Aber das dann auftretende "komplizierte" Verhalten ist doch immer in Resonanz mit dem (aktuellen) Hundehalter(in)? Der Hund packt das ja nicht im Vakuum aus, sondern immer in Reaktion mit dem "Gegenüber". Und da können ja blöde Verstärkungsreaktionen etc. hervorgerufen werden.
In den Schilderungen klingt es aber immer so, als würde der Halter/ die Halterin alles richtig machen