Beiträge von Sus.scrofa

    Für mich ist der Dobermann ebenfalls schon als Kind der absolute Traumhund gewesen. Das ist er heute noch. Stattdessen hatte ich zwei Irische Setter, den ersten bekam ich mit 16, den zweiten während des Studiums. Geht alles, wenn man bereit ist, an anderer Stelle zurück zu stecken.

    So wunderschön und charakterlich toll ich Dobermänner finde, würde hier nie einer einziehen. Meine beiden Setter waren auch sehr krank und früh tot und auch diese Rasse ist für mich keine Option mehr. Was nützt einem der Traumhund, wenn man ihn nach kurzer Zeit beerdigen muss? Den seelischen Schmerz sollte man nicht unterschätzen. Und wenn man Pech hat, zahlt man vorher auch noch tausende Euros an Tierarztkosten. Bei meinem letzten Hund waren es über 15.000 € in 18 Monaten. Und man darf niemals denken: Mir passiert das schon nicht. Das hab ich schon nach dem ersten Hund gedacht, dass man nicht zweimal so viel Pech haben kann. Das hat Ausmaße angenommen, dass ich mir in den 18 Monaten kein Buch, keine DVD, keine Klamotten, kein gar nichts gekauft habe, außer Lebensmitteln, Sprit und was sonst noch absolut notwendig war. Denn man wusste nie, was morgen wieder für eine Rechnung ansteht und wie ich die bezahlen soll... Das ist neben der Sorge um den Hund psychisch auch mega belastend.

    Das nur mal aus der rein egoistischen Perspektive. Dass man die Zucht einer total kaputten Rasse (wenn wirklich über 50% der Gesamtpopulation mit DCM durchseucht sind, ist da meiner Meinung nach nichts mehr zu retten) allein schon wegen der armen Hunde nicht unterstützen sollte, muss ich ja nicht extra schreiben.

    Ich würde es mir an deiner Stelle gut überlegen, ob du dir das wirklich antun willst. Noch ist es nur ein Gedanke, aber wenn du den Hund dann erstmal kennst und er nicht mehr nur ein Dobermann, sondern DEIN Dobermann ist und du ihn ins Herz schließt, dann ist es nicht mehr so leicht, mit dem Schreckgespenst DCM zu leben. Mir würde es zumindest sehr schwer fallen, das zu verdrängen.

    Meine jetzige Rasse ist übrigens auch recht krankheitsanfällig (der Setter gilt als gesund, also dachte ich, ich probier das mal andersrum). Sollte das auch schon wieder so früh in die Hose gehen, ziehe ich den deutschen Pinscher ernsthaft in Erwägung.

    Ich bin absolut keine Futterexpertin. Bei uns gibt es Trockenfutter und Dose gemischt, unterschiedliche Marken, unterschiedliche Sorten, das alles ohne "Übergangsphase" dazwischen, zu unterschieldichen Tageszeiten in einer bis drei Mahlzeiten pro Tag, je nachdem, wann wir Zeit zum Füttern haben und was der Hund bis dahin geleistet hat. Da ich keinen Mäkler habe, werden (seltene) Reste auch stehen gelassen und verschwinden meist innerhalb der nächsten Stunden von selbst.

    Das einzige, worauf ich etwas achte, sind Extreme. Extrem hohe Proteinwerte in einem Futter gleiche ich durch besonders niedrige in einem anderen aus, usw. Ansonsten ist alles erlaubt. Mir haben schon viele gesagt, dass ihr Hund bei meiner Fütterungsweise massiven Durchfall bekommen würde. Tatsächlich hatte Frieda als Welpe öfters mal mäßigen Durchfall (nicht wässrig, aber halt weich). Inzwischen verträgt die aber alles, was sie vorgesetzt bekommt. Gesund ist sie bislang auch, kein Mundgeruch, schönes Fell, gesunde Ohren, keine Schuppen etc. Scheint also zumindest nicht so schlecht zu sein, dass es zu unmittelbaren Auswirkungen kommt.

    Meine letzten beiden Hunde haben auch jeweils immer nur eine Trofu-Marke bekommen. Ich fand das stinklangweilig. Die waren leider auch beide schon früh tot. Daher hab ich beschlossen: Lieber jeden Tag was anderes und dafür alles mal probiert, wenn's morgen vorbei ist. Kann aber eben auch sein, dass das bei 90% der Hunde nicht funktioniert und ich hier ein Ausnahmemodell habe. Ist der erste Hund, den ich mit dieser Methode ernähre.

