Ich wohne hier im städtischen Naherholungsgebiet 20min aus der Stadt raus, Vogelschutzgebiet, mehrere Seen vor der Haustür usw.
Also im Sommer muss ich schon sagen, dass ich auf unserem Seerundweg nicht zu finden bin (bzw nur vor 6Uhr morgens). Mit den Hunden ist es mir zu voll. Da rennt einmal jeder um den See, Jogger, Radfahrer (insbesondere die Ebike Fahrer, die weder Bremse noch Absteigen kennen), Kinderwagen, Gruppen von Menschen, Familien, Hundehalter. Dazu ist das ein landwirtschaftlich benutzter Weg, dir kann auch ein Traktor inklusive Anhänger entgegen kommen.
Es ist mit den Hunden zu voll, sie müssten permanent an der kurzen Leine gehen. Für so einen Übungsspaziergang mit einem jungen Hund super, aber Erholung ist das nicht. Im Winter oder bei Regen durchaus nett, weil man da viel weniger Leute trifft.
Was mich stört, ist vor allem der Dreck. Leute werfen ihren Müll in die Büsche am Wegesrand, erleichtern sich selbst, überall Taschentuchhaufen, Glasmüll, viel gesplittertes Glas, ins Schilf geworfene Windeln. Wir haben hier ein paar Stege aber Badeverbot. Was machen die Leute? Gettoblastermusik, leere Pizzakartons und Dönertüten, Lagerfeuer, schwimmen. Generation Fridays for Future benimmt sich nicht sehr vorbildlich leider. Richtig geil im Schutzgebiet. Jetzt im schönen Mai wurden mehrere Wege mit Baugitter gesperrt, weil es in den vergangenen Jahren so viel Müll und Probleme gab, dass sämtliche Zuwege direkt zum Wasser gesperrt wurden. Das sind meine morgendlichen Gassiwege eigentlich.
Ich gehe dann hinten raus in die Felder. Hab zum Glück genug Ausweichmöglichkeiten, sobald man hier von den Touristenwegen abgeht, hat man zum Glück noch seine Ruhe.
In Bezug auf Hunde: Die Hunde rennen auf den geschützten Wiesen rum und kacken die Wege und die Futterwiesen voll. Es ist eigentlich überall Leinenpflicht, die Bauern, die die angrenzenden Wiesen bewirtschaften, sind super angepisst.
Das hat für mich zur Folge, dass ich beispielsweise nirgendwo bei einem Bauer Fährtenfläche bekomme, die sind absolut schlecht auf Hundebesitzer zu sprechen.
Ansonsten mag ich es eigentlich, wenn im Dorf was los ist. Wir haben noch eine Dorfkneipe, die macht im Frühling und Sommer ihr Hauptgeschäft mit den Touristen, die dort Kaffee trinken, Waffeln oder Schnitzel essen. Das ist schon eine nette Stimmung.
Es sind eben die Leute, die rücksichtslos sind, die einen nerven. Wenn Leute ihren Müll und die Kacke ihrer Hunde mal wieder mitnehmen würden, zuhause aufs Klo gehen oder auch mal vom Rad steigen anstatt durch die Menschenmengen zu rasen, wäre es deutlich angenehmer. Und man merkt sich ja doch eher die schlechten Begegnungen, die durch die Menschenaufläufe prozentual nicht selten sind.
Ich slebst reise sehr viel alleine durchs Ausstellen. Letztes Jahr waren es alleine 4 Länder. Das sind eher Kurztrips. Viel über Air Bnb, da habe ich jetzt zum allerersten Mal wirklich ins Klo gegriffen. Und wir essen dann abends auch regional, kaufen im Supermarkt ein. In Budweis sind wir abends in die wunderschöne Altstadt, einmal durchgelaufen und am Ende in einer tollen Pizzeria gelandet und dort gegessen uns Aperol getrunken. Das war herrlich.
Im März war ich mit Freunden in der böhmischen Schweiz in einem Dorf zum Entspannen und Wandern (ich eher nicht Wandern wegen Fuß). Da sind wir abends in einer ansässigen Brauerei gelandet und haben da viel Geld bei gutem Essen und einheimischen Bier gelassen. Paar Städtetrips gab's auch. Jetzt im Juli fahren wir das erste Mal mit einem Camper weg.
Wir versuchen uns eben auch so zu verhalten, wie ich es selbst gern hätte. Unter der Woche keine Dauerbeschallung, keinen Müll liegen lassen und die Hunde auch nur dort laufen lassen oder mitnehmen, wo es auch erlaubt ist. Freundlich, rücksichtsvoll und auch einmal mal Warten und die Einwohner erstmal durch lassen. Wir sind doch im Urlaub und haben Zeit...
Einzig Öffis nutze ich persönlich quasi gar nicht. Ich fliege nicht, bin das letzte Mal vor 8 Jahren Zug gefahren, mag keine Busse. Mit drei Hunden sind wir da auch eine ganz schöne Behinderung und mir ist das zu doof und oft zu teuer.
Bin aber auch typischer Pendler. Ich bin den Großteil des Tages arbeiten in der Großstadt, profitiere nicht vom Tourismus, werde aber nicht sonderlich gestört, mir wird nichts zugeparkt oder so. Da sind die Kirchgänger ätzender, die parken mir oft vors Tor, dass ich weder rein noch raus komme. Und das sind Leute aus dem Umkreis. Bin weder Jäger noch Bauer und bin insofern nicht betroffen.