Beiträge von Czarek

    Hallo Mikkki,

    Ich kenne das Problem mit dem "Rudelbeschützer". Seitdem hier ein zweiter Hund wohnt und es definitiv "das Baby" unserer älteren Hündin ist, wird auch erstmal ganz genau abgecheckt, ob der kleine Hund denn mit anderen fremden Hunden spielen darf. Also wie bei euch, nur dass es eben wirklich "ihr Welpe" und somit die Verbindung ungleich stärker ist als bei einem Gassifreund.

    Ich bin da zwiegespalten.
    Einerseits: wenn ich mit meinen Hunden alleine spazieren gehe (oder ihr allein mit Freunden) und die Hunde miteinander spielrn, muss da eigentlich wirklich kein dritter Unbekannter hinzu kommen.
    Andererseits: wenn ich es erlaube, dass ein weiterer Hund hinzu kommt, wenn zB die Chemie zwischen Junghund und Fremdling sehr gut passt, möchte ich auch nicht, dass meine Alte meint Chef spielen zu müssen. Am liebsten wäre es, wenn ich sage, ist gut jetzt, sie darf das, ich passe auf.
    Das klappt hier auch noch lange nicht immer, aber ich habe quasi das Signal genommen, das ich auch nehme, wenn sie an der Tür bellt und wacht.

    Bei Gruppenspaziergängen würde ich einfach drauf achten, dass ihr zusammen los geht (oder du evtl später hinzu kommst) und alleine bleibt, ohne dass dauernd andere Hunde hinzu kommen.

    So ugewöhnlich ist das ja nun auch nicht, wenn man in fester Konstellation unterwegs ist.

    Ich glaube, jemand, der sich hier anmeldet, die Zeit nimmt seine Gedanken ordentlich zu formulieren, seine Lage zu sondieren, seine Situation zu schildern und evtl sogar schon Rassen im Kopf hat, braucht gar nicht mehr im Dogforum zu fragen :tropf:

    Das sind so viele Gedanken und Mühen schon vorher gewesen, dass man genau diesen Leuten zumeist auch zutraut keine großartigen Empfehlungen mehr zu brauchen. Die sind schon "halb fertig" und liegen meistens nicht mehr so super falsch mit den favorisierten Rassen.

    Die Leute, die eigentlich eine Beratung (insofern das überhaupt über PC bei Fremden möglich ist) bräuchten, weil sie sich wirklich überhaupt keine Gedanken gemacht haben und eh nicht so viel über die Voraussetzungen nachgedacht haben oder sich irgendwie informiert haben, die melden sich nicht an und fragen und informieren sich.
    Die holen sich einen Hund, merken es läuft nicht so ganz und dann melden die sich vielleicht an, weil eine kostenlose Onlineberatung allemal günstiger und weniger aufwendig ist als ein professioneller Hundetrainer, der sich das mal genauer anguckt, schonungslos die "echte" Wahrheit sagt (weil er sie vor Ort beurteilen kann), Aufgaben gibt, sie kontrolliert und dann auch noch 50Euro aufwärts die Stunde nimmt.


    Ich würde hier also nach Rassen fragen, um weitere Ideen zu kriegen, was es denn alles so gibt und worauf ich noch nicht so schnell gekommen bin.

    Ich glaube nicht, dass jemand trotz Schreiben einschätzen kann, wie ich lebe, ob ich ein lauter oder eher sensibler Typ bin, wann ich womit überfordert bin usw.
    Deswegen würde ich mir zB auch keine Rasse ausreden lassen, über die ich ausschließlich Informationen haben möchte.

    Oder ich würde fragen, was die Forumsgemeinschaft von meinen vorher raus gesuchten Rassen hält und mir durchlesen, wie die Hunde außerhalb dieser tollen glatten Rassebeschreibungen sind, die mich immer an Arbeitszeugnisse erinnern, wo "emphatisch und freundlich" nicht dasselbe zu sein scheint, als man eigentlich unter freundlich und emphatisch versteht :ugly:

    Da sehe ich aber wiederum das Problem, dass im DF sich so dermaßen eingefleischte Rassenfans tummeln, die (über)engagiert mit ihren Hunden Sport machen, auf Ausstellungen gehen, generell sehr aktiv sind und ihre Hunde natürlich sehr gern präsentieren (ich schließe mich da nicht aus), dass es das Bild der Hunde an sich vielleicht ein bisschen zu sehr ins Extreme dreht. Das DF ist nicht die normale Hundewelt.
    Zumal die Threads hier generell spätestens ab Seite 4 abdriften (und dann erst interessant werden :applaus: ).