    Kleines Anekdötchen zum Thema Trinken:

    Vor zwei Wochen bin ich mit Frieda vor der Heimreise vom Arbeitsplatz (ca. 4h Fahrt) noch mal Gassi gegangen. Es war sehr warm und ich kam wider Erwarten nicht bis an einen Teich, wo ich sie baden lassen wollte, weil der Weg dahin gesperrt war. Blöderweise auch kein Wasser mehr im Auto.

    Ich also mit Erreichen der Autobahn gleich auf den nächsten Parkplatz mit Toilettenhäuschen und aus dem choleraverseuchten Höllenloch einen Napf voll Wasser geholt. Ergebnis:
    - Hund: Guckt Wasser mit dem Arsch nicht an.
    - Ich: 18h später Magen-Darm-Grippe. So richtig mit Glieder- und Rückenschmerzen.

    Fazit: Wasser gibt's nur noch, wenn wir wirklich schon mehrere Stunden bei warmem Wetter unterwegs sind oder der Hund ganz eindeutig Durst hat (wenn sie längere Zeit wach bleibt, ist immer irgendwas, das ist leicht zu erkennen).

    Ich fahre jede Woche mindestens 2 Mal jeweils für mehrere Stunden (3-8) und mache vorher nichts anders als sonst. Wenn wir nachmittags fahren, gehen wir vorher normal spazieren. Wenn wir morgens fahren, geht's kurz zum Lösen in den Garten. Pause mache ich nur, wenn der Hund unruhig wird oder es so warm ist, dass ich das Gefühl habe, sie müsste mal was trinken. Der Hund ist es gewöhnt und schläft die Fahrten durch.

    Bin ebenfalls bekennende "Bauchgefühl-Erzieherin". Und ja, auch ich empfinde vieles in der Hundeerziehung als zu verkopft. Wirklich konfrontiert werde ich damit bei jedem Hund eigentlich immer nur in der Welpengruppe, wo mir plötzlich erklärt wird, was der Hund alles unbedingt können muss. Bei mir gilt: Der Hund muss können, was in unserer individuellen Situation im Alltag notwendig ist.

    Ich habe mir noch nie für einen Welpen Urlaub genommen. Der Welpe macht von Anfang an das, was der Hund auch als Erwachsener können muss. Er geht mit zur Arbeit, er bleibt allein zu Hause, wenn es im Auto zu warm ist, kommt er mit in die Pizzeria, sonst wartet er im Auto. Er lässt sich ins Maul und in die Ohren gucken, weil man da nun mal ab und zu rein guckt und er bekommt so viel und so wenig Aufmerksamkeit, wie das in unserem individuellen Alltag eben so ist. Er ist abrufbar, beherrscht Sitz, Platz und Bleib und geht so an der Leine, dass die locker durchhängt, usw. Andere Dinge sind mir dann wieder egal. Z. B. war ich anderer Meinung als unsere Welpengruppenleiterin, dass der Hund sich von jedem problemlos anfassen lassen muss. Ich und Tierarzt reicht mir. Oder Leinenpöbeln ist mir auch völlig wumpe. Wir treffen so selten andere Hunde und wenn da mal eine Begegnung ohne Leine nicht möglich ist, dann pöbelt der halt mal für 10 Sekunden. Würden wir täglich 10 angeleinte Hunde treffen, würde ich das auch wieder anders sehen.

