Beiträge von BadlyConfused

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    eine weiblich gelesene Person

    Trifft in diesem Fall nicht zu.

    Edit: Bei Karpatenköter meine ich

    Upsi, ich bitte um entschuldigung Karpatenköter

    [Ändert übrigens nichts an der Aussage]
    Das bei Männern auch nicht reagiert wird, wundert mich aber auch nicht, solange es nicht heißt die andere Person ist bewaffnet oder es ist eine Gruppe, gehen die wohl davon aus dass Man(n) sich wehren kann.

    Mir ist es ein Rätsel, wieso der Beamte der Polizei niemanden vorbeigeschickt hat, ich kann das nur mit einer - in ostdeutschen Bundesländer leider nicht seltenen - mangelhaften Einstellung zum Beruf erklären.

    Das hat nichts mit Ostdeutschland zu tun, das hat damit zu tun, dass es einfach als Unwichtig eingestuft wird, wenn eine weiblich gelesene Person bei der Polizei anruft und sagt "ich werde von einem Mann verfolgt".
    Das dieses Thema von der Polizei nicht ernstgenommen wird, ist ja bekannt.
    Egal ob bei Verfolgung ("so lange der nichts macht können wir nichts machen"), Stalking ("sehen sie das doch als kompliment"), verbaler Belästigung ("haben sie ihm vllt schöne augen gemacht?") , körperlicher Belästigung ("was hatten sie den an?") oder Femiziden ("das war ein tragischer unfall"). Frauen ( bzw weiblich gelesenen Personen) werden von den Polizei und den Strafverfolgungsbehörden bei diesen Themen nicht ernstgenommen.
    Da gibt Studien und Zahlen dazu.

    Ich hatte schon soo viele gruslige Begegnungen mit Hund und es waren immer Männer involviert und natürlich immer dann wenn ich mit Hund allein unterwegs war.
    Polizei angerufen habe ich aber nie, ich sehe da keinen Sinn dahinter.
    Meist rufe ich meinen Partner oder Freund:innen an, sage laut wo ich bin und gebe eine Beschreibung der Person ab und bleibe dann am Telefon und laufe zu einem Treffpunkt zb einer Bar, einer Haltestelle oder Bankfiliale (basically irgendwas wo eventuell Zeugen und/oder Kameras sind).
    Hatte aber auch schon so Situationen in denen ich mitten im Wald bzw Wäldchen stand und kein Handy dabei hatte :mute:

    Einmal sind mir drei Typen gefolgt und haben im Dunkeln Laska im Gebüsch nicht gesehen.
    Die haben mir hinterhergerufen und wollten dass ich stehen bleibe... als der eine mich an der Schulter gepackt hat ist Laska aus dem Gebüsch gesprungen und ist sehr wütend gewesen.
    Zum Glück fanden die Typen den plötzlich auftauchenden DSH angsteinflößend genug um wegzurennen.
    Bei betrunkenen (oder anders mit substanzen beinflussten ) Menschen habe ich immer Angst dass die auf den Hund losgehen :verzweifelt: Ist leider auch schon mal passiert, aber ich konnte immer dazwischen gehen.

    Ich habe das mit einer Trainerin gemacht.
    Fand ich auch super so. Waren immer Zweier-Teams wobei es nie näheren Kontakt zu dem anderen Hund-Mensch-Team gab, es wurde an verschiedenen Stellen geparkt etc. Während dem Training ist die Trainerin dann zwischen den Teams gependelt und jedes Team hatte noch ein Walkie-Talkie um sich nicht anschreien zu müssen^^
    Die Strategien die Naruto (und ich) dort gelernt haben, haben wir dann im Alltag eingebaut.
    Er kannte nämlich außer ich-raste-an-der-leine-aus gar nichts und konnte sich einmal festgestarrt auch nicht mehr lösen.
    Er hat vor allem gelernt, sich selbstständig abzuwenden, stattdessen schnüffeln zu gehen oder den Abstand zu vergrößern. Für ihn war die Selbstwirksamkeit sehr wichtig, die Erkenntnis das er nicht hilflos ist und er einfach weg gehen kann.
    Das ganze mit Signalen aufzubauen hat nicht den gleichen Effekt gehabt, weil er auch kaum ansprechbar war bzw die Signale nicht ausführen konnte vor lauter ich-muss-da-hin-starren. Und für mich war es wichtig dass ich ihm nicht ständig sagen muss was er tun soll damit er in solchen Situationen klar kommt (Hilfestellung gebe ich natürlich gerne, wenn ich sehe dass es gerade nicht anders geht oder er danach "fragt").

    vielleicht bin ich einfach so ein Gänseblümchen typ von Mensch, aber ich verstehe nicht so ganz, warum man sich mit jemanden "anlegen" will, nur weil er durch sein Megafon das sagt, was man eh gerade tut (gerade durch gehen auf einem weg der eh nur geradeaus führt).

    Warum muss man da direkt aggressiv werden und meckern?

    Bei mir persönlich kickt da einfach die PDA : sobald ich "Befehle" oder Anweisungen von außen bekomme ( dazu noch ungefragt und ungeplant und laut und von einer fremden Person) blockiere ich. Da ist von Meltdown ( laut und eher aggro werdend) bis Shutdown ( einfrieren und gar nichts mehr machen) alles dabei :mute:

    Das klingt doch wirklich super . Markenklimpern reicht hier auch schon aus. Oder heute beim TA im Behandlungszimmer wird schon mal gebellt, wenn draußen ein Hund mit den Krallen klappert oder Besitzer hallo sagt.

    Was ist BAT?

