubenreinheit klappt auch immer besser...
Trotzdem merkt man ihr ihre Verangenheit an, sie gruselt sich vor fremden Menschen, zeigt sich sehr schnell eingeschüchtert und unterwürfig, kann ohne Ersthund nicht alleine bleiben. Mit solchen und anderen "Problemen" solltet ihr anfangs lieber rechnen.
Zu euren Fragen ganz konkret:
1. Ich war am ersten Tag mit meiner Hündin nicht mehr draußen. Sie war an dem Tag von Ungarn aus in ein heimisches Tierheim gefahren worden, dort wurde sie mir direkt übergeben, und wir brachten sie dann direkt heim. Raus ging es erst am nächsten Tag zeitig in der Früh, weil sie völlig verstört war. Da wäre es kontraproduktiv gewesen, sie nochmal nach draußen zu schleppen, sie hätte sich eh nicht gelöst und auch nicht geschnüffelt.
Ich würde das vom Verhalten des Hundes abhängig machen. Wenn ihr mit ihm rausgeht, aber wirklich nur ganz kurz zu einer Wiese, schnuppern und pieseln lassen, fertig!
2. Eine Box für die Arbeit halte ich für eine gute Idee, ich würde sie dem Hund auch zuhause als Rückzugsort anbieten, vielleicht mag er das Höhlenartige ja auch und geht von selbst raus.
Ich finde es prinzipiell gut, Hunde schon möglichst bald auf den späterne normalen Alltag vorzubereiten. Wartet aber erst mal ab, wie sich der Hund bei euch angekommen verhält, bevor ihn ihm irgendwelche Büro-Ausflüge zumutet. Ich weiß nicht, ob so was bei meiner Hündin in den ersten 2 Wochen schon gegangen wäre. Kann je nach Hund wirklich schon zu viel Input sein, vielleicht macht es eurem aber auch gar nichts aus.
3. Ich würde ihn ins Schlafzimmer lassen, für den Hund ist bei euch ja alles neu und unvertraut, ich vermute, dass er froh drüber sein wird, sich nachts im selben Raum aufhalten zu können.