Beiträge von Sus.scrofa

    Hab die Schnauzengriff-Szene jetzt auch gesehen. Ich bin bei sowas recht unempfindlich, da ich meinen Hunden auch gern mal deutlich sage, wenn mir was nicht passt. Aber ich fand das ebenfalls unter aller Kanone. Ich hätte dem Hund einen Maulkorb verpasst und der Besitzerin ein paar warme Worte gesagt, dass sie bitte mit dem Hund üben soll, damit TA-Besuche stressfreier werden.

    Für den Hund ist doch aus dieser Unterordnungs-Geschichte nur noch mehr Stress entstanden. Außerdem finde ich, das niemand außerhalb der Familie da irgendwas unterzuordnen hat. War ja nicht so, dass der Hund dem TA gegenüber total dominant war. Der hatte einfach nur bis zum Anschlag die Hosen voll - und ich wage zu bezweifeln, dass diese Handhabe es dem nächsten TA leichter machen wird.

    Ich habe nach einem mittleren und einem anspruchsvollen Hund nun ein kleines Wunderkind, dessen einziges Bestreben es ist, mir bloß alles recht zu machen. Das fängt beim billigsten Gummiquietschetier an, dass nach zwei Jahren intensiven Gebrauchs immer noch kein Loch hat und hört bei selbst antrainierten Erlaubnis-Ritualen auf. Ihr neuestes ist, dass sie die Treppe im Hausflur nur noch mit ausdrücklicher Erlaubnis hoch geht, weil ich sie EINMAL in freundlichem Ton gebeten habe, noch zu warten, bis ich ihr die Pfoten abgetrocknet habe, ebenso wie sie nur mit Erlaubnis ins Bett geht usw. Grundkommandos haben wir im Spielen mal hier und da gelernt, ansonsten ist sie irgendwie perfekt geboren worden. Auf Spaziergängen läuft sie ohne Leine und weicht mir nicht von der Seite, auf Jagden schaltet sie um und jagt. Ich habe keine Ahnung, wie das funktioniert. :ka:

    Klar ist das irgendwie auch langweilig, aber ich würde wieder so einen Hund nehmen. Mit den Settern habe ich zwei Jahre gearbeitet, bis überhaupt an entspannte Wanderungen ohne Leine zu denken war. Auf die Ergebnisse war ich sehr stolz, während hier allein Mutter Natur scheinbar den perfekten Hund geschaffen hat. Aber zur Not suche ich mir halt andere Probleme/Aufgaben, an denen ich mich auslassen kann. Bin ganz zufrieden so wie es ist. :gut:

    Ich handhabe es wie die meisten hier. Seit ich die Fußhupe habe, fällt mir überhaupt erst auf, wie manche Leute ihre Hunde einfach so in meinen rein brettern lassen. Als ich noch große Hunde hatte, habe ich über sowas nie nachgedacht. Aber der 10 kg Cocker, der einem 28 kg Labbi in vollem Speed im Weg steht, hat halt doch schneller mal die Bandscheibe raus.

    Ich schau mir bei großen Hunden deren Manieren an, da meine Hündin sehr deutlich sagt, wenn es ihr zu wild wird. Die allermeisten Hunde reagieren darauf und schalten einen Gang runter. Tun sie das nicht, bitte ich je nach Situation zunächst indirekt die Besitzer, den Hund abzurufen ("Ich glaube, das unterbrechen wir jetzt besser. Das wird meiner etwas zu viel."). Wenn die Besitzer dann unbeteiligt herum stehen, weil es ja nicht ihr Hund ist, der unten liegt, regele ich das alleine, was in der Situation meistens durch einen einfachen Block möglich ist, da meine zu dem Zeitpunkt schon keifend an meinen Füßen hängt. Die allermeisten Besitzer lösen sich wiederum schnell aus ihrer unbeteiligten Position, sobald ich ihren Hund auch nur im geringsten angehe, und haben den dann doch überraschend flott wieder am Haken.

    Grundsätzlich finde ich es in Ordnung, bei Mobbing oder wenn sich einer wie offene Hose benimmt, selber durchzugreifen. Das erwartet der eigene Hund ja schließlich auch von uns.

    Ich hab mir vor ein paar Wochen eine Actioncam bestellt, um die Drückjagdsaison zu filmen. Habe lange mit mir gehadert (ca. 3 Jahre), weil man die Dinger meiner Meinung nach wirklich nur brauchen kann, wenn man eben bestimmte Sportarten filmen will. Überall da, wo Wasserdichtigkeit und Stoßfestigkeit nicht so entscheidend sind, nutze ich lieber eine Spiegelreflex, bzw. einen guten Camcorder mit Bildstabilisator und viel Zoom. Da kann man einfach mehr mit machen, weil man bei der Actioncam ja wirklich nur auf einen Bildausschnitt festgelegt ist und die Kameraposition zum Objekt immer stimmen muss, um gute Aufnahmen zu kriegen. Außerdem empfinde ich die Tonaufnahme der kleinen Dinger im Vergleich zum Camcorder grottenschlecht. Je nach Modell zu leise oder man hört jede Berührung an der Kamera. Für mich war also von Vornherein klar, dass die Kamera nur ein paar Wochen im Jahr zum Einsatz kommt.