    Mit Lob und Tadel bin ich regelrecht archaisch. Wenn ich mich freue, lasse ich das den Hund ausgiebig spüren. Wenn ich mich ärgere, wird er angeschnauzt. Das gilt z. B. auch nach unerlaubten Jagdausflügen, obwohl der Hund dann ja laut schlauer Literatur für's Zurückkommen statt für's Weglaufen bestraft wird. Wenn ich Wut im Bauch hab, lass ich die raus, denn der Hund merkt das eh. Der wäre auch eingeschüchtert, wenn ich ihn einfach nur wortlos anleine oder gekünzelt für's Zurückkommen lobe (im übrigen unterstelle ich all meinen drei Hunden, dass die immer auch beim Zurückkommen noch wussten, dass sie sich gerade unerlaubt von der Truppe entfernt hatten). Dabei bleibe ich natürlich steigerungsfähig und passe die Intensität meines Wutausbruchs der Schwere des Vergehens an. In den allermeisten Fällen beschränkt sich das auf ein vorwurfsvolles, aber leises: "Fräuleiiiiin... Was hast du gemacht!?" Wird es mal etwas lauter und der Hund merkt, es ist richtig dicke Luft, und er schlurft unterwürfig eine Weile hinter mir her, wird die Situation dann auch ordnungsgemäß nach einer Minute wieder entschärft ("OK, ist jetzt wieder gut, aber mach das nicht noch mal!"). Das versteht sie auch und wir feiern dann eine kleine Freu- und Wedelorgie, um uns wieder gegenseitig einzuschwören.

    In gewisser Weise kann man sagen, dass der Hund bei mir wie bei M. Nowak oder bei C. Milan schlichtweg untergebuttert wird. Der hat zu tun und zu lassen, was ich als Chef/Rudelführer/Familienoberhaupt/Hundeführer oder wie auch immer man das nennen will, sage. Nur behaupte ich, dass das in meinem Alltag nicht halb so wild ist, wie es sich anhört, weil ich hier keinen Machtkampf mit einem Problemhund führe, sondern der Hund in seine Rolle rein wächst und damit zufrieden ist. Sprich: Von 100% erzieherischer Interaktion sind bei uns 98% Lob und vielleicht 2% Tadel.

    Mir ist bewusst, dass meine "Erziehungsmethoden", die eigentlich nicht wirklich Methode haben, mit vielen modernen Ansätzen zur Hundeerziehung überhaupt nicht konform gehen und es da inzwischen sicherlich deutlich elegantere Wege gibt. Das finde ich auch toll. Ich bin halt nur zu faul, mich großartig damit zu beschäftigen, so lange es auch ohne funktioniert. Allerdings finde ich es durchaus bewundernswert, wenn Leute ihre Hunde nach diesen "verkopften" Theorien erfolgreich erziehen. Ich weiß, dass meine Methode nicht das einzig Wahre ist, sie ist lediglich in meiner persönlichen Situation das, was am praktikabelsten ist.

    Wow, herzlichen Glückwunsch! Das klingt ja echt super. :applaus: Freut mich sehr für euch!

    Ich kann mir auch nicht wirklich erklären, wie dieser homöopathische Kram überhaupt funktionieren soll, aber ich war damals mit meiner totkranken Hündin auch bei einer Tierärztin, die nebenher auch Homöopathie macht und hab dem Hund damals was geben lassen, was das Tumorwachstum so verlangsamte, dass ihre Gesichtshaut nicht wie vorhergesagt aufplatzte.

    Gut, dass du nicht aufgegeben hast.

    Ich liebe die Flexi. Im normalen Alltag habe ich eine normale Lederleine dabei, aber die Flexi nutze ich für die abendliche Runde um den Block und wenn ich Nachtarbeit mache. Ab Sonnenuntergang wird der Hund im Wald grundsätzlich angeleint, weil dann die Wildkontakte so zunehmen, dass ich selbst bei meiner sonst zuverlässigen Hündin für nichts mehr garantieren kann. Die Flexi befestige ich mit einer Lederschlaufe an meinem Gürtel. So habe ich sofort die Hände frei, wenn ich Fernglas oder Taschenlampe bedienen oder was aufschreiben muss.

    Den Vorteil zur Schlepp sehe ich darin, dass die Flexi sich aufrollt, auch wenn sie nur an meinem Gürtel hängt. Frieda hat's als Stöberhund generell nicht so mit dem Geradeauslaufen. Die Schlepp müsste ich alle paar Minuten aus irgendwelchen Sträuchern und Wurzeln raus bötteln. Die Flexi bleibt einfach stramm und hängt somit schon mal nicht auf dem Boden rum.

    Den Flexi-Führerschein würde ich allerdings auch unterstreichen, da mir immer wieder Leute auffallen, die z. B. die Flexi quer über den Radweg spannen oder auch generell nicht zu wissen scheinen, dass da eine Bremse dran ist.