Ich denke es ist zum einen die Optik und zum anderen die Tatsache, dass manche Leute sich einfach selbst belügen. Ich glaube schon, dass sich viele Leute über die Bedürfnisse ihrer Hunde im Klaren sind, sich aber einreden, das irgendwie doch stemmen zu können. Irgendwann klappt das mit Hilfe eines guten Trainers und der nötigen Aufklärung vielleicht auch, ist aber dann weit entfernt von der Vorstellung, die man vor dem Kauf hatte. Mir stellt sich da trotzdem die Frage, wieso es dann gerade eine Hunderasse sein muss, für die ich meine Gewohnheiten und Vorstellungen vom Zusammenleben mit dem Hund komplett umschmeißen muss?
Bestes Beispiel ist eine ältere Dame in meinem Verein, die sich mit einem jungen Briard herumschlägt. Die zwei passen nicht zusammen, sind in meinen Augen der verkörperte Stress auf zwei und vier Beinen. Die Frau bemüht sich zwar und händelt ihn irgendwie, aber mir tun beide einfach nur leid. Der Hund wäre in den Händen von konsequenten Hundesportlern glücklicher, sie hätte sicher mehr Freude an einem mittelgroßen, freundlichen Wauzi. Aber nein. Es musste ein stolzer Briard sein. Und dann natürlich auch noch ein Rüde in hell, weil man die Farbe so schön findet. Ist schon ziemlich klasse einen stolzen, hellen Briard zu haben, den man nicht führen kann
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Eine andere Frau hier aus dem Ort hat zwei Huskymädels. Sind liebe, nette Damen und wunderhübsche Tiere, wissen aber leider nicht wohin mit ihrer Energie, weil die gut gemeinten, 1 1/2-stündigen Runden am Tag für sie jetzt nicht wirklich erfüllend sind. Deshalb erklimmen sie hin und wieder Zäune und treiben sich in der Nachbarschaft herum oder jaulen von früh bis spät im Haus, weil Frauli gerade arbeitet. Die Frau liebt ihre Hunde und sie tut alles, was ihr möglich ist, für die beiden. Aber ob beide Seiten so glücklich sind, wage ich zu bezweifeln. ![]()