Hmm, manchmal stolpere ich durch eine Rezension erst über ein Buch und dann schreckt mich diese entweder ab oder macht mich neugierig. Wenn ich die Thematik interessant finde und die genannten Kritikpunkte jetzt nicht als total dramatisch empfinde, überwiegt meist die Neugier.
Im Vorhinein lese ich Rezensionen tatsächlich eher selten bewusst, hin und wieder halt mal...
Dafür lese ich Rezensionen gerne im Nachhinein, z.B. eben die Sterne-Bewertungen auf Portalen wie Amazon. Oder Besprechungen, wenn ein Buch mich aus irgendeinem Grund entweder besonders packt oder berührt oder aber mich ratlos und unbefriedigt zurücklässt. Wird sicher so sein, dass manchmal diese Rezensionen im Nachhinein dann auch meine eigene Beurteilung beeinflussen.
Ein besonders extremes Beispiel dafür ist wohl Yanagiharas "A Little Life". Ich habe es ja wirklich gerne gelesen und bis spät in die Nacht hinein, weil's mich einfach nicht losließ. Meine Rezension hier über dieses Buch war auch sehr positiv und wohlwollend.
Mittlerweile habe ich einige Rezensionen und Kritiken dazu gelesen und das hat auch meine Meinung zu dem Buch verändert. In dem Fall finde ich das aber tatsächlich gar nicht so übel, weil ich dadurch dazugelernt habe. Also ich hatte die Kritikpunkte, die daran geäußert werden, selbst einfach nicht so im Kopf bzw. hatte mich mit den dadurch entstehenden Problematiken nie so recht befasst - erschien mir dann aber alles sehr einleuchtend und ließ mich den Hype um den Roman anders sehen und ich hinterfragte dadurch auch, wie ich das Buch eben wahrgenommen und empfunden hatte.