    Habe jetzt ein zwei Testwanderungen und zwei Drückjagden mit der Kamera gemacht und muss sagen, es macht wirklich Spaß. Am Ende der Saison möchte ich gern ein kleines Video mit den besten Szenen basteln.

    Inzwischen habe ich auch festgestellt, dass es doch auch noch andere Sachen gibt, die ich ausprobieren will. Unterwasseraugnahmen vom Hund beim Schwimmen, Zeitlupe und Zeitraffer.

    Das nur mein Senf zum Thema Actioncam. Meiner Meinung nach für bestimmte Aktivitäten absolut empfehlenswert, selbst wenn man sie nur ein paar Tage nutzt. Allein die Aufnahmen von den zwei Drückjagden finde ich jetzt schon unbezahlbar. Man kommt eben sonst nie dazu, so schnell das Handy raus zu fummeln, wenn plötzllich ein Hirsch an einem vorbei donnert oder der Treiberkollege laut fluchend im Sumpf fest steckt. :pfeif: Da kommt allein in zwei Tagen einiges zusammen, was man mit keiner anderen Kamera in der Form festhalten könnte (Kamera am Brustgurt = einen Knopf drücken und schon läuft die Aufnahme). Meine wandert wohl ab Januar wieder in die Schublade, aber gelohnt hat sie sich schon jetzt.

    Ich kenn Rückbiss vom Rotwild als Anzeichen für massive Inzucht. Ist das beim Haushund (der ja generell durch Inzucht entstanden ist) auch so oder kann das einfach so passieren? Weil wenn's ein Zeichen für Inzucht wär, würd ich mich an so einen Hund auch nicht dran trauen.

    Ich glaube dem Mann, dass das Kaninchen da nicht raus springt. Ich glaube auch allen Leuten mit gut erzogenen Hunden, die bei uns täglich ohne Leine an der Schnellstraße vorbei laufen, dass die Hunde da nicht drüber laufen. Ich sehe auch täglich, dass dies tatsächlich nicht passiert - bis auf zweimal. Einmal war's eine Katze und der Hund ist hinterher und einmal war meine Hündin auf der anderen Straßenseite heiß.

    Wie bei so vielem im Leben muss das halt jeder selber wissen. Meine Hündin würde auch in 99% der Fälle nicht über die Straße laufen. Die Leine bleibt nur für das eine Prozent dran. Mir wär's zu heiß. Wenn plötzlich eine Tür knallt oder ein Hund im Wartezimmer laut bellt oder eine andere Situation eintritt, die der Halter so nicht vorhersehen kann, springt der Hase vielleicht doch. Das eine Mal kann halt schon das letzte sein.

    Und mir ist wichtig, dass man im Zweifelsfall auch die Verantwortung trägt, ohne zu jammern. Wenn meine Hündin bei einer Jagd unter's Schwein kommt, ist das meine Schuld und ich werde damit leben müssen. Mir gehen die Leute auf den Zeiger, die dann anschließend heulen, wie unfair das Leben ist - oder in dem einen Fall die Schuld beim Katzenhalter suchen, der seine Katze frei rumlaufen ließ. :???:

    Die Angst im Dunkeln ist absolute Gewöhnungssache. Ich fühle mich inzwischen im dunklen Wald absolut sicher - tausendmal sicherer als irgendwo nachts in der Innenstadt. Dass man anfangs bei jedem Geräusch zusammenzuckt hat wohl was mit unserern Urinstinkten zu tun. Nachts im Wald = Gefahr von Bären und Co gefressen zu werden. Wenn man das einige Male durchzieht, geht dieses ungute Gefühl völlig weg, weil unser Hirn merkt, dass in dieser Situation nichts schlimmes passiert. Da ich viel nachts am Gewässer arbeiten muss, bin ich da inzwischen total in meinem Element.

    Als Beispiel: Letztens einen gestandenen Kerl als Kollegen dabei gehabt, der sonst normal tagsüber arbeitet. Plötzlich flog direkt neben uns eine Ente auf. Der ist vor Schreck fast umgefallen und ich habe nicht mal gezuckt, nicht weil ich so enorm mutig bin, sondern weil solche Sachen mit der Zeit automatisch zum "Hintergrundrauschen" werden. Man konditioniert sich unbeabsichtigt selbst. Das ist genau so, wie wenn man nachts mit 100 km/h über die Schnellstraße brettert, obwohl links und rechts Wald ist und ein 150 kg Hirsch mit 100 km/h für Autofahrer ziemlich tödlich sein kann. Es ist bisher nie was passiert, also passiert auch nichts mehr. So funktionieren Gehirne nunmal.