Beiträge von Juliaundbalou

    Hmm, ja, dass sich Grüppchen bilden, denke ich auch. Für Nell würde sich also sicherlich eine „Verbesserung“ ergeben durch 1-2 weitere Hunde (nicht falsch verstehen, ich will keine weiteren Hunde :-D )…

    Ich meine aber eher sowas wie, dass Balou sich immer angesprochen fühlt. Müsste ich zwei weitere Hunde ansprechen, würde er sich ebenfalls immer angesprochen fühlen. Auch wenn er ja gar nicht gemeint ist. Da hätte er also noch mehr „Stress“, egal ob bei Kommandos oder aber auch beim Wegschicken oder auch mal bei einer Korrektur.

    Oder dass er Gewusel halt nicht haben kann. Dann müsste er in einem anderen Raum abseits von allem sein, um seine Ruhe zu haben? Und das fast den ganzen Tag?

    Er möchte aber gern bei uns sein.

    Er ist wirklich sehr sensibel. Ist er dann so eine Ausnahme? Kann ja sein. Oder haben die Vielhundehalter solche Hunde nicht oder haben sie dafür gute Lösungen?

    Es ist wie so oft, dass beides möglich ist. Bei uns ist es nicht „schöner“ geworden durch einen zweiten Hund, sondern anders. Meine Bindung zu Balou war auch extrem eng. Richtig schön.

    Seit Nell da ist, hat er sich tatsächlich ein wenig zurück gezogen, weil Nell so eine Rampensau ist und er halt ein absolutes Herzchen.

    Balou kann keine Grenzen ziehen (Nell ist ein Kontrolleti, also müssen wir ständig managen), er möchte nicht kontaktliegen mit Nell (sie aber schon), er ist nicht gesund und möchte viel Ruhe haben (Nell will Action). Es ist anstrengend mit zwei sehr unterschiedlichen Hunden. Und es wäre mit zwei weiteren Hunden, die besser zu Nell passen würden, ja nicht besser sein. Balou wäre trotzdem etwas zurück gezogen und ihm würde die Ruhe fehlen, auch wenn Nell sich dann an den anderen Hunden mehr ihre Bedürfnisse befriedigen könnte.

    Hätte man das schon so vorhersagen können, als wir Nell geholt haben? Eher nicht. Sie war sechs Monate alt, hat gern gespielt, Balou aber auch mit damals fünf Jahren und er war bei weitem noch nicht so krank. Sie haben ab und zu gekuschelt, es hat ein paar Mal gekracht beim Thema Ressourcen - seitdem hat Nell es verstanden.

    Da er so ein Herzchen ist, bezieht er aber jede Ansprache auf sich. Auch wenn Nell ne Ansage kriegt - ja, mit „Nelli, nein!“ o.ä., fühlt er sich angesprochen.

    Haben die Vielhundehalter keinen so sensiblen Hund? Sind das alles dann Charaktere, die sich gut durchsetzen können und sich gut abgrenzen können? Hat man da achtmal, x-mal so viel Glück gehabt? Oder empfinden das nicht alle als so „schlimm“ wie ich?

    Unglücklich ist Balou sicherlich nicht. Aber er war schon glücklicher als Einzelhund würde ich behaupten. Dabei knallt es hier nie, sie sind harmonisch, toben ein wenig, laufen entspannt zusammen gassi und fressen in einem Raum ohne Probleme. Sie bleiben sogar schon länger zusammen allein, was die ersten 1-2 Jahre nicht ging.

    Nelli wäre als Einzelhund vermutlich zuhause entspannter. Sie ist sehr reizoffen, nochmal anders als Balou, selbstbewusst und co, kriegt alles mit und kann dadurch echt schlecht abschalten.

    Weil bei einem Welpen oder einem Tierschutzhund sieht man ja noch nicht so ganz, wie der mal sein wird. Nur eine Tendenz. Ob die Gruppe dann wirklich harmonisch sein wird. Finde das Thema echt spannend.

    Dann bin ich wohl eine der HH, vor der man Angst hat, sie könne die Hunde mal nicht halten und wo man sich fragt, warum um Himmels Willen es zwei große Hunde und dann noch ein Kind sein müssen :ugly:

    Balou ist neun Jahre alt und seit fünf Jahren kastriert aus Stressgründen, die seine IBD getriggert haben. Bei Hunden ist er von Welpenbeinen an angespannt bis gestresst. Teils sicherlich selbst verschuldet. Als junger Hund hat er extrem gepöbelt - auch bei Menschen. Es gab eine Zeit, die sehr extrem war. Das alles ist bei ihm reine Unsicherheit und in Hausnähe Territorialverhalten.

    Wir lebten aber so, dass ich super ruhig spazieren konnte. Mit Bögenlaufen hatten wir einen Stand erreicht, der für mich ok war.

    Er wurde über die Jahre so oft angefallen (zweimal ernsthaft mit größeren Verletzungen), dass er einfach nur Angst hat vor (freilaufenden) Hunden.