    Ich selbst würde also gar nicht in einem Forum fragen und das irgendwie zur Diskussion stellen, sondern ich würde hier eher ganz viel über die Rassen lesen, in alten Threads stöbern und dann die Hunde in Natura angucken, um mit "normalen" Leuten beim Spaziergang zu quatschen und dann Züchter besuchen, um ein Feeling für die interessanten Rassen zu kriegen. Dazu würde ich mich in Rasseforen anmelden und dort nach Gassi-Bekanntschaften fragen. Also schnell in die Praxis rein.

    Wenn dein Partner wirklich eine Fortbildung zum tiergestützten Therapeuten machen möchte, wäre es auch ganz sinnvoll sich sowas bei Kollegen mal anzugucken und vielleicht auch bei einer Ausbildungsstelle anzurufen und die mal zu dem Thema zu befragen. Die Leute müssten euch ja auch sagen können, welche Hunde besonders oft genommen werden.

    Oder man schaut auch in den Besuchshundedienst rein und hospitiert dort. Wir gehen zB in ein Heim für psychisch kranke Erwachsene, die nicht mehr in der Geschlossenen sein müssen und Strukturen neu lernen. Allerdings sind das eben alles keine Therapeuten. Es gibt keinen Therapieplan, nicht das Wissen usw. Aber vielleicht reicht es ja für einen Eindruck. Wenn du magst, schreib mir eine PN, vielleicht ist da ja ein guter Verein in der Nähe.

    Zum Thema anfassen lassen und Reserviertheit: ein Hund, der das gar nicht mag, wird sich wahrscheinlich nie gern anfassen lassen. Ein Hund, der aber gut in seine Aufgabe eingeführt wird, auf den man als Hundeführer achtet und der lernt Spaß an seiner Aufgabe zu haben, ist so tief drin in seinem Arbeitseifer, dass er wirklich "arbeitet". Und dann sind deine normalen Charaktereigenschaften in seiner Freizeit nicht unbedingt deckungsgleich.
    So ist das zB mit meinem Terriermix. Kaum wird das Lätzchen übergezogen, schon ist sie voll motiviert und super cool und absolut charmant, lieb, lustig, anschmiegsam. Und im Alltag ist die kein Kuschler, erst recht nicht bei Fremden.

    Ich sage nur kurz was zum Therapie-Hund: die Rasse ist wirklich nicht so wichtig.

    Ob Klein, ob Groß, beides hat seine Vor- und Nachteile. Und die Patienten haben auch alle ihre Vorlieben, die manch ein Hund mal besser, mal schlechter erfüllt. Es gibt Herrschaften, die öffnen sich zB nur komplett bei Schäferhunden, weil die eben früher Schäferhunde hatten. Manche mögen generell nur die kleinen weißen Lustigen, da bin ich dann mit meiner sehr beliebt.
    Das ist zumindest meine Erfahrung aus dem Besuchshundedienst. Bei uns sind alle möglichen Rassen vertreten, vom Neufundländer über Terrier, Pudel, Dalmatiner, Schäferhunde, Cocker, Möpse bis hin zum Malteser.

    Du suchst ja schon generell nach Rassen, die offen, allgemein recht umgänglich und freundlich sind.
    Da kann man mit einem guten Züchter und dem richtigen Welpen auch noch die "Perle" rauspicken und nicht zuletzt ist ein großer Teil auch Ausbildung und Spaß des Hundes an der "Arbeit".
    Therapiehundarbeit ist viel mehr als rumliegen und mal streicheln lassen.

    Vielleicht wäre auch eine Rasse interessant, über die man ins Gespräch kommt und die außergewöhnlich aussieht wie zum Beispiel ein Chinese Crested Dog. Das wäre bestimmt auch sehr interessant für die Menschen.
    Aber bei der Rasse bzgl Therapiehundarbeit brauchst du dir eher weniger Gedanken machen. Maximal wären Allergie, Haare und Sabbern ein Thema.

