Beiträge von wiejetztich

    Also, wie korrigiert ihr Ängste beim Hund?

    Bzw. solche Unsicherheiten und Schreckmomenten des Hundes bei Mülltonnen ect.

    Gar nicht :ugly:
    Ich sehe da keinen Sinn drin. Mein großer Hund hat furchtbar Angst vor so Raschelkram. Tüten, Pappe... schon seit er ein Baby ist. Ich vermute, dem ist bei der Züchterin mal der Futtersack auf den Kopf gefallen :ka:

    Ich habs jedenfalls mit Desensibilisierung versucht. Also, versucht zu zeigen, daneben zu spielen, zu füttern...
    Es ist besser geworden, aber so ganz wird das wohl nie weggehen.
    Wobei er auch ducken und Flucht wählt und den Kram nicht anmöppert. Anbellen fänd ich nicht so lustig, da müsste ich mir dann was überlegen.

    ist dein Balou "nur" ein unsicherer Junghund, andere Hunde in dem Alter sind genauso! 50 Seiten lang beschäftigen sich andere HH mit deinen geschilderten Problemen....Das ihr aber ja eigentlich gar nicht habt, weil Hund total normal???

    Du hast die 50 Seiten nicht gelesen, oder? :???: Julia hat den Thread zwar initiiert, aber tatsächlich ist es ein allgemeiner Austausch. Es ging und geht auch um andere Hunde, deren Probleme und mögliche Vorgehensweisen.

    Btw, viele Hunde haben in dem Alter eine Unsicherheitsphase, in der alles gruselig ist. Gefühlt ist das bei Hündinnen aber häufiger, als bei Rüden. So jedenfalls mein Eindruck.

    @wiejetztich
    Mit Sicherheit ist das sehr hilfreich und spannend - nur ob man das auch so umsetzen kann in Eigenregie, sei dahingestellt. Es gibt sicher Menschen, die das können, ich zähle mich da nicht zu.

    Als Beispiel (lassen wir "fair" und "angepasst" mal so im Raum stehen): Ich war auf einem Seminar, wo mit gutem Timing durchaus überzeugend korrigiert wurde. Ziel sollte es sein, die Erregung gar nicht erst steigen zu lassen und den Hund direkt zu korrigieren, bevor er sich hochspult. Untermalt wurde die Korrektur hier unter anderem mit dem Schlag einer Lederleine auf z.B. den eigenen Schuh (z.B. heißt nicht, das man auch auf den Hund schlagen sollte, nur damit kein falscher Eindruck entsteht. Es sollte nur etwas mehr Nachdruck verleihen..). Bei fast allen Hunden reichte ein leises Winken mit der Leine, bei Caspar meinte die Trainerin selbst, er sei verdammt schwer zu beeindrucken - sie hat irgendwann volles Rohr mit der Leine gegen die Kofferraumkantegehauen, damit er sie überhaupt beachtet. Ab dem Punkt war Caspar sehr sehr verunsichert und leicht zu lenken durch sie - er musste eigentlich nicht mehr korrigiert werden, weil er permanent nachgefragt hat.
    Mir gefiel der Hund da schon nicht mehr so wirklich, aber es wurde erklärt, dass sei nur Verunsicherung aufgrund der geänderten Regeln. Und es klang nach sicherer Lösung (und ja, nach einigen Jahren Leinenaggro WILL man sichere Lösungen) und ich habs zuhause versucht umzusetzen. Hauptproblem war und ist, dass ich es ganz furchtbar finde, so mit einem Hund umzugehen und damit überhaupt nicht leben konnte. Und wenn man dann so eine schon für mein Empfinden stark aversive Methode anwendet, sich dabei zudem scheiße fühlt und es nichts bringt, außer dass der Hund beginnt, einen zu meiden, dann begibt man sich in einen Teufelskreis. Mir tut es im Nachhinein immer noch sehr leid, dass ich das überhaupt versucht hab, aber der Reiz des vermeintlich leichten Weges war zu stark. Nach einigen Tagen habe ich hingeschmissen und zumindest das bislang keine Minute bereut. Für mich war es nichts und für Caspar noch viel weniger - was aber nicht bedeutet, dass es nicht funktionieren kann oder es keine Teams gibt, bei denen dieser Weg zum Ziel führt.

    Wenn man sich bei dem, was man da umsetzt, nicht wohl fühlt, hat das meiner Meinung nach auch wenig Sinn.

