Erste Lektüre 2020 beendet: Oyinkan Braithwaite, "My Sister, the Serial Killer". Hab es von meiner Mutter geschenkt bekommen und meine Erwartungen waren nicht allzu groß - umso toller war es dann, dass mich das Buch sehr positiv überraschen konnte.
Es ist eine bitterböse und zugleich anrührende Geschichte, die die Autorin erzählt: Die Protagonistin und Ich-Erzählerin hat eine sehr schöne, etwas naive jüngere Schwester, die - nicht zum ersten Mal - den aktuellen Partner getötet hat. Und weil Schwestern nunmal zusammenhalten, auch wenn Liebe und Hass in ihrer Beziehung häufig sehr eng zusammenliegen, hilft die Ältere der Jüngeren wieder mal, das hinterlassene Chaos zu beseitigen.
Komplizierter wird die Lage aber, als die schöne Ayoola ausgerechnet an Tade Interesse zeigt - der als Arzt in dem Krankenhaus tätig ist, in dem die Ältere, Korede, als Krankenschwester arbeitet. Und Korede ist schon lange heimlich verliebt in den charismatischen Doktor...
Klingt etwas abgefahren, und das ist es auch ein wenig - aber auf sehr erfrischende, unterhaltsame Weise. Der Schreibstil ist absichtlich sehr einfach und knapp gehalten, was aber gut zum Inhalt passt. Außerdem gelingt es der Autorin meiner Ansicht nach sehr gut, die Beziehung der Schwestern zu porträtieren (wer eine Schwester hat, wird verstehen, warum das eine recht vielschichtige und komplexe Sache ist).
Mir hat es gefallen.