Jeder weiss was am besten, für seinen Hund ist man muss sie doch nicht über alles aufregen.
Manche Menschen wissen das leider nicht oder trauen sich nicht, ihre Hunde auch mal frei laufen zu lassen. Viele sind auch einfach nur Übervorsichtig. Bis zu einem gewissen Maß verstehe ich das, aber irgendwo muss man sich auch mal etwas trauen...dem Hund zuliebe.
Bestes Beispiel ist ein Mann hier aus der Straße. Er hat immer ältere Schäferhunde aus dem Tierschutz. Der erste war laut seiner Aussage unverträglich und er ging deshalb nur früh morgens und ganz spät abends im Dunkeln, um niemandem zu begegnen. Ich bin ihm mal beim Joggen begegnet, aber bis auf etwas Leinenpöbelei (einfach nur Bellen ohne wirkliche Tendenz nach vorne) war das absolut kein Drama. Trotzdem hatte der Mann Angst, dass etwas passieren könnte. Ergo: Der Hund lief sein ganzes Leben lang im Dunkeln an der kurzen Leine. Das war schon schlimm, finde ich.
Der Hund starb vor zwei Jahren. Nun hat er eine neue Schäferhündin. Eigentlich eine sehr nette Hündin, doch er und seine Frau sind noch so "traumatisiert" vom Vorgänger, dass sie ihr nicht über den Weg trauen. Ergebnis: Auch dieser Hund fristet sein Dasein nun im Dunkeln an der kurzen Leine. Er wohnt fast gegenüber, aber den Hund habe ich in den zwei Jahren vielleicht dreimal tagsüber gesehen. Das war ganz am Anfang.
Meine Mutter hat ihn auch mal gefragt, ob der Hund auch unverträglich sei. Er wisse es nicht und wolle einfach kein Risiko eingehen, denn der Hund würde schon Knurren, wenn ein anderer in anpöbelt, war die Antwort. Und sowas finde ich dann schon schlimm. Mittlerweile würde ich sogar sagen, dass der Hund bestimmt irgendeinen Knall bekommen hat, so isoliert wie der lebt. Als ich ihnen das erste Mal begegnete, waren die Frau und ihre Tochter mit ihm unterwegs. Die Hündin hat uns gesehen und war etwas aufgeregt. Da hat sich die Tochter zu ihr runtergebeugt und sie "abgelenkt", während die Frau sich in die Leine gestemmt hat, als habe sie einen Tiger zu bändigen. dabei stand die Hündin einfach nur etwas angespannt, wie es viele Hunde tun, wenn sie fremde Hunde sichten. Kein Grund, Angst zu haben.
Das ist nichts, worüber ich mich tatsächlich aufrege. Aber ich bedauere es schon sehr für den Hund.