Ich halte Aussies sowieso für eine absolute Liebhaberrasse. Man muss ihre ganzen rassetypischen Ecken und Kanten einfach liebhaben, um damit umzugehen. Und das wird eben meist unterschätzt, sich schön geredet etc. Man muss sich auch damit abfinden können, das gewisse Dinge mit Aussies eben anders laufen, es mehr Einsatz und mehr Aushalten bedeutet, einen Aussie zu führen. Man muss ein dickes Fell haben, darf sich und seine Hunde nicht zu ernst nehmen und man muss seine Hunde einfach wirklich wirklich mögen, um über gewisse Dinge hinwegsehen zu können.
Ich liebe diese Rasse und in manchen Momenten frage ich mich ernsthaft "Wie bekloppt bist du eigentlich, dass du dir das antust und es immer wieder tun wirst? Du könntest es so einfach mit einer anderen Rasse haben!". Antwort: Richtig. Ich bin völlig bekloppt und ich liebe die elektrisierende Energie dieser Hunde einfach. Mir wäre eine andere Rasse wohl einfach zu langweilig und ich selbst bin genauso voller Ecken und Kanten wie meine Hunde. Wir passen irgendwie gut zueinander, weil ich das Verständnis für sie aufbringen kann und sie für mich.
Ich denke wirklich, dass dieser "leicht erziehbare Jedermannshund"-Stempel dem Aussie das Genick gebrochen hat. Das Image wurde schlechter, die Tierheime voller, die Vorurteile größer. Viele finden meine Hunde toll. Meine klasse arbeitende,mir gegenüber völlig zärtliche und bemühte Hündin, die aber keinerlei Angst vor der eigenen Unversehrtheit hat und auf die ich deshalb immer genau ein Auge haben muss. Und meinen sehr braven. liebevollen Rüden, der sich ja so toll zusammen nehmen kann, mir aber als Jungrüde mehrere Narben am Arm verpasst hat, weil er sich null im Griff hatte. Wieviel Blut, Schweiß und Tränen mich gerade Tex gekostet hat, sieht niemand. Und genau das ist meiner Meinung nach das Problem. Man muss dazu bereit sein. Und wer sich da verschätzt stellt bald schon seinen Hund bei Notaussie zur Vermittlung.
Richtig geführt sind Aussies wunderbare Begleiter. Das schätzen vermutlich aber auch nur ihre Halter, weil sie die meiste Zeit mit ihnen verbringen. Ihre Anhänglichkeit, ihr Kumpeltyp und ihre Bedingungslosigkeit wiegen einfach manche Problemchen bei der Erziehung zehn Mal auf. So ist es jedenfalls für mich.