Nein. Es hat sich in vielen Hundeschulen und bei vielen Haltern mitlwerweile eingebürgert, den Hunden eine, mit aller Macht durchgesetzte, sagen wir mal vermenschlichte Gesellschafts-Konformität aufzuzwingen (man möchte ja nicht anecken, nicht auffallen und alles soll immer reibungslos verlaufen). Es gibt da ja diese lustigen Begiffe des ungezogenen, unverschämten oder sogar "unöflichen" Hundes. Also Begrifflichkeiten, die ausschließlich im menschlichen Empfinden Raum haben, bei Hunden aber eher lächerlich und völlig unangebracht sind. Das ist nicht die Schuld der Hundeschulen, sondern einfach eine Frage der (bezahlten) Nachfrage.
Wenn ein Hund sich gegenüber einem anderen oder einem Menschen nicht benehmen kann, würde ich den auch durchaus als "unhöflich" bezeichnen. Hunde, die sofort auf einen zurennen zB. Oder auch gern Hunde, die auf mich zu rennen und dann penetrant an meinem Leckerliebeutel hängen. Das empfinde ich als unerzogen und unhöflich.
Wenn man aber nur noch darauf bedacht ist, dass Hund sich vollständig gesellschaftskonform verhält, ohne darauf zu achten, wie er insgesamt gestrickt ist, passiert genau so was. Das verhält sich da ähnlich, wie die anerzogene und immer noch zunehmende Leinenagressivität, die man in den letzten 20 Jahren wunderbar beobachten konnte. Und da solche gesellschaftskonformen Verhaltensweisen ja schnell von statten gehen sollen, wird eben nicht hundespezifisch, sondern ergebnisorientiert trainiert. Das Ergebnis ist dann das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen wollte. Ein äußerst angespannter, statt ein ruhiger und zurückhaltender Hund. Es ist nur leider so, dass viele HH nicht begreifen, dass gerade ihr Wunsch nach einem voll funktionierendem Gesellschaftshund, der sich quasi schon menschlich verhalten muss, nicht selten genau DAS Verhalten auslöst, dass sie eigentlich nicht wollen.
Deswegen sagen ja viele, dass es gar nicht so einfach ist, einen Hund zu haben, der wirklich gesellschaftsfähig ist und dass ein "Begleithund" als Zuchtziel mancher Rassen echt legitim und ziemlich schwer zu erreichen ist.
Ich frage michimmer wieder was manche HH glauben, ihrem Hund beizubringen, genau dann in Platz zu gehen (bzw. sie sofort anleinen), wenn andere Hunde kommen. Das ganze oft begleitet durch ein riesen Brimborium der "Aufregung". Da werden die Hunde fast mit Leckerlie zugeschmissen,
Ist doch eine schöne Entwicklung, dass Hunde heutzutage mit Leckerlie "zugeschmissen" werden. Kann dir ja 1. egal sein und 2. auf jeden Fall besser als Stachler und Reinenruck oder Wurfkette wie noch vor ein paar Jahren.
man tanzt vor den Hunden rum udn verperrt ihnen die Sicht (wie gut das es dicke Hintern gibt)
Geht's noch? Jetzt echauffierst du dich schon über die Pogröße anderer Menschen.
oder drückt sie mit Gewalt runter, währen die eigene Anspannung mit jeder Bewegung des eigenen Hundes weiter ansteigt). Irgendwan ist dann der Hund vorbei und alles ist wieder gut... und was hat Hund gelernt? Irgendwas stimmt nicht mit anderen Hunden... die muss ich in Zukunft GANZ BESONDERS im Auge behalten, warum macht Herrchen/Frauchen sonst so ein Theater? Das die Angst und die Aufregung nicht dem anderen Hund, sondern ihm selbst gilt (er könnte ja doch aufspringen, "Hilfe, der beachtet mein hektisch vorgehatlenes Leckerlie ja gar nicht...", werden die wenigsten Hund verstehen.
Die Leute rufen dir auf der Suche nach Hilfe zu?
Der Hund nach nachweislich 20000 Jahre an der Seite des Menschen ge- und überlebt und hat sich unendliche vielen verschiedenen Umständen angepasst (Im Gegensatz zum Menschen kann der das ziemlich schnell). Es hat aber nur ca. 25 bis 30 Jahre gebraucht, um unsere Sozial- und Kontaktprobleme auf ihn zu übertragen. Eigentlich schade.
Kennt man ja die Leute der Steinzeit, die mit ihrem Hund Gassi gehen und sich dann absprechen, ob sie ableinen oder nicht.