    BAT steht für Behavior Adjustment Training
    Mittlerweile gibts da schon BAT 2.0 und 3.0, also weiterentwickelte Konzepte.

    Ich bin nicht so gut im erklären, aber im Grunde ist es eine spezielle Art von Begegnungstraining, das mehr darauf ausgelegt ist dem Hund in einer sicheren Umgebung die Möglichkeit zu geben selbst eine Lösung zu finden.
    Es geht also weniger Einwirkung vom Menschen aus, außer das Verstärken von dem Verhalten was der Hund anbietet. Das ganze wird in gestellten Trainingssituationen geübt und startet in der Entfernung in dem der Hund noch nicht auslöst, den Hund aber wahrgenommen hat.
    Dazu gehört noch eine spezielle Art des Leinenhandlings und Handzeichen ( wenn ich mich richtig erinnere^^).

    Ich habe hier mit Naruto einen Ex-Leinenrambo sitzen. Er hat nicht nur auf sicht sondern auch auf geräusche wie zb Hundemarken-klimpern oder Flexleinen-Geräusch reagiert.
    Er ist komplett ausgerastet und von null auf 100 in der Leine gehangen.
    Er hat weder gestarrt, noch sich steif gemacht, noch geknurrt ( das hat er erst jahre später gelernt). Er konnte eh null Hundesprache, war null sozialisiert und hatte nur Angst vor anderen Hunden. Das hat sich in das ausrasten verwandelt, nachdem ein Tut-Nix ihn zwischen meinen Beinen erwischt hat und er sich vor Angst eingekotet hat.

    Es war eine sehr anstrengende und trainingsintensive Zeit, weil bei ihm da ganz viel anderes mit reingespielt hat:
    Generalisierte Angst, bei manchen Sachen auch richtige Panik, konnte schlecht zur Ruhe kommen, ständig gestresst.
    Im Grunde war er wie traumatisiert und immer im Modus dass irgendetwas schreckliches passieren konnte. Dauerfluchtmodus.
    Am Anfang habe ich sicher einige Fehler gemacht und das mit "der gewöhnt sich da schon dran" und "muss souverän geführt werden" versucht.
    Bin auch des Öfteren auf TrainerInnen gestoßen die meinten ich musste nur hart genug durchgreifen und blabla.
    Hat gar nicht geklappt, weil Naruto ein unfassbarer sensibler Hund ist und auf alles was nur minimal laut, harsch, einschüchternd etc mit Vertrauensverlust und Flucht reagiert hat.
    Aber verfressen ist er und das war super fürs Management bis er soweit war und draußen entspannt genug war und ansprechbar genug war um an irgendetwas zu trainieren.
    Wir haben erst mit Click4Blick anfangen, was die Grundstimmung ins positivere gewandelt hat. Auf Entfernung ging das gut, aber sobald Hunde näher als 10m waren, hat er nichts mehr angenommen. Also haben wir mit BAT und Begegnungstraining angefangen.
    Das war ein echter Gamechanger.
    Neben dem Training sind wir im Alltag immer Bogen gelaufen und haben viel Alternativverhalten aufgebaut, was irgendwann zu einem Abbruchsignal geworden ist.
    Ein reines Abbruchsignal hätte nichts genutzt, er brauchte die Anweisung was er stattdessen tun soll. Außerdem hilft es ihm wenn er mit der Situation abschließen darf zb durch nachschnüffeln oder durch zusammen nachschauen ob der Hund auch wirklich weg ist.

    Mit der Zeit hat er selbst gelernt abstand reinzubringen in dem er selbstständig bogen läuft oder ganz wichtig an einer Stelle schnüffelt bis der andere Hund weg ist oder er zu mir kommt und sich kuscheln oder Leckerlies abholt.
    Bei sehr nahen Begegnungen zb ein Bürgersteig und Hund kommt frontal entgegen braucht er noch Hilfe, was ich total ok finde. Dann weichen wir kurz auf die Straße aus, stellen uns in eine Parklücke, ich zeige ihm eine tolle Stell zu schnüffeln oder streue ihm Leckerlies.
    Theoretisch klappt es auch wenn ich ihn ins "bei Fuß" hole und wir schnell daran vorbeigehen, aber da ich weiß dass das nicht die entspannteste Situation für ihn ist, bestehe ich da fast nie drauf.

    Das ganze hat einige Jahre gebraucht, aber ich war auch irgendwann an einem Punkt, an dem es mir egal war ob er ein Leinenrambo bleibt oder nicht und habe Situationen immer nur gemanaged oder bin ihnen aus dem Weg gegangen.
    Wäre es anders schneller gegangen?
    Ich denke nicht.

    Mittlerweile kann er überall mit hin, er rastet nicht mehr aus, er ist einfach sehr cool geworden.
    Er kann auch Hundekontakt an der Leine händeln, auch wenn ich das zu 99% vermeide, weil ich das persönlich einfach nicht mag.

    mein Partner ist Heilerziehungspfleger und arbeitet mit Kindern/Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ähnliches Verhalten zeigen.
    Dort wird es meist so gehandhabt, dass die Person in ihr Zimmer begleitet wird und dann dort bleibt, bis sie sich wieder beruhigt hat. Aber alles ganz ruhig mit den Worten: " Du, das tut mir weh, ich möchte das nicht. Ich bring dich auf dein Zimmer, wenn du dich beruhigt hast, kannst du wieder zu uns (mir) kommen".
    Meist klappt das wohl ganz gut, manche toben dann wohl noch etwas (oder auch länger), aber oft kommen die dann nach kurzer zeit wieder und je nach Situation und Person wird dann nochmal darüber gesprochen.