Beiträge von Sus.scrofa

    Mein erster und mein jetziger Hund hatten damit (toitoitoi) nie Probleme. Alles wurde/wird immer brav bis auf den letzten Krümel klein gekaut.

    Die mittlere Hündin fraß alles immer bis zu einer gewissen Größe und versuchte dann, das verbliebene Stück im Ganzen zu schlucken. Das galt für Endstücke von Kauknochen und poröses Material. Ohren kaute sie im Ganzen weich und versuchte dann, sie zu schlucken. Nachdem sie zum zweiten mal fast erstickt wäre, habe ich dann auch jeglichen Kaukram gestrichen, so leid es mir tat.

    Die Hündin eines Freundes ist zweijährig an einem Schweineohr erstickt.

    Mit Frieda habe ich anfangs sehr vorsichtig probiert und erst wieder Kaukram in größeren Mengen gekauft, als klar wurde, dass sie damit umgehen kann. Und ich lasse sie niemals mit dem Zeug unbeaufsichtigt. Büffelhautknochen zur freien Verfügung, auch wenn ich nicht da bin, wie bei meinem ersten Hund, gibt es hier nicht mehr. Damals dachte ich noch, alle Hunde wüssten, was sie schlucken können.

    Frieda war heute bei der Arbeit auf einmal total interessiert mit senkrecht hoch stehender Rute zu einem Holzstapel unterwegs. Ich seh noch ein kleines Schwänzchen in dem Stapel verschwinden und denke: Iltis. Wieso ist der so langsam? Sah irgendwie tappsig aus, als ob der betrunken wäre. Frieda wusste nicht so ganz, was sie machen sollte. Und schaute interessiert, aber planlos ihr "Opfer" an, dass sich nicht weiter weg bewegte. Ich sie also angeleint und mit der Taschenlampe nachgeguckt: 3 Babywildkatzen. :cuinlove: Wir haben uns dann natürlich schnell verkrümelt, aber es ist schon irgendwie cool, einen Hund dabei zu haben. Alleine wäre ich da einfach dran vorbei gelaufen (was die Kätzchen vermutlich auch besser gefunden hätten :pfeif: ).

    Das hatte ich auch schon zweimal - komischerweise beides Tauben aus Holland. Hab mich mit dem jeweiligen Besitzer beide Male am Aachener Bahnhof getroffen. Die kamen beid eine ordentliche Strecke gefahren, obwohl in einem Fall der Flügel irreparabel gebrochen war. Wollten sogar wissen, ob ich Geld für meine Mühe haben wollte (wollte ich natürlich nicht). Finde ich schön, wenn die Leute sich kümmern und die Tiere nicht nur Wegwerf-Objekte sind.

    Ich habe furchtbar Angst davor dass das ganze in die Hose geht, dass der Hund wirklich mies erzogen wird, nie alleine bleiben lernen wird, unverträglich wird, sein Leben an der Leine fristen muss und niemals stubenrein sein wird.

    Meiner Meinung nach gute Voraussetzungen. Ich bekam auch meinen ersten Hund mit 16. Meine Eltern hatten von Hunden null Ahnung, die hätten mir bei dem ganzen Kram also auch wenig helfen können. Ich hatte genau diese Ängste, die du da schilderst. Ich fürchtete sogar, dass wenn das dann alles schief gegangen ist, der Hund vielleicht ins Tierheim oder zum Züchter zurück muss, weil mein Vater eigentlich Hunde hasste und mir das nur erlaubt hat, weil ich jahrelang gebettelt habe.

    Die Sorgen gehen nicht weg. Wenn mal was schief geht, werden sie sogar noch größer. Ich wurde zu einer regelrecht militanten Ausbilderin. Wenn was schief lief, wurde das penibel analysiert, wiederholt und perfektionistisch aufgearbeitet. Ich habe geweint, geflucht und konnte manchmal abends nicht einschlafen, weil ich schon das nächste Horror-Szenario fabulierte.

    Der Hund, der nach zwei Jahren heraus kam, war absolut perfekt. Man bekommt immer den Hund, den man sich verdient hat. Von nichts kommt nichts.

    Denk mal andersrum: Wie viele Leute kaufen sich einen Hund absolut sorgenfrei und denken nur daran, wie man den süßen Hund knuddeln kann, wie dankbar und treu er sein wird, was die Freunde wohl zu dem süßen Tierchen sagen werden und dass schon nichts schief gehen kann? Und dann stolpern sie ganz gewaltig über die Realität. Du hast offenbar das Problem erkannt. Du kaufst ein Lebewesen, das man nicht einfach in die Ecke setzen und die Batterien aus dem Rücken nehmen kann, wenn man gerade mal keinen Bock drauf hat.

    Das soll kein Rat sein, dass du einen Hund halten sollst! Ich kenne ja deine Gesamtsituation nicht. Aber ich finde es grundsätzlich tausendmal besser, man geht mit einer gesunden Portion Zweifel und Sorgen an die Sache heran und kann dann nur positiv überrascht werden, als wenn man komplett überzeugt ist, dass alles wie am Schnürchen laufen wird. Wird es garantiert nicht. Aber darauf bist du mit deiner Einstellung vorbereitet.

