Nochmal, es geht doch darum, dass solche Tests stattfinden sollten als Voraussetzung für die Zuchtzulassung, für die Nachzuchtbeurteilung und zur Zuchtwertschätzung.
Hab ich beispielsweise einen Rüden und der ist im Wesen gut und deckt 5x, lass da mal 20 Welpen raus kommen. 15 machen den Test, davon hat einer eine gesteigerte Geräuscheangst, dann kann man sagen: jo, das ist jetzt kein Grund, um darauf zu achten. Wer weiß wieso der das hat. Wenn jetzt aber 10 von 15 ängstlich sind, vielleicht nicht nur bei knallenden Autotüren, sondern allgemein auch in anderen Bereichen, dann weiß ich als Besitzer, dass mein Rüde tendenziell unsicheres Wesen vererbt und kann mir so meine Gedanken machen, ob das so im Sinne der Rasse sinnhaft ist.. Oder andere Züchter sehen das und überlegen. Oder es sind vielleicht nur die Nachzuchten draus schisserig, die aus zwei Hündinnen derselben Linie kommen, dann weiß ich, ah ja ok, das harmoniert nicht so gut, das sollten wir meiden, mit anderen Linien scheint das Problem nicht zu bestehen.
So und was hat man heute? Hunde der FCI Gruppe 9 müssen gar nichts können.. Mein Beispiel Pudel: keine Ausstellungspflicht, keine Nachzuchtkontrolle, kein Wesenstest, keine Turniere um mal hinzufahren und zu gucken wie bei Gebrauchs- oder Jagdhunden. Ich muss mich darauf verlassen, dass ich erstens überhaupt Kontakt habe zu den Nachzuchtbesitzern und zweitens komplett auf deren Beschreibung. Es gibt auch keine Sperre als Konsequenz wenn was auffällt, keine Wesensbeurteilung bei der ZZL.
Im Gegenteil, manche Züchter pinkeln sich noch gegenseitig ans Bein und munkeln dem Hund als Vererber dann ein schlechtes Wesen oder irgendwelche nicht nachvollziehbaren Gesundheitsprobleme an. Das Gegenteil nachweisen kann man nicht, denn es gibt ja nichts, wo man sagen kann: Guck, das stimmt gar nicht, diese und jede Nachzuchten waren alle im Test und haben bestanden.
Und da wäre mir jeder Test lieber als gar nichts in der Hand, muss ich sagen.. Selbst die BH, die ja ganz offensichtlich reine Dressur ist und wo Hunde bestehen, die während der Prüfung abhauen oder markieren gehen, wäre mir lieber als nix in der Hand.
Aber wie hier schon des öfteren ganz offen kommuniziert wurde, ist die Bereitschaft der Besitzer von "nur zum Liebhaben"-Hunden so gering, ihren Teil dazu beizutragen oder sich für einen Tag im Leben zur Verfügung zu stellen, dass das eh nie klappen wird. Weil diese Leute sich eben als Endverbraucher sehen. Sie wollen einen gut gezogenen Hund vom Züchter, aber dazu beitragen, dass man die Rasse erhält, das ist schon zu viel.
Aber das ist ja in jedem Bereich so, bisschen Eigenengagement ist ja schon zu viel des Guten. Oder sich mal für etwas einsetzen, was einem wichtig ist..
Stattdessen gibt es eine ominöse Masse an Menschen, die eine ominöse Masse an Begleithunden als wesensschwach empfindet. Ich persönlich kenne so viele wesensschwache Hunde der Gruppe 9 zum Beispiel nicht. Ja, viele schlecht erzogene. Aber der Großteil der Hunde sind gerade in ihrer Unerzogenheit offene, umgängliche, leichtführige und umweltsichere Hunde, die wenig Probleme machen und vom Wesen her in Ordnung sind.