Ich empfinde deinen Instinkt da auch als absolut gerechtfertigt.
Meine Hündin verhält sich in unsicheren Situationen genau so wie deine. Bei ihr ist das von Welpe an der Fall. Sie versteckt sich bei mir oder springt an mir hoch, will dann auch definitiv auf den Arm. Je nach "Bedrohungsgrad" reagiere ich unterschiedlich. Bei vorsichtigen Hunden oder komischen, aber ungefährlichen Objekten, bleibe ich bei ihr stehen, bzw. gehe neben ihr her und rede ihr gut zu. Bei etwas stürmischeren Hunden, darf sie meine Beine als Rückendeckung verwenden und ich drücke zu aufdringliche Exemplare dann auch leicht von ihr weg. Bei ganz wilden und deutlich größeren/schwereren Raketen-Hunden, die sie ernsthaft umrennen könnten, oder wenn ich das Gefühl habe, dass sie so Angst hat, dass sie abhauen könnte (z. B. ihr erster Krankenwagen mit Martinshorn an einer Kreuzung), hocke ich mich hin, so dass sie quasi unter mir, wie in einer Höhle sitzt. Das kommt aber sehr selten vor. Sie hat inzwischen deutlich mehr Selbstbewusstsein als früher, manchmal schon etwas zu viel für meinen Geschmack.
Ich hätte genau wie du Sorge, dass der Hund irgendwann nach vorn geht, wenn er das Gefühl bekommt, dass er keine Rückendeckung von seinem Menschen hat. Hier war eine Frau mit einem sehr ängstlichen Zwergdackel, die immer runter betete, der Hund müsse lernen, sich auch mal bei anderen Hunden durchzusetzen. Aber der Hund war total überfordert und reagierte schließlich mit sofortiger Flucht in den Wald, wenn er andere Hunde sah. Ich finde es in solchen Situationen tausendmal angenehmer für mich und sicherer für den Hund, wenn der bei Stress zu mir kommt, als wenn er auf eigene Faust sein Heil in der Flucht (oder im Angriff) suchen muss. Ich würde also an deiner Stelle auf meinen Instinkt hören und deine Hündin unterstützen / in Schutz nehmen. Ich glaube, dass sie eher unsicherer wird, wenn sie das Gefühl hat, sie steht in brenzligen Situationen alleine da.