Früher gabs das nicht.
Ach... Früher war es normal das man bei jeder Gelegenheit viel Alkohol trinkt. Im Vollsuff war es für den Mann auch die einzig anerkannte Möglichkeit mal "weinerlich" zu sein.
Die Frau bekam halt ein paar Pillen. (Meine Oma hatte da so einige... Heute würde das kein Arzt mehr so verschreiben!)
Generell hielt man halt die Klappe, sprach über vieles nicht.
War es darum nicht da? Weil man nicht darüber sprach?
Ich glaube nicht. Ist wie mit dem Baum der im Wald umfällt. Der macht immer ein Geräusch dabei, auch wenn niemand da ist das zu hören.
Der Wunsch nach perfekt sein... Der ist doch keinem unbekannt.
Manche wissend as es nicht gut ist und haben das hinter sich lassen können.
Andere sind erst auf dem Weg zur Erkenntnis.
Wieder andere sind mitten auf dem Weg diesen Wunsch hinter sich zu lassen.
Viele sind noch dabei perfekt sein zu wollen.
Weil einem doch genau das vorgelebt wird! Überall!
Gut aussehen. Erfolgreich sein. Perfekte Wohnung. Drölfzig Superskills haben.
Influencer ist ein Beruf und die Jungs und Mädels arbeiten hart daran ihr "perfektes Leben" passend in Fotos und Videos einzukleiden um es den gläubigen Massen da draußen vorzuführen.
Alles nur Fassade, wie mein Opa früher immer gesagt hat. Aber heutzutage ist diese schöne Fassade doch das wichtigste.
Ich selbst hatte keinen Welpenblues.
Nach 2 Wochen allerdings war ich völlig übernächtigt, ich hatte Heulattacken, ich wollte nicht aufstehen.
Aber nicht wegen Arren, dem kleinen Welpen.
Sondern weil meine Löle so überraschend eingeschläfert werden musste.
Der Welpe war mein Grund aufzustehen. Mein kleines wildes Licht in der Dunkelheit.
Und früher, bzw zum Teil auch heute noch, habe ich laut einigen Menschen einen an der Waffel weil ich so um einen Hund trauere.
Ist doch nur ein Hund! Was stell ich mich denn so an?
Hier im DF ist es normal das wir am Ende des Hundelebens mit unserer Trauer offen umgehen können.
Mit dem Schmerz, der uns zerreißt.
Obwohl jeder hier anders damit umgeht ist es doch völlig okay davon zu schreiben wie schlecht es einem geht. Das man kaum schläft. Das man viel heult. Das man kaum was runterbekommt wegen dem dicken Kloß im Hals.
Das man auch nach Jahren noch ein paar Tränen wegzwinkern muss wenn es um diesen Hund geht.
Warum aber ist es denn so ein Problem wenn man auch das Gefühlschaos des Anfangs mitteilt?
Die Angst diesem neuen, kleinen Lebewesen irgendwie zu schädigen.
Das man es nicht hinbekommt und das kleine Ding wieder weggeben muss.
All das kann lähmen, kann Angst auslösen.
Besonders bei Leuten die noch nie selbst einen Hund hatten, die oft noch garkeinen Hund irgendwie im Leben dabei hatten.
Sicher muss, soll und darf man auch sagen "Hey, komm, steiger dich da nun nicht so rein! Ist keine Raketenwissenschaft!" aber ist es nicht um vieles besser wenn die Leute hier aufschlagen bei diesen Ängsten anstatt das sie halt zum nächstbesten Trainer rennen der dann mit markigen Worten behauptet das Welpenverhalten XY natürlich unterbunden gehört und das am besten gleich noch 2 - 5 Prisen Dominanz in die Hundeerziehung gehört.
Ich persönlich helfe lieber jemand der vor lauter Angst das er versagt und dem Welpen schadet seit 3 Wochen kaum schläft als das ich mich mit jemand rumschlage der meint "Wird schon, Welpe kommt halt bei Abwesenheit ins Bad für die 8 Stunden" und sich sonst auch nicht viel Kopf drum macht.
Ersterem kann ich mit Ratschlägen und mit "Kopf hoch! Und hey, tief durchatmen!" viel besser helfen, denn letzterem ist jeder Rat eh egal und wie es dem Welpen geht juckt ihn auch nicht so wirklich.