Beiträge von Czarek

    Hund hat hier zum Beispiel einen arschteuren Adventskalender bekommen. Gäbe es zwei Hunde, gäbe es natürlich auch zwei Adventskalender (weil will ich halt so). Bei drei, vier, fünf Hunden wär das allerdings allein schon finanziell für mich absoluter Irrsinn

    Was hat das mit Hundehaltung gerecht werden zu tun?

    Du könntest auch Trockenfutter in eine leere Klopapierrolle stecken, das hat denselben Effekt. Und wenn du den Hunden gar nichts gibst, ginge es ihnen keinen Deut schlechter.

    Vielhund ist in meiner persönlichen Definition 1 Mensch mit etwa 10+ Hunden

    Ich würde die Grenze deutlich niedriger setzen. Es ist inzwischen recht geläufig, dass man auch mal 2 Hunde hat. Damit die zwei sich gegenseitig haben.

    Bei allem über 2 bist du ein Hundefanatiker.

    Ich lebe in einer Blase, in der die Leute mit 3 Hunden wenige haben. Gern 5, auch mal 7 oder 8. Gar kein großes Ding. Aber für normale Leute, die nicht Züchter oder Hundesportler oder aktive Tierschutzverfechter sind, ist das schon ziemlich crazy.

    Man darf sich nur von Eventualitäten nicht außer Tritt bringen lassen und muß ein wenig improvisieren können. Bzw einfach flexibel sein, um auf besondere Umstände eingehen zu können

    Man muss gar nichts. Man muss auch nicht x Hunde halten. Man muss nicht als einziges Hobby Hunde und deren Beschäftigung haben. Man muss auch nicht den letzten Cent in der Tasche für Hunde ausgeben oder die letzte freie Sekunde am Tag für die Hunde aufbringen. Man muss nicht flexibel sein oder ein Improvisationstalent, um eine Gruppe von Hunden überhaupt halten zu können.

    Das einzige, was man machen sollte, ist sich zu überlegen, wieso man sich nun noch einen Hund holen will, ob es im eigenen Konstrukt funktioniert und welche Funktion der xte Hund dann noch erfüllt außer "haben wollen".

    Ich würde jetzt glatt den nächsten Hund holen. Jetzt in 5 Wochen, es wäre ein traumhaft toller Welpe aus bester Hand. Eine Ehre, überhaupt einen Hund zu bekommen von dort. Mein persönlicher heimlicher Traum.

    Aber meine Umstände erlauben es nicht.

    Ich arbeite viel. Der Youngster ist nun mit 2,5 reif in der Birne und macht so richtig Spaß. Ich habe zwei Hunde, mit denen ich alles unternehmen kann, was ich möchte. Der alte kranke Hund würde keinen weiteren Welpen mehr verkraften. Der mittlere Hund hat gar keinen Bock auf weitere Rudelmitglieder.

    Noch ein weiterer Hund würde finanzielle Ressourcen verschlingen, die ich lieber für etwas anderes ausgeben möchte. Ich habe noch ein Leben, wo die Hunde nicht im Mittelpunkt stehen und wo sie zurück stecken. Ich hätte niemanden, der mir 4 Hunde abnimmt und sie versorgt im Notfall.

    Ich hab gerade persönlich wenig Lust wieder bei Pipikacka und Alleinebleiben und Rückruftraining anzufangen, wo ich endlich mit zwei aktiven Hunden wieder durchstarten kann. Der Oldie verschlingt Ressourcen, nicht nur zeitlich und finanziell, sondern auch, weil ich mir Sorgen um ihn mache, ihn extra betüddele, er nun gesondert raus kommt, eine OP ansteht usw usf.

    Wozu also noch ein weiterer? Weil haben? Was würde mir der neue Hund mehr geben, was ich nicht schon habe? Wie viel Mehrarbeit würde er mir machen? Welches Netzwerk müsste ich mir zusätzlich schaffen, das ihn auffängt, wenn ich wie jetzt aus gesundheitlichen Gründen nicht laufen darf?

    Passt er in meine Hundegruppe derzeit? Wäre ich bereit meine Hunde so zu regeln und das Zusammenleben hier zu gestalten, dass jeder seine Ruhe und Distanz und seine Sozialkontakte und all das hat?

    Klar will ich den haben. Ich schmelze regelrecht. Die Gelegenheit ist zum Greifen nah.

    Aber ganz objektiv muss ich sagen: nö passt nicht. Und hat auch in dem Sinne keinen "Mehrwert". Meine Hunde sind eine gute Gruppe, ich habe noch genug Pläne mit ihnen. Ich habe Hunde, die auch Vorstellungen vom Zusammenleben haben und denen ich schuldig bin, auch darauf zu achten.

