Als mein Ersthund vor sieben Jahren hier einzog, hatte ich auch keine Ahnung, dass Leinenkontakte problematisch sein können. Ich hatte mir darüber einfach nie großartig Gedanken gemacht und in meiner damaligen Wohngegend waren und sind Leinenkontakte ziemlich alltäglich.
Allerdings entstand durch diese Kontakte bei meinem Ersthund natürlich die manchmal durchaus lästige Angewohnheit, bei anderen Hunden in Erwartungshaltung zu geraten, weil Artgenosse = Kontakt, juhu! Und das wieder aus einem Hund "rauszukriegen", dauert. Und kann einfach unangenehm sein, wenn man z.B. schnell von A nach B muss, aber ständig anderen Hunden begegnet und den eigenen Vierbeiner dann mühsam an denen vorbei bugsieren muss, weil er unbedingt hinmöchte.
Ich bin nicht per se gegen Leinenkontakte, aber mittlerweile passe ich auf, dass diese nicht überhand nehmen, dass ich möglichst nur Kontakte zulasse, die harmonisch verlaufen, und dass meine Hunde eben möglichst keine Erwartungshaltung aufbauen.
Mein Ersthund, ein unkastrierter Rüde, wollte früher übrigens mit allem und jedem spielen und freundlich sein. Das hat sich geändert, andere intakte Rüden findet er inzwischen gerade an der Leine meist ziemlich unnötig und wenn es da zu Kontakt kommt, könnte die Situation ziemlich schnell kippen. Hat also einfach keinen Mehrwert.
Meine Zweithündin ist eher ängstlich und fühlt sich schneller mal bedrängt, auch darauf nehme ich Rücksicht.