    Ob du täglich Gassi gehen willst, solltest du dir freilich vorher noch überlegen - und was du später mal beruflich machen willst auch. Was passiert mit dem Hund im Studium/Ausbildungszeit usw. Kriegt man alles geregelt, muss man aber wirklich wollen.

    Dürfen eure Hunde wirklich nicht den Weg verlassen?
    Warum, wenn ich fragen darf?

    Das kommt total auf den Hund an. Die Setter durften beide den Weg nicht verlassen - nicht einen Zentimeter. Alles neben dem Weg wurde nur nach vorherigem Kommen, Absitzen, Anleinen und OK-Signal betreten. Man hätte meinen können, ich hätte ein Dominanzproblem. :ugly: Aber ich hatte nur Sorge um meine Hunde. Die hatten beide ordentlich Trieb und waren groß genug, um über die Vegetation schon früh das Wild zu sehen. Die beiden durften auch nicht mir zur Jagd und mussten innerhalb des Weges einen Maximalabstand zu mir einhalten. Dazu gab es noch diverse andere Impulskontrollübungen (nach dem Ableinen sitzen, bis ich Ok sage, Fressen nur wenn ich Ok sage, ins und aus dem Auto nur mit OK usw.). Bei einem Hund mit viel Jagdtrieb kann einmal Hetzen reichen, dass der bis ans Ende seiner Tage angestochen ist und wenn der Körperbau stimmt, ist er sehr schnell sehr weit weg. Zu Junghundzeiten wirkte das sicherlich alles sehr übertrieben, aber ich bekam damit sehr entspannte Hunde heraus, mit denen ich auf den Wegen überall ohne Leine laufen konnte.

    Das Prinzip war einfach: Wehret den Anfängen. Wer niemals das Hetzen kennen lernt, erfährt auch niemals das damit verbundene hormonelle High, dass nunmal jeden Hund zum Junkie macht - manche nach einem, andere erst beim 3. oder 4. Mal.

    Der Cocker darf auch mal vom Weg runter und geht mit zur Jagd, weil der weniger Trieb hat, kleiner und sehr nasenfixiert ist. Sie sieht Wild meist selbst dann nicht, wenn es 4m neben ihr abspringt, weil sie konzentriert auf der frischen Fährte klebt. Das ist aber deutlich leichter zu händeln als ein Hund, der auf Sicht hetzt, weil man an der ganzen Körperhaltung sofort erkennt, wenn es "interessant" wird und dann früh intervenieren kann. Die rauscht nicht von jetzt auf gleich los und selbst wenn das mal passiert, ist sie auf ihren kurzen Beinen viel zu lahm, um da eine riesige Hetze draus werden zu lassen. Ich muss auch auf Frieda im Wald ein Auge haben, aber da mache ich kein Fass auf, wenn die mal kurz im Gras verschwindet. Wohlgemerkt 2-3 Meter neben dem Weg. Danach ist auch Schluss. Aber die darf sich im Vergleich schon einiges raus nehmen.

    Das Risiko muss man halt von Hund zu Hund abwägen. Meine letzte Hündin war echt nicht ohne. Die hab ich in den ersten zwei Jahren nazimäßig im Antijagdtraining gehabt mit allem Pipapo. Nachbarn waren zeitgleich mit uns mit ihrem Gordon Setter in der Welpengruppe. Wir gingen dann auch mal öfters zusammen spazieren. Die Halterin sagte mir wörtlich, meine "übertriebene Erziehung" käme für sie und ihren Hund nicht in Frage, denn sie sei ja Mutter von drei Kindern und habe keine Zeit "für den ganzen Kiki", den ich mit meinem Hund veranstalte. Und da kam es, wie es eben nicht kommen sollte. Einmal Krähen gehetzt, dann Hase, dann Reh, schließlich Leinenknast und dadurch massive Verhaltensstörungen, weil der Hund einfach nicht mehr wusste, wohin mit der Energie, denn für Ersatzbeschäftigungen war wohl ebenfalls keine Zeit. Leute wie Hund hatten danach viele Jahre puren Stress. Gleichzeitig würde ich aber eben niemals einem Besitzer mit jagdlich wenig interessiertem Hund abverlangen, da den großen Weggrenzen-Drill zu fahren. Das wäre sicherlich mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

    Dort wird eben schon von genetischer Disposition gesprochen, meistens sind davon Hütehundrassen betroffen.

    Ich hab auch sowieso nen Denkfehler drin, weil bei Hunderassen natürlich der Mensch, nicht die Evolution die Finger im Spiel hat. Schließlich haben wir auch andere Eigenschaften heraus gearbeitet, die evolutiv betrachtet nicht sinnvoll sind.

