Die Drückjagdsaison geht noch bis Ende Dezember. Frieda geht am Dienstag wieder und wird dann vermutlich der einzige Hund in unserer Gruppe sein, was mir auch schon nicht so passt, weil sie dann im Zweifelsfall auch der einzige Hund am Schwein ist.
Aber ich kenne das Gelände am Dienstag gut, was mich etwas beruhigt. Ich habe ihr aufgrund des Zwischenfalls aber auch schon ein paar Jagden aus dem Plan gestrichen, die ich nun alleine bestreiten werde. Sie liebt das, aber ich bin nicht bereit, jeden Preis für ihr Vergnügen zu zahlen.
Beiträge von Sus.scrofa
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Danke der Nachfrage. Bisher keine Symptome bei beiden Hunden. Inkubationszeit geht noch ca. bis Freitag. Man muss auch ganz klar sagen, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist. Von den Schweinen, die das Virus tragen, ist auch nur ein Bruchteil infektiös. Aber da diese Krankheit nicht nur absolut tödlich sondern auch extrem qualvoll ist, reicht das bisschen Wahrscheinlichkeit schon aus, dass man sich Gedanken macht.
Vor allem, weil der Kontakt von Frieda wirklich vermeidbar war. Ich hab einfach nicht gut genug aufgepasst und das erst gesehen, als es schon zu spät war.
So ein Saupacker kommt immer mal an Schweine - das kann man nicht vermeiden, aber einen Hund an der Strecke riechen lassen ist ja nun echt nicht nötig. -
Der Hund hatte eine Kevlar-Weste. Die zieht man in der Regel nur den Hunden an, die auch wirklich an die Schweine dran gehen, also in das Schwein rein beißen, wenn es sich stellt. Der war eine ganze Weile verschwunden. Wir konnten auf dem GPS sehen, dass er ca. 200 Meter unter uns in einer Fichten-Verjüngung war. Vorher hatten wir ihn ein Reh da rein verfolgen sehen, weshalb wir davon ausgingen, dass keine Gefahr besteht. Bei Anzeichen auf Schweine geht der Hundeführer sofort hinterher. Der Hund ist sichtlaut, war aber nicht zu hören. Auf meine Frage, ob der womöglich gestellt hat, meinte sein Besitzer, dass dann das GPS-Signal nicht so stark springen würde, wie es das tat und dass man den Hund hören würde. Frieda hatte sich inzwischen bei uns eingefunden und heulte wie ein Wolf in Richtung ihres Kumpels, als ob sie den rufen wollte oder gewusst hätte, das was nicht stimmt.
Als der Hund dann kam, war die Weste komplett aufgerissen, aber unbeschädigt (war entlang einer der Reißverschlüsse und am darüber liegenden Klettverschluss aufgegangen, aber da braucht es schon gewaltigen Schmackes für). Mein Freund hat sich den Hund kurz angeguckt und die Weste wieder zu gemacht. Der Hund hat nicht gehumpelt und nicht geklagt, daher ging er davon aus, dass er sich irgendwo verhakt und dabei die Weste abgerissen hat. Wir wollten dann in einen Zaun gehen, aber der Hund kam der Aufforderung nicht nach und tippelte nervös herum, was mir komisch vorkam. Und dann hab ich für den Bruchteil einer Sekunde gesehen, dass die Innenseite eines Vorderlaufs blutig war. Dann haben wir erst die Verletzungen gefunden, die alle unter dem Hund waren.
Die Westen helfen, aber bei den echten Kamikaze-Hunden können die leider auch keine Wunder vollbringen. Ohne Weste wäre der Hund aber sicher tot gewesen. Die hat zum Beispiel den Stichkanal vorne so abgelenkt, dass der zwischen Vorderbein und Brustkob aber nicht IN den Brustkorb gegangen ist. Die Wunde hinten muss entstanden sein, als die Weste schon auf war...
Übrigens kleines Update: Der Hund ist fit und munter, die Nähte sehen gut aus und es ist offiziell: Er ist frühpensioniert. Das war jetzt der zweite Zwischenfall - der erste hat ihn Sauen gegenüber nur noch aggressiver gemacht. Der wird auf Dauer nicht überleben. Er darf jetzt noch Nachsuchen am Riemen machen, aber keine Stöberjagden mehr. Mein Freund will die Fotos aus der OP großformatig aufhängen, falls er jemals wieder auf die Idee kommen sollte, den Hund doch noch mal mitzunehmen. Ich finde diese Entscheidung vernünftig.
Der Hund ist erst 5. Sein jagdlicher Nachfolger wird eventuell ein (Springer?)Spaniel werden, weil die alles genau andersrum machen (jagen näher am Führer, gehen nicht kilometerweit hinterher und beißen sich nicht in allem fest)... Frieda wickelt eben jeden um den Finger...
Ein Cocker ist ihm aber "zu klein".
Da seine Hunde sogar noch kleiner sind als meiner, vermute ich, dass mit "zu klein" eigentlich "zu unmännlich" gemeint ist. 
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Ich rufe mal eben @Sus.scrofa:
Ist das normal, dass zur Zeit so viel Wild am hellichten Tag durch die Botanik latscht?
Mir fällt das erst in diesem Herbst/Winter auf. Man biegt um eine Ecke, und da stehen dann Rehe im Feld. Oder Hasen oder ein Fuchs.Ich lebe hier 10 Jahre, davon 9 mit Hund- ich muss das verdrängt haben. Finde es gerade extrem, vielleicht wegen der sehr milden Temperaturen?

