Beiträge von Sus.scrofa

    @Cattlefan

    Ganz so schlimm finde ich das ehrlich gesagt gar nicht. Die meisten Wiederkehrer haben ja ein überschaubares Konfliktpotenzial. Auch wenn man dann nur von solch extremen Fällen im Internet liest oder Beiträge im Fernsehen sieht, gibt es doch reichlich Flächen, wo die meisten Arten sich heutzutage sehr gut erholt haben. Man nehme mal Rotmilan, Schwarzstorch, Seeadler, auch der Biber ist zumindest hier bei uns weit verbreitet und besiedelt in den meisten Fällen Flächen, wo das gar niemanden stört. Viele Arten brauchen keine riesigen zusammenhängenden Streifgebiete. Wir haben in der Eifel und im Hohen Venn gesunde Biber-Populationen. Die sind dort absolut nicht selten.

    "Alles vernichten", was unseren Wohlstand stört, wäre mit Sicherheit der falsche Weg. Aber ich denke, davon sind wir heute meilenweit entfernt. Ich habe letztes Jahr an einer großen Umsiedlungsaktion in Hessen mitgearbeitet. Dort sollten Windkraftanlagen gebaut werden. Artenschutzrechtlich war das alles in trockenen Tüchern, bis auf ein Haselmausvorkommen im betroffenen Waldgebiet. Die störten zwar die Anlagen nicht, aber um die aufzubauen mussten ja Schneisen geschlagen, Wege verbreitert und einige Flächen gerodet werden. Das sind über mehrere Monate Biologen und Baumkletterer im Wald gewesen. Jeder einzelne Baum wurde erklettert, jede Baumhöhle mit der Endoskopkamera untersucht und jede Nacht haben die Biologen Fallen gestellt, um eine bestimmte Anzahl von Haselmäusen abzufangen und eine neue Population in einem benachbarten Wald wieder aufzubauen (jede Nacht zwei Teams, 4 Fallenkontrollen pro Nacht in über 300 Fallen). Der finanzielle, personelle und zeitliche Aufwand war wirklich beeindruckend. Optimal ist immer noch anders, aber ich finde, dass heute schon einiges getan wird, um Arten zu erhalten.

    Wenn es allerdings zu Konflikten kommt, müssen auch die betroffenen Menschen ernst genommen werden. Ich frage mich da oft, warum kein gesunder Mittelweg gefunden werden kann. Beim Biber könnte man z.B in Einzelfällen entscheiden, ob man den Wasserstand beschränkt, bestimmte Dämme zerstört oder die Biber vergrämt werden dürfen oder ob die Konflikt-Population für den Arterhalt so bedeutend ist (z. B. durch bestimmte genetische Eigenheiten), dass man Entschädigungen zahlt und der Landwirt ansonsten zurück stecken muss. Was in meinen Augen aber nicht geht ist, Betroffene mit Generalisierungen abzuspeisen a la "Der Wolf ist scheu und geht nicht an Rinder."

    Vielleicht bin ich zu romantisch, aber ich denke, man sollte eine Möglichkeit finden, mit der man MIT den Bibern leben kann, als sie zu bekämpfen.

    Das hat mit Romantik nix zu tun. Die wird man nicht mehr weg kriegen, also wird man sich arrangieren müssen. Ich denke auch, dass sich die Stellen, wo sie wirklich jemanden stören, im Vergleich zu den Stellen, wo sie eine echte Bereicherung sind, sehr in Grenzen halten.

    Die Niederschläge waren dieses Jahr so extrem konstant dauerghaft, dass teilweise noch verwelkter Mais auf den Feldern steht, weil die Landwirte die Flächen nicht befahren können, andere Felder (Weizen) sind zwar abgeerntet, abe nicht weiter bearbeitet, weil nach der Ernte der Boden grundlos wurde und ein Befahren nicht mehr möglich war....

    Hier ist es zwar nicht ganzjährig, aber in den letzten Wochen wirklich schlimm. Wir hatten gestern Drückjagd im Venn (Hochmoor). Ich mache das seit 4 Jahren regelmäßig mit. Bei meinem allerersten Mal bin ich mal bis zur Hüfte versackt. Danach nie wieder. Man lernt die Vegetation und die Bodenverhältnisse so zu lesen, dass man die gefährlichen Stellen erkennt. Gestern bin ich vormittags dreimal weg gewesen, musste mich zur Mittagspause vollständig umziehen, nur um nachmittags noch zwei weitere Mal ganz und zweimal haarscharf fast zu versinken. Es war wirklich extrem dieses Jahr.

    Ich kenne das Problem hier auf belgischer Seite. Da sind Biber einen Bach hoch gewandert und haben große Weideflächen eines Landwirts unter Wasser gesetzt. Außerdem mussten regelmäßig Kühe aus dem Schlamm gezogen werden. Der hat lange geklagt. Schließlich wurden Ablauf-Systeme in die Dämme eingebaut, um den Wasserstand auf ein Höchstmaß zu beschränken. Inzwischen werden auch Fallen aufgestellt, um die Biber abzufangen. Bis auf Enten und einen Forstbeamten haben die aber wohl noch nicht viel gefangen und sind auch sinnfrei, weil da eh wieder neue Biber von unten nachkommen werden.

    Tut mir leid, was du gerade durchmachen musst. Ich drücke die Daumen für deine Hündin.

    Meine letzte Hündin wurde ebenfalls aus medizinischen Gründen notkastriert. Bei ihr war die Gebärmutter aufgrund einer anderen Erkrankung mit Blut vollgelaufen. Meine jetzige Hündin ist meine dritte und sie bleibt wie meine beiden ersten Hündinnen so lange intakt, bis eine Kastration aus medizinischen Gründen notwendig wird. Die Kastration ist ein massiver Eingriff in den Hormonhaushalt und ich habe dabei ein mieses Gefühl.

    Wie @Pinky4 schon schrieb, kannst du nicht wissen, was der Hündin passiert wäre, wenn du sie hättest kastrieren lassen. Inzwischen gibt es sogar Hinweise, das eine Kastration das Risiko für verschiedene Krebsarten (z. B. auch Milztumoren) stark erhöht.

    Die Kastration beim Hund - Ein Paradigmenwechsel - Ulm / Neu-Ulm - Kleintierpraxis Ralph Rückert

    Vielleicht hätte deine Hündin inzwischen schon längst irgendwas anderes, wenn sie kastriert wäre. Da würde ich mir an deiner Stelle null Vorwürfe machen!

    @Nassi ist hier ebenfalls in die Daumen eingeschlossen!

    Heute lagen vier Schweine auf der Strecke und wir waren allzeit mehrere Meter entfernt. Am Freitag bleibt Frieda zu Hause und kommende Woche geht sie auch nur auf eine von zwei Jagden. Somit hoffe ich mal, dass ich am Freitag dauerhaft Aujeszky-Entwarnung geben kann.