    Ich finde, dass das extrem häufig passiert, dass man gefragt wird, ob man seine Hündin denn auch mal "Junge kriegen lassen" will. Innerhalb meiner Familie und im Bekanntenkreis haben mich das so ziemlich alle Hunde- wie Nichthundehalter schon gefragt. Wenn man dann mit einem klaren "Nein" antwortet, wollen sie meistens auch immer ganz überrascht wissen, warum denn nicht. Ich frage dann gerne, warum sie denn meinen, dass ich das wollen würde? Und dann kommt eigentlich in 100% der Fälle "Weil das doch mal süß wäre, so kleine Friedas/Ilkas/Kimbas. Und der Hund ist doch auch so schön und lieb!" Wenn ich dann meine Gründe erkläre, sagen sie auch oft, dass sie das nachvollziehen können. Aber vorher macht sich scheinbar niemand Gedanken, dass man
    - nicht einfach einen schönen/süßen/lieben Hund mit irgendeinem anderen schönen/süßen/lieben Hund verpaaren sollte, weil die Hunde ihre Genetik nicht komplett offen auf dem Revers tragen
    - sich für mindestens 8 Wochen einen riesen Stress einhandelt, den man als normal berufstätiger Mensch nicht stemmen kann
    - keinen Welpen behalten möchte/kann
    - nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbricht, bei dem Gedanken, selbst gezogene Hundebabies an irgendwelche Leute abzugeben (Vorstellungsgespräch hin oder her - man kann denen auch nur vor den Kopf gucken und nicht in die Zukunft sehen)

    Interessanterweise hat noch niemand den möglichen finanziellen Gewinn angesprochen. Es ging immer nur um dieses impulsive "mal süße kleine XYs" haben zu wollen. :ka:

    Aber bei einem Gewitter bin ich extrem angespannt und wenn es in meiner Nähe knallt, zucke ich unwillkürlich zusammen.
    Auch Böller an Silvester kann ich gar nicht gut ab.

    Sorry für Off-Topic, aber hast du es mal mit einem guten Gehörschutz versucht? Ich hab das nämlich auch. Als Kind hab ich im Zirkus sogar bei der Pferdenummer angefangen zu weinen, weil die Peitsche knallte. Ich bin überzeugt, dass es nicht der Knall ist, den ich hasse, sondern das Erschrecken/Kontrollverlust. Den Gewehrknall empfinde ich z.B. als völlig harmlos, wenn ich selber schieße. Auf dem Tontaubenstand geht's auch noch, weil man da weiß: Wenn die Taube fliegt, knallt's. Aber sämtliche Schießbahnen, wo jeder jederzeit schießen kann, Böller, Raketen, Explosionen, Luftballons - geht gar nicht. Karneval als Kind - Katastrophe! Diese Knaller-Pistolen machten mich wahnsinnig. Ich brauchte auf der 100m-Bahn Einzelstunden, weil ich die Waffe nicht ruhig halten konnte, wenn jemand neben mir saß, der gleichzeitig schoss. Einmal hab ich vor Schreck mein Kleingeld auf den Tisch am Ausgang geschmissen. Hab auch mal einen Teller fallen lassen, weil ich über Gewitter nachgedacht habe und im gleichen Moment der Toast aus dem Toaster sprang. Überhaupt war für mich die Schießausbildung so ne Art Holzhammer-Therapie. Die ersten paar Stunden hab ich Neurexan und Baldrian genommen und hatte trotzdem einen Puls von 140/min.

    Aber eins hab ich davon mitgenommen: Es gibt super Gehörschutz. Auf dem Schießstand trage ich Kapselgehörschutz zusätzlich über den Stöppseln. Zum draußen selber Schießen reicht Kapsel. Für alles andere hab ich immer und überall GUTE Stöppsel dabei. Das hat mir schon in einigen Hotels die Nacht gerettet, aber auch an Silvester fühle ich mich damit wohler. Früher bin ich ab einer gewissen Uhrzeit gar nicht mehr raus gegangen, Fenster mussten zu bleiben usw. Mit Stöppseln kann ich mich auf die Straße zwischen die Nachbarn stellen und komme mir unglaublich mutig vor. :D Ich hab sogar ein Paar Silikon-Stöppsel (die gehen auch einhändig rein) im Auto, weil ich auch schon auf der Autobahn bei Hagel die Krise kriege. Das kann ja auch irre laut werden.

    Man sieht: Ich bin eine echte Heldin. :ugly: Wir können ja eine Selbsthilfegruppe der anonymen Knall-Schisser aufmachen. :D

    Im Gegensatz dazu der DJT meiner Schwester, der super gerne an Silvester, um Mitternacht raus wollte, um sich das Feuerwerk anzusehen

    Kenne ich von meiner Hündin und diversen Jagdhunden im Bekanntenkreis auch. War der mal mit zu Jagd? Meine will hundertprozentig deshalb raus, weil sie denkt, dass da jetzt hunderte toter Rehe rumliegen müssen. Wo's knallt liegt meistens immer was feines.