Hunde sind natürlich nun an SL, da ich keine Hände irgendwohin legen kann, vor allem nicht ins Feuer.

Also Rehe bilden Richtung Winter gerne mal größere Gruppen - besonders im Feld. Ansonsten kann man jetzt natürlich wegen der geringeren Belaubung immer mehr gucken. Und gerade die Wildschweinpopulation nimmt stark zu und ist dieses Jahr wirklich extrem. Und dazu kommt noch, dass mit zurück gehender Vegetation im Wald die Viecherei natürlich stärker nach Futterpflanzen suchen muss. Warum nun gerade bei euch so viel los ist - das kann Zufall sein oder ein Pächterwechsel (weniger geschossen) oder eine Veränderung des Lebensraums. Da kann ich auch nur raten.
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Ich hab heute die Fotos aus der OP gesehen. Das ist echt unfassbar, dass der Hund das überlebt hat. Wenn die Arterie nicht gehalten hätte, wäre der innerhalb von Sekunden tot gewesen. Man konnte in dem Stichkanal die Arterie sehen und der "Hauer" ist einfach dran vorbei geflutscht. Das war nicht mal ein Millimeter, das war einfach nur ein Wegflutschen des Gefäßes.
Ich persönlich würde den Hund wahrscheinlich frühpensionieren. Vor 3 Jahren ist dem mal was ähnliches passiert und der geht nur noch aggressiver an die Schweine. Das grenzt an Selbstmord - vor allem, wenn er der einzige Hund im Treiben ist, der sowas macht (springt von Vorne auf die Schweine drauf). Mein Jagdfreund will ihm das aber nicht weg nehmen, weil der Hund das liebt, was ich auch irgendwie verstehen kann. Aber wohin die Reise geht, wenn der Hund weiter jagt, ist ziemlich absehbar. Muss man dann wohl selbst entscheiden, womit man besser leben kann. Hund glücklich, aber irgendwann tot oder Hund lebendig und zumindest weniger glücklich.

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Kleines Update: Friedas Kumpel hat heute Mittag gefressen und ist bis auf seinen totschicken OP-Body wieder ziemlich der alte. Vielen Dank für eure Daumen!
Aujeszky-Daumen dürfen dennoch bitte gerne weiter gedrückt werden!
Auch ich drücke für Zahn-OP, Johnny und alle Daumen-bedürftigen Hunde weiter.
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Vielen Dank für den Spoiler mit dem Schäferhund! Hatte angefangen, die Folge zu gucken, aber nun beschlossen, dass ich das nach dem heutigen Tag echt nicht mehr brauche.
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Wir bräuchten auch mal Daumen. Friedas bester Jagd-Kumpel (Border Terrier) ist heute unter ein Schwein gekommen. 7-8 cm tiefe Stichwunde in der Brust mit frei liegender, aber noch intakter Arterie und großes Loch im Bauch, was aber zum Glück nicht bis in die Eingeweide durch gegangen ist. Ich durfte für die wohl längsten 45 Minuten meines Lebens im Auto die Löcher zu halten, während wir zum TA geheizt sind (da muss man aus'm tiefsten Wald ja auch erstmal hin kommen). Not-OP hat er aber gut weg gesteckt. Jetzt hoffe ich mal das beste.
Und Frieda war an nem toten Schwein vorne an der Nase. Die hat da geschnüffelt, aber ich weiß nicht ob sie dran gewesen ist. Schiebe da nun auch schon wieder ne halbe Aujeszky-Panik.
Sicherheitshalber vielleicht ein paar Daumen, dass sowohl das tote als auch das angreifende Schwein nicht infektiös waren.Bin ich froh, dass meine wenigstens nicht an lebende Schweine geht, wenn die sich stellen. Die schickt die nur elegant zu mir. Heute 10 Stück mich fast umgerannt, während Madame 20 m unter mir noch dabei war, dem herrlichen Geruch nachzugehen.

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Mein Bruder trägt täglich seine G-Shock, die er mit 9 zur Kinderkommunion bekommen hat. Heute ist er 28 und Gymnasiallehrer. Nicht nur läuft das Ding noch problemlos, es ist vom Design her auch absolut zeitlos und passt zu wirklich jedem Outfit. Selbst wenn er im Anzug irgendwo hin muss, passt die Uhr. Kein Mensch würde denken, dass die schon fast 20 Jahre alt ist.