    Dann zog Nelli ein. Sie wuchs die ersten Monate städtisch in Bremen auf und kam dann zu uns. Von Anfang an ließ sie sich super umorientieren und bis heute (sie wird bald vier) läuft sie im Freilauf zu keinem Hund hin und hat eigentlich kein Interesse an Kontakt.

    Leider konnte ich irgendwann nur noch mit beiden gleichzeitig spazieren (gesundheitliche Gründe und dann weil ich Mutter wurde und nicht mehr die Zeit für getrennte Runden habe) und dann sind wir auch noch umgezogen. Balou hat einen grauen Star und motorische Anfälle. Dadurch hat er noch weniger Lust auf Hunde und Nelli ist dadurch ebenfalls unsicherer geworden.

    Hier ist außerdem eine deutlich höhere Hundedichte und nun habe ich unterwegs echt ein Problem. Innerorts geht’s meistens noch, da sind andere Hunde angeleint und wir können gut in Einfahrten ausweichen, es ist eine Straße zwischen uns usw.

    Aber im Feld oder Wald ist es echt teilweise sehr sehr belastend. Oft habe ich Glück und wir treffen niemanden, aber genauso oft treffen wir mindestens dreimal andere Hunde und wenn mir dann teilweise noch nicht einmal die Zeit gegeben wird, mich zu sortieren, wenn man auf einer Ecke aufeinander trifft, ist das mehr als grenzwertig. Beide hängen dann pöbelnd in der Leine und ich kann sie schwer halten.

    Die meisten Leute warten einen Moment, ich kann ein Stück an die Seite fahren, Bremse in den Buggy hauen und beide Hunde an einer Leine befestigen, Futter verstreuen usw. Dann ist es ruhig und ich habe Diskussionen, dass meine Hunde ja so lieb sind. Warum ich denn so einen Aufriss mache.

    Die wenigen anderen Leute laufen halt stumpf weiter und reagieren nicht auf meine Bitte, mir gerade zehn Sekunden Zeit zu lassen.

    Das ist der Grund dafür, warum ich nicht mehr zwei Hunde halten möchte und der nächste Hund deutlich kleiner und leichter werden wird. Ich habe da keinen Nerv mehr für.

    Mittlerweile öffnet er sich etwas und spricht unterwegs mal mit Fremden usw. Spielt im dm bei den Spielsachen mit fremden Kindern (also mehr daneben, als zusammen). Und da sehe ich, dass er langsam so weit ist, in den KiGa zu gehen.

    Unabhängig davon, dass er sehr an dir hängt, du weisst nicht, wie er wäre, wenn andere Kinder für ihm ständig verfügbar wären, evtl. wäre er dann jetzt schon offener und selbstsicherer.

    Das ist übrigens ein Punkt, den ich immer schwierig finde, wenn Kinder lange daheim bleiben. Wenn man die nötigen Sozialkontakte hat, gut, aber wenn nicht, ist das für die Entwicklung nicht gut. Ich habe die Unterschiede bei meinen Kinder während Corona richtig gemerkt. Die hatten zwar sich als Brüder, aber daa war einfach nicht ausreichend.

    Danke. Ich weiß, dass das nicht optimal ist.

    Aber wenn es halt privat nicht klappt, jemanden für regelmäßige Treffen zu finden, ist das leider so. Unsere Freunde haben keine Kinder, meine Geschwister auch nicht, Familie nur sehr entfernt, wo kein Kontakt besteht.

    Wir haben uns beim Kinderturnen angemeldet, sobald wir umgezogen sind. Also war er da etwas über ein Jahr alt. Das ist jede Woche. Ich bin mit ihm immer auf dem Spielplatz und habe wirklich versucht, Kontakte zu knüpfen zu anderen Müttern. Beim Turnen waren wir eine Zeit lang, dann wollte er nicht mehr die ganze Zeit dort bleiben und dann irgendwann gar nicht mehr hingehen. Auf dem Spielplatz mussten wir immer gehen, sobald mehrere Kinder da waren oder ganz abseits spielen.

    Für uns ist es so passender, dass Karl erst etwas Selbstbewusstsein aufbauen konnte und nun im Sommer eingewöhnt wird. Ich hätte ihn gern jetzt im Winter eingewöhnt, aber das geht halt leider nicht.

    Aber ich weiß ja, dass ich eh alles falsch mache. Mit meinem Kind, mit mir selbst und mit meinen Hunden.

    Das Thema ist halt wie fast alles extrem individuell.

    Ich arbeite seit September zehn Stunden pro Woche und mache es gern. Allerdings stresst es extrem. Karl will weder mit Papa noch mit Oma allein bleiben. Ich mache aber nur an einem von drei Tagen Home Office. Also lasse ich ein „Hilfe, Mama!!!“ brüllendes Kind zurück. Und er beruhigt sich nicht nach zwei Minuten. Teilweise weint er zwei Stunden von vier.

