Ich würde an eurer Stelle den Hund erstmal gar nicht ableinen, sondern ihn an einer Schleppleine oder einer Flexileine laufen lassen.
Außerdem würde ich direkt das ganze Ballwerfen und alles, was mit jagen und fangen zu tun hat, unterlassen. Als Alternative könnt ihr zB Futterspuren legen, Kuscheltiere verstecken, zusammen über Baumstämme balancieren und generell nur Dinge machen, woihr merkt, der Hund ist mit dem Kopf bei euch. Dazu passen auch super ganz kurze Sequenzen Sitz und Bleib, Ablegen und Bleib, Leckerchen erst auf Kommando fressen usw. Da gibt es viele Spielchen, wo der Hund wirklich fertig hinterher ist, ohne dass er kopflos hetzt. Alternativ gibt es ja inzwischen wirklich zahllose Beschäftigungen in der Hundeschule oder dem Hundesportverein.
Das mit dem Hinterherhetzen kenne ich von meinem Terriermix auch in einer bestimmten Situation. Wenn ich weiß, wann es auftritt, nehme ich ihn vorher schon ran und lenke ihn ab oder gehe auf Abstand.
Anderen Haltern würde ich kommunizieren, dass kein Kontakt gewünscht ist und dass euer Hund auch evtl tackert. Andere Hunde zu blocken, kann man lernen. Klar schafft man das nicht immer nach Lehrbuch, aber dass er sofort ankommende Hunde attackiert, zeigt ja, dass er anscheinend meint sich verteidigen zu müssen und dann lieber nach vorn geht. Herrchen regelt es nicht, also muss ich mich selbst mit Zähnen wehren. Evtl würde da auch ein Maulkorb nach entsprechendem Training gut helfen. Nicht nur wegen des Beißens, sondern weil um Hunde mit Maulkorb ein Bogen gemacht wird.
Ein Trainer kann euch gut zeigen, welche Methode bei euch Früchten kann, um an der Leine an anderen Hunden vorbei zu gehen, ohne dass es Krawall gibt.
Ich glaub, ihr müsst euch da nochmal ein bisschen reinfuchsen und ein paar Dinge überdenken, wie ihr das bisher gehandhabt habt.
Das Ziel ist ja, dass der Hund ausgelastet und ruhiger wird und ihr entspannter spazieren gehen könnt. Das funktioniert aber nur, wenn er vom Kopf her bei euch bleibt und darauf vertraut, dass er nicht selbst handeln soll, wenn ihm die Situation zu viel ist.
Da ist anscheinend einiges schon in den letzten zwei Jahren gelaufen, von dem ihr aus Hundesicht nicht so viel mitbekommen habt. Nun ist der Rüde fast erwachsen und die Verhaltensmuster haben sich etabliert ![]()