So, da bin ich dann mal deinem Rat gefolgt, und habe den Tierheimbesuch vorverlegt auf heute, um die "Liebe auf den ersten Blick" entscheiden zu lassen. Oje, das hat mich dann ein wenig wieder zurück auf den Boden geholt.
Mein Vorurteil, daß man Hunde aus einem Tierheim "retten" müsse, ist wohl falsch. So richtig unwohl, verängstigt oder vernachlässigt wird sich da wohl kein Hund fühlen, ich sah sogar zwei Betreuer, die gerade in den Käfigen "ihre" Hunde beschmust haben, das fand ich richtig toll. (Und offensichtlich die Hunde noch viel toller.)
Man erkennt auch sofort die richtigen Kläffer, die für eine Mietswohnung wohl eher nicht geeignet sind.
Nur die "Liebe auf den ersten Blick" habe ich leider diesmal nicht gefunden, da waren ein paar sehr liebe Hunde dabei, von denen zwei es auch gelernt haben, sich durch das Gitter streicheln zu lassen, indem sie sich ganz dicht daran pressen. Aber ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, weil fast überall davor gewarnt wurde, seine Finger durchzustecken ;-) Sind aber noch alle 10 dran.
Ansonsten haben mich die Hunde ordentlich beschnüffelt, soweit es durchs Gitter geht, und haben mich danach entweder verbellt oder ignoriert.
Netterweise hat mir eine Pflegerin die Gelegenheit gegeben, einen der Hunde im Freilauf zu erleben, jedoch wurde ich noch nie in meinem Leben dermaßen von einem Hund ignoriert. Ich war schlicht und ergreifend nicht vorhanden für ihn.
So, aber aufgeben gilt nicht, jetzt mache ich erstmal die Sachkundeprüfung für gefährliche Hunde, die laut Pfleger auch für 20/40 Hunde gilt. Kann das jemand bestätigen?
Beim nächsten Besuch hat ein Pfleger vielleicht auch etwas mehr Zeit, die sind ja nicht zum Bespaßen der Besucher da, sondern eher für die Hunde. Vielleicht hat sich ja "mein" Hund gerade ins Haus zurückgezogen, während ich dort war.
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Ich persönlich finde diese "Liebe auf den ersten Blick" wird überbewertet und führt nicht selten zu falschen Entscheidungen.
Bei der Hundewahl sollte man natürlich auf den Bauch höhren, aber auch rational rangehen.
Da sitzt nun der Hund bei dem es "klick" gemacht hat. Alle Hinweise zur Vorgeschichte wurden "nicht ernst gemnommen" - DIESER Hund ist es und kein Anderer - das wird schon!
Im Alltag erkennt man dann das der Hund Probleme verursacht, die man nicht einfach so in den Griff bekommt und der anfängliche "Seelenhund" entpuppt sich dann ganz schnell als "lästige Nervensäge" - weil man es sich alles viel einfacher vorgestellt hat.
Ich rate dir daher, rational zu entscheiden und nicht nach dem "Klick" zu suchen sondern nach der überlegung zu gucken, ob ihr beide im Alltag klar kommt - denn dadurch wächst Vertrauen und "Liebe".
Wir haben unseren Hund nach ratinalen Gründen ausgescuth - auch der erste Gassigang war sehr ernüchternd - dennoch sind wir jetzt ein super Team und haben eine enge Bindung zueinander aufgebaut - einen besseren Hund hätte ich nicht bekommen können.
Man erkennt bei nem 20 Minuten TH-Besuch auch ganz sicher nicht die "richtigen kläffer".
So ziemlich jeder Hund im TH bellt mehr oder weniger doll - überlegt mal was die Tiere für einen stress dort haben - allein den Geräuschpegel jeden tag ertragen zu müssen wenn nbur 10 Hunde in einer Halle bellen. Ist ein bisschen wie "Einer fängt an und alle bellen mit".
Unser Arek hat im zwinger NUR gebellt - sobald er draußen war aus dem Zwinger (wir haben ihn gleich mit genommen) habe ich 1 Woche keinen Ton von ihm gehört.
Unsere erste wahl fiel auf einen älteren Terrier der mir zusagte, weil er zu den wenigen Hunden gehört die ruhig waren als wir ihn rausgeholt bekamen.
Doch ein anderes Paar war "schneller" udn hat ihn adoptiert 
2-3 mal habe ich sie wiede rgetroffen im Park/Hundewiese - jedes mal habe ich den Hund mehr oder weniger doll bellen gehört bei "Kleinigkeiten".
Arek hingehen bellt vielleicht alle 3 Tage mal - wobei es eher ein Wuffen ist ...
Zum "retten".
Nun ja - eine Familie ist immer besser als ein Zwinger/schlechtes Futter/zu wenig Aufmerksamkeit von Menschen/Zu wenig Bewegung und Gesellschaft/Zu wenig Abwechslung - was du gesehen hast war nur einen momentaufnahme - ich glaube kaum dass die Tierpfleger di zeit haben alle Hunde am Tag ein mal "durch zu kuscheln".
Wenn sie Glück und die kapazität haben, können alle Hunde ein mal am Tag spazieren oder in den Auslauf.
Ein tolles Leben stell ich mir anders vor ...
Aber in deutschen Tierheimen geht es schon besser zu als in ausländischen.
Wir haben Arek aus einem polnischen TH - das war ein Graus. Ca. Alle 4 Wochen können die mal spazieren. Ansonsten teilen sie sich einen kleinen Zwinger mit 1-3 anderen Hunden. Ein kleines Fenster wo kaum Sonne durch kam.
Arek ist absolut verfressen, hat aber sein Futter im TH nie wirklich gesgessen wegen des Stresses - er kam voller Flöhe zu uns und stank erbärmlich.
Als er draußen war, war das Erste was er getan hat, sich im Gras zu wälzen (sonst hatte er ja nur Beton).
Die Pfleger dort waren sehr nett, aber bei 2 Pflegern für ca. 100 Hunde ist man froh, dass man es schafft das die Hunde täglich frisches wasser+Futter haben und nicht in der eigenen Kacke liegen müssen.
Das TH ist auf ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen - ist aber Schwrig wenn das Dorf selber sehr arm ist und die Familien nicht wissen wie sie sich über die Runden bringen sollen. Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist da luxus den sich keiner leisten kann ...
Gucke aber nicht nur dass du was "retten" kannst - nehme den Hund der passt. Egal wie "dreckig" es ihm vorher ging.
(Ich bin nicht ins polnische TH gegangen weil es den Hunden dort schlechter geht - sondern weil ich in deutschen Tierheimen keinen Hund gefunden habe, der in usner Leben gepasst hätte)
Dass TH-Hunde dich anfangs ignorieren ist völlig normal.
TH-Hunde sehen twöchentlich so viele verschiedene Menschen und geheh mit ihnen raus (Ehrenamtliche, Praktikanten, Interessenten - die Pfleger sind das einzig konstante - aber auch da gibt es Krankheit, Urlaub, Kündigung, schwangerschaft, ...)
Die Hunde können sich doch nicht an jeden X-Beliebigen binden der vorbei kommt ...
Und das der Hund dich im Freilauf ignoriert hat - nun ja - stell dir mal vor du darfst 1h am Tag laufen und schnuppern, ansonsten bist du die restlichen 23h auf Beton eingesperrt in eienr lauten Halle - ICH würde auch die zeit nutzen und rennen und schnuppern und die firsche Luft und die Sonne genießen, anstatt den menschen in der Ecke zu bespaßen 