Man darf sich nur von Eventualitäten nicht außer Tritt bringen lassen und muß ein wenig improvisieren können. Bzw einfach flexibel sein, um auf besondere Umstände eingehen zu können
Man muss gar nichts. Man muss auch nicht x Hunde halten. Man muss nicht als einziges Hobby Hunde und deren Beschäftigung haben. Man muss auch nicht den letzten Cent in der Tasche für Hunde ausgeben oder die letzte freie Sekunde am Tag für die Hunde aufbringen. Man muss nicht flexibel sein oder ein Improvisationstalent, um eine Gruppe von Hunden überhaupt halten zu können.
Das einzige, was man machen sollte, ist sich zu überlegen, wieso man sich nun noch einen Hund holen will, ob es im eigenen Konstrukt funktioniert und welche Funktion der xte Hund dann noch erfüllt außer "haben wollen".
Ich würde jetzt glatt den nächsten Hund holen. Jetzt in 5 Wochen, es wäre ein traumhaft toller Welpe aus bester Hand. Eine Ehre, überhaupt einen Hund zu bekommen von dort. Mein persönlicher heimlicher Traum.
Aber meine Umstände erlauben es nicht.
Ich arbeite viel. Der Youngster ist nun mit 2,5 reif in der Birne und macht so richtig Spaß. Ich habe zwei Hunde, mit denen ich alles unternehmen kann, was ich möchte. Der alte kranke Hund würde keinen weiteren Welpen mehr verkraften. Der mittlere Hund hat gar keinen Bock auf weitere Rudelmitglieder.
Noch ein weiterer Hund würde finanzielle Ressourcen verschlingen, die ich lieber für etwas anderes ausgeben möchte. Ich habe noch ein Leben, wo die Hunde nicht im Mittelpunkt stehen und wo sie zurück stecken. Ich hätte niemanden, der mir 4 Hunde abnimmt und sie versorgt im Notfall.
Ich hab gerade persönlich wenig Lust wieder bei Pipikacka und Alleinebleiben und Rückruftraining anzufangen, wo ich endlich mit zwei aktiven Hunden wieder durchstarten kann. Der Oldie verschlingt Ressourcen, nicht nur zeitlich und finanziell, sondern auch, weil ich mir Sorgen um ihn mache, ihn extra betüddele, er nun gesondert raus kommt, eine OP ansteht usw usf.
Wozu also noch ein weiterer? Weil haben? Was würde mir der neue Hund mehr geben, was ich nicht schon habe? Wie viel Mehrarbeit würde er mir machen? Welches Netzwerk müsste ich mir zusätzlich schaffen, das ihn auffängt, wenn ich wie jetzt aus gesundheitlichen Gründen nicht laufen darf?
Passt er in meine Hundegruppe derzeit? Wäre ich bereit meine Hunde so zu regeln und das Zusammenleben hier zu gestalten, dass jeder seine Ruhe und Distanz und seine Sozialkontakte und all das hat?
Klar will ich den haben. Ich schmelze regelrecht. Die Gelegenheit ist zum Greifen nah.
Aber ganz objektiv muss ich sagen: nö passt nicht. Und hat auch in dem Sinne keinen "Mehrwert". Meine Hunde sind eine gute Gruppe, ich habe noch genug Pläne mit ihnen. Ich habe Hunde, die auch Vorstellungen vom Zusammenleben haben und denen ich schuldig bin, auch darauf zu achten.
Klar ginge es irgendwie. Ein weiterer Hund bei einer Hundeguppe ist jetzt keine lebensverändernde Entscheidung für den Rest meines Lebens. Ich bin sicher, mit Geduld und Konsequenz und einem längeren Atem wäre ein weiterer gut ausgesuchter Hund hier auf Dauer eine Bereicherung und man hat ja auch bestimmten Gründen mehrere Hunde.
Aber aktuell ist mir das Investment, das ich geben müsste, zu viel. Und da muss ich auch nicht flexibel sein oder improvisieren oder sonstwas. Ich muss nur mal vorher darüber nachdenken, wieso ich einen 4. Hund haben will. Niemand "braucht" so viele Hunde, der nicht gerade damit arbeitet oder züchtet. Die Frage ist berechtigt wieso man dann so viele hat als Freizeithundehalter.