    Klar ginge es irgendwie. Ein weiterer Hund bei einer Hundeguppe ist jetzt keine lebensverändernde Entscheidung für den Rest meines Lebens. Ich bin sicher, mit Geduld und Konsequenz und einem längeren Atem wäre ein weiterer gut ausgesuchter Hund hier auf Dauer eine Bereicherung und man hat ja auch bestimmten Gründen mehrere Hunde.

    Aber aktuell ist mir das Investment, das ich geben müsste, zu viel. Und da muss ich auch nicht flexibel sein oder improvisieren oder sonstwas. Ich muss nur mal vorher darüber nachdenken, wieso ich einen 4. Hund haben will. Niemand "braucht" so viele Hunde, der nicht gerade damit arbeitet oder züchtet. Die Frage ist berechtigt wieso man dann so viele hat als Freizeithundehalter.

    Wer kann das besser beurteilen als der Halter?

    Ich finde schon, dass man gerade von außen gespiegelt bekommen kann und das sinnvoll ist, wenn da jemand von außen einen Einblick hat. Mit Einblick meine ich nicht Vorurteile und Pauschalisierungen, sondern wirklich einen Einblick in das Leben des Menschen mit seinen Hunden.

    Beim Grooming habe ich oft genug Leute kennengelernt, die ihre Hunde lieben und wo die Hunde trotzdem teilweise arg verwahrlost bis hin zu medizinisch behandlungsbedürftig waren. Die hatten da gar keine Rückmeldung dazu. Und selbst wenn es diese Rückmeldung gab, haben die die Bedingungen trotzdem nicht geändert oder sind mal zum Arzt mit den Tieren.

    Ich nehme nicht an, dass meine Form der Haltung die beste und einzig richtige ist. Aber ich maße mir durchaus an in bestimmten Momenten zu bewerten, ob etwas einem bestimmten Hund oder einer ganzen Gruppe Hunde gut tut oder ob die Haltung insgesamt adäquat ist.

    Kommt das nicht total auf die eigenen Umstände, die Hundeguppe und die Vorstellung von "gerecht werden" an?

    Ob man jetzt allein Hunde hält oder in einer Partnerschaft oder als Familie mit (kleinen) Kindern. Ob man Vollzeit arbeitet oder nur Teilzeit, ob man sich seinen Arbeitstag flexibel gestalten kann oder sehr fix ist im seiner Planung. Wo lebt man, wie geht man spazieren, wie beschäftigt man die Hunde. Was sind das für Hunde, die die eher geeignet für Gruppenhaltung oder nicht so verträglich in der Gruppe? Mache ich mit allen zusammen dasselbe oder überhaupt mehr als Spazieren oder arbeite ich jeden Tag einzeln einen anderen Hund? Wie bin ich aufgestellt, habe ich noch andere Hobbys oder widme ich mein ganzes Leben der Hundehaltung. Habe ich ein soziales Netzwerk, wo die Hunde notfalls unterkommen? Kann ich finanziell alle Hunde tragen, selbst wenn alle gleichzeitig (chronisch) krank sind? Denke ich lange im Voraus oder reicht es mir im Moment zu leben? Wie stelle ich mir ein "gutes Leben" für die Hunde vor, wie viel Energie bin ich bereit da rein zu stecken, in Konflikten zu regeln und dauerhaft präsent zu sein? Usw usf.

    Als ich gebarft habe, hatte ich Aufbewahrungsdosen aus Glas mit Plastikklippdeckel. Da waren die Portionen schon drin, die Hunde haben direkt daraus gefressen. Ich brauchte keine extra Näpfe mehr. Aber in die Spülmaschine ging das trotzdem alles, ich will das heiß gespült haben. Habe erst kochendes Wasser rein getan und dann in der Spülmaschine nochmal waschen lassen.

    Später meldete er sich und meinte es wäre doch okay und er würde Charlie dann zuhause lassen

    Hey das ist ja klasse, dass ihr geredet habt und dass er deinen Wunsch entspricht und zu euch ohne den Hund kommt. 10min Fahrt sind ja nun auch nicht so viel und wenn der Hund sonst auch alleine bleibt, wenn die beiden arbeiten, dann passt das doch. Vielleicht könnt ihr auch vorher zusammen als Vater Tochter eine Runde mit Charlie spazieren gehen, dann fühlt sich dein Vater nicht so, als würdest du den Hund komplett ablehnen. Und nach einem schönen Spaziergang hat man auch kein schlechtes Gewissen den Charlie für einen Besuch allein zu lassen.