    Bin ich zuhause und putze was, mache was im Garten, ist es mit Oma meistens ok. Mit Papa mal so, mal so. Aber dann bin ich ja auch greifbar. Es ist schwierig. Karl ist sehr sensibel, kennt kaum Kinder (leider!!!) und ist auch eher zurückhaltend. Mittlerweile öffnet er sich etwas und spricht unterwegs mal mit Fremden usw. Spielt im dm bei den Spielsachen mit fremden Kindern (also mehr daneben, als zusammen). Und da sehe ich, dass er langsam so weit ist, in den KiGa zu gehen. Vorher wäre das einfach ein totaler Griff ins Klo gewesen. Genauso wie die Spielgruppe, die wir ja besuchen wollten und ihn dann nach zwei Monaten wieder abgemeldet haben.

    Er kommt im Sommer mit genau drei Jahren in den KiGa!

    Vielleicht solltet ihr, wenn ihr ein zweites Kind bekommt, über einen früheren Start nachdenken. Das kann schon hilfreich sein. Muss ja nicht ein voller Tag sein, aber so einen Vormittag, dann kannst du ein paar Stunden Luft holen.

    Ich weiß dass einige Mütter den Anspruch haben, ihre Kinder nicht zu früh (für mich ist übrigens alles ab einem Jahr nicht zu früh) zu schicken, aber das passt eben nicht für alle.

    Ein früherer Start ist leider nicht möglich. Wir bekommen die Zusage erst in ein paar Wochen und die Eingewöhnung findet immer erst nach den Sommerferien statt. Sonst hätte ich Karl sehr gern zeitnah eingewöhnt, weil er langsam so weit ist. Im Sommer war das noch ganz anders. Da haben wir so eine Spielgruppe (Vormittagsbetreuung) versucht und das ging gar nicht. Selbst mit mir zusammen wollte er irgendwann nicht mehr hin, dabei waren wir wochenlang zweimal wöchentlich da und ich habe ihn nur kurz allein gelassen, um mal zur Toilette zu gehen.

    bad_angel danke, so kenne ich das auch.

    Wir haben heute über das Thema gesprochen und haben nun eine gute Lösung für uns gefunden, denke ich. Ich arbeite aktuell in einem Minijob und seitdem ist es alles nur noch anstrengender geworden. Wir planen nun, dass ich bis zur KiGa-Eingewöhnung arbeite und dann vorher halt kündige. Ich werde mich dann erst einmal auch nicht nach einem Halbtagsjob umsehen, was ich eigentlich vor hatte.

    Stattdessen gewöhne ich in Ruhe Karl ein, atme vormittags dann etwas durch und wir starten den Kinderwunsch erst dann in Ruhe. Aber die Voruntersuchung dafür werden wir machen, sobald es wieder etwas ruhiger ist. Mit dem Schlaf und auch tagsüber. Damit ich auch weiß, ob ich wieder eine Endometriose-OP brauche, bevor wir überhaupt starten können. Sonst ist das alles etwas schwer planbar.

    An sich habe ich wegen meiner Fruchtbarkeit auch nicht sooo große Sorgen. Trotz Hashimoto und Endometriose und künstlicher Befruchtung. Allerdings hatten wir bei der letzten genetischen Untersuchung bereits enorm viel „Ausschuss“, sodass von 35 entnommenen Eizellen am Ende nur zwei Embryonen übrig waren, die eingesetzt werden konnten.

    Ich bin total zwiegespalten.

    Mir geht’s körperlich gerade (also seit über einem Jahr ehrlich gesagt) nicht sonderlich gut. Wie auch mit vier Stunden Schlaf pro Tag maximal. Vor ein paar Tagen hat mein Mann Karl nachts betreut. Ich schlief vier Stunden durch und - war wach. Ende. Karl schrie immer wieder nach mir und beendete die Nacht 1,5 h früher als sonst, alle waren am nächsten Tag fertig.

    Hier ein Zipperlein, da ein anderes. Die letzte Schwangerschaft war auch fast durchweg nicht schön für mich. Psychisch war es ein Traum, aber physisch der Horror.

    Also… allein das ist natürlich schwierig.

    Und dazu kommt natürlich, dass es weder in der Schwangerschaft noch danach mit zwei Kindern irgendwie leichter werden würde. Ganz im Gegenteil würde sich dann alles noch einmal verändern und bestimmt deutlich schwieriger werden als es eh schon ist.

    Aber ich möchte noch einmal schwanger sein, noch einmal eine Geburt erleben, mein Baby in den Arm nehmen und es großziehen. Ich wäre irrsinnig glücklich, wenn wir ein zweites Kind erwarten würden. Bei dem Gedanken, dass wir es noch nicht einmal versuchen würden (und dazu zählt auch, es erst in drei Jahren zu versuchen), werde ich unendlich traurig. Ich sehe uns immer mit 2-3 Kindern.

    Wenn es nicht klappen sollte, ist das was anderes. Aber die Entscheidung selbst zu treffen, dass es nur ein Kind bleiben soll… nee, das passt nicht :( :