    Für mich klingt das aber eher so, als wäre es nicht die richtige Methode für diesen Hund gewesen. Ziel ist ja absolut nicht, dass ich den Hund in Dauerangst versetze, damit er sich nicht mehr traut zu atmen. So kann er dann auch nichts mehr lernen.
    Am Anfang des Threads habe ich mal beschrieben, wie ich es bei meinen Hunden aufgebaut habe: beim großen durch wegtreiben, beim kleinen flog etwas. Andersrum hätte das nicht funktioniert. Den kleinen würde ich wahnsinnig verunsichern, wenn ich ihn durch die Gegend scheuchen würde. Der kann mit Druck von mir nicht umgehen. Nach dem großen dürfte ich nichts werfen, der bekäme schlicht Angst.
    Wenn der Hund zum ersten Mal auf eine aversive Art korrigiert wird, ist er natürlich erstmal verunsichert und weiß nicht, was zu tun ist. Aber das müsste sich dann auch recht schnell wieder auflösen, wenn er den Zusammenhang hergestellt hat. Heißt, er lernt, wie er sich verhalten darf und wie er den "Ärger" umgehen kann. Das ist dann der sichere Rahmen, in dem er dann genau das Gegenteil erfährt: Lob und Wohlwollen.

    Ich habe mal gesehen, wie ein stark mobbender Junghund korrigiert wurde. Das war für mich sehr beeindruckend, denn nachdem er gerallt hat, dass dieses Verhalten nicht gewünscht ist, hat das so viel Anspannung aus der Situation genommen. Anstatt kläffend und bedrängend hinter anderen herzuwetzen und sich, von seinem Verhalten total überforderten anderen Hunden, eine Ansage abzuholen, konnte er freundlich Kontakt aufnehmen und es entstanden Spielsequenzen. Der Hund war nicht mehr auf 390, hat keine Stressanzeichen mehr gezeigt und es schien, als hätte man ihm eine große Last abgenommen, indem man ihm gezeigt hat, dass er nicht dieses total überspulte Verhalten muss, wenn er mit anderen interagieren will.
    Ich könnte mir vorstellen, dass es bei (aus Unsicherheit) pöbelnden Hunden ähnlich sein könnte.

    Vielleicht würde es ja helfen, wenn man sich das mal bei jemand anderem ansieht?

    Ich durfte ein paar mal einer Trainerin zusehen, die wirklich auf den Punkt, fair und angepasst korrigiert hat. Nicht bei meinen eigenen Hunden, so war ich da emotional auch nicht verwickelt. Ich fand das sehr lehrreich.

    @Mikkki
    Ohne dir auf die Füße treten zu wollen: so richtig durchdacht gelöst, finde ich das Vorgehen (Leine kurz und stramm, dabei Knieschubs), auch nicht.
    Ich habe (bei meinen Hunden), eigentlich immer auf den "Überraschungseffekt" gesetzt. Also der kurze Moment, in dem der Hund denkt "huch, was war das?", seine Handlung deswegen unterbricht und ich ihn genau dann wieder abholen kann, um ihm quasi das "richtige" Verhalten wieder anbieten zu können.
    (Ich hoffe, man versteht das Gewurschtel :???: )

    Du hast Sino da in eine unangenehme Situation gebracht (Feind kommt, er wird quasi geknebelt und dann auch noch geschubst.) An welcher Stelle, gibst du ihm da die Chance, sich richtig zu verhalten und das unangenehme zu umgehen? "Faire Korrekturen" sind für mich auch, dass ich dem Hund zwar (deutlich) sage "find ich scheisse, lass das sein", aber ihm gleichzeitig auch die Möglichkeit gebe, zu verstehen, was falsch ist, damit er eine Handlungsalternative entwickeln kann (oder von mir gezeigt bekommen kann).

    Ich würde mich nie auf körperlicher Ebene mit meinem Hund auseinandersetzen wollen :fear: Wenn ich mir die beiden mal im Alltag ansehe, dann sind die schon sehr "robust". Beim Spiel kneifen die sich gegenseitig in irgendwelche Körperteile, gehen in eiskalte Bäche, kauen auf Dornenranken rum... wenn man das übertragen kann, würde ich sagen, die haben eine recht hohe Schmerztoleranz.
    Würde ich nun Gewalt oder Schmerzreize einsetzen wollen, um eine Handlung abzubrechen/sie zu strafen, müsste ich wohl ziemlich massiv agieren, damit das einen Effekt hat. Das könnte ich nicht, das wollte ich nicht. Knuffen, Kneifen, Klapsen... wie man es nennen mag, wären für mich daher gar keine Option.

    Wenn mich 30kg im Spieleifer angesprungen haben, habe ich ihn auch (weg)geschubst, damit er das lässt. Das ist zwar körperlich, hat aber ja weder die Intention, noch den Effekt, dass es wehtut.

    Hat jemand von euch ein Bild wie die Halsbänder bei echt großen Hunden ausschauen? Ich hätte ja total gerne eins, aber hab für Simba immer Halsbänder von 2,5cm bzw. 3cm Dicke :ka: eine Leine fällt wohl sowieso raus :(

    Das Bild ist doof, aber man sieht das Halsband:
    64cm Schulterhöhe, 55er Halsband

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