Hab jetzt nach mehreren Jahren noch mal "The Widow" von Fiona Barton gelesen. Joa - zeitweise ganz netter Krimi/Thriller, aber zeitweise zieht sich die Handlung auch eher zäh wie Kaugummi dahin. Das liegt vielleicht auch an den Erzählperspektiven - geschildert wird der Fall um das aus einem Garten verschwundene Kleinkind Bella einerseits aus 1.Person-Sicht von der Witwe des Hauptverdächtigen, aber dann wird auch immer wieder zu der Journalistin Kate und dem in dem Fall tätigen Detective gewechselt, wobei Barton hier aus 3.Person-Perspektive erzählt. Polizeiarbeit kann, fesselnd und kurzweilig geschildert, ja durchaus interessant sein, leider hat Barton dies aber hier nur im Ansatz geschafft. Manches wirkte auch nicht sonderlich schlüssig oder realistisch und hinterließ bei mir eher Fragezeichen im Kopf als sonstwas.
Zudem fehlte einfach das überraschende Element, die große Wende - gut, das muss selbst in einem Roman dieses Genres nun auch nicht unbedingt sein, aber zumindest braucht die Story an sich dann ebne eine gewisse Wucht. Die fehlte mir hier aber.
"The Widow" ist nun kein Reinfall, aber ich denke, Barton wollte hier vielleicht ein zu großes Feld abdecken - über die Arbeit der engagierten Journalistin ebenso schreiben wie über die Ermittlungen der Polizei als auch eine Art Psychogramm der Witwe, von der man ja lange nicht weiß, inwiefern das, was sie behauptet, der Wahrheit entspricht -, was zeitzuweise zulasten der Qualität der eigentlichen Handlung ging.