    Ich war heute das erste Mal mit Hundi joggen. War die Kleine verwirrt, als Frauchen losgewatschelt ist und gar nicht mehr aufgehört hat. Da muss man ganz ganz brav Beifuß laufen, das ist das sicherste xD

    Bin total begeistert! 10min hin, Minipause und planschen im Wasser, dann 10min zurück.
    Frauchen hat ein putterrotes Gesicht und muss noch viel tun, um fit zu werden :headbash: Der Hund ist schön gleichmäßig neben mir hergetrabt wie sonst auch. Passiert haben uns 5 Radfahrer und zwei Skater. Beim 2. Skater habe ich zu früh losgelassen und sie ist doch hinterher gesprintet...Und ließ sich super stoppen und abrufen :herzen1:

    Ich glaube, so gaaanz langsam kann ich mich jetzt steigern. Super, dass ich jetzt so einem Motivator an meiner Seite habe!

    Hach ich bin so verliebt in die Süße :herzen1:

    Hier geben einige User ihre Erfahrungen so wieder, dass man als Neuling echt das Gefühl bekommt, jeder Hund hätte so unendlich hohe und individuelle Ansprüche, dass man keinem Hund gerecht werden kann. Erst recht nicht, wenn man Kinder hat, keine Zeit oder Lust mehrmals die Woche in die Hundeschule zu gehen, wenn man normal arbeitet...

    Rät man zu einer Rasse, kommt sofort jemand, dass diese Rasse ja auch nicht so einfach wäre.

    Dazu noch die Diskussion, ob überhaupt Groß oder Klein, ob Züchter oder Tierheim...

    So geil. Typisch Dogforum...

    Berner sterben früh - kann dir aber auch mit einem Dackel passieren.

    Große Hunde kann man nicht halten - dich kann aber auch Jack Russell umreißen.

    Hunde haaren, sabbern und machen Dreck - ach wirklich.

    Dann vielleicht doch ein Pudel, zu dem wird hier eh in 90% der Fälle geraten. Doof nur, dass der ebenso alles mögliche mit nach Hause schleppt.

    Große Hunde sind ruhige Bären, kleine Hunde sind Wadenbeißer und unerzogene Kläffer. Also doch den großen ruhigen Bären.

    Landseer sind große gefährliche Hunde mit ordentlich Schutztrieb und nicht familiengeeignet.

    Dann lieber ein Golden Retriever, der ist der perfekte Ersatz, wenn man einen Hund haben will, der weniger sabbert und haart. Ansonsten Berner oder Bernhardiner, die ja wirklich viel weniger groß sind, weniger haaren und sabbern...

    Alle Eltern mit Kindern ohne Hunde haben ein Hygieneproblem und lassen ihre Kinder nicht mit Kindern aus Hundehaushalten spielen.

    Usw usf. :roll: Ihr seid super :bindafür: :bindafür: :bindafür:


    Liebe TE,
    Ich glaube es ist bewusst geworden, was auf euch zukommen könnte und was ihr für Voraussetzungen ihr bedenken müsst.

    So, genug Horrorgeschichten. Lernt die Hunde doch mal kennen. Habt ihr die Hunde schon live gesehen, länger erlebt und mit Fachmenschen gesprochen, die Landseer halten?

    Ich war dieses Wochenende auf einem Seminar und habe mich mit einer eingefleischten Landseer-Halterin unterhalten, die ihre Hunde als Therapie- und Besuchshunde führt, selbst ausstellt usw. Ich habe die Hunde als sehr freundlich, zugewandt und eher ruhig kennengelernt. Eigentlich genau das Klischee, das sich bei mir immer wieder bestätigt, wenn ich auf Landseer treffe (wobei ich auch immer nur super Halter treffe). Wenn du magst, frage ich mal, ob ihre Nummer an dich weitergeben kann. Hier kennen doch auch mehrere Leute Landseer-Halter, an die könnte man ja weiterleiten.

    Vielleicht wäre es besser direkt auf Tuchfühlung zu gehen als seitenweise zu lesen, wie schlimm große Hunde sind (und jetzt auch wieder, wie schlimm kleine Hunde sind..). Dazu kann man auch Züchter kontaktieren oder auf Hundeausstellungen gehen und am Rande mit den Leuten ins Gespräch kommen.

    Manchmal erledigt sich dann der Wunsch nach genau dieser Rasse ganz von selbst :pfeif: Irgendwann hatte jeder eingefleischte Hundehalter seinen allerersten Hund. Es ist toll, dass ihr euch Gedanken macht und nach einer passenden Rasse sucht. Schaut euch doch mal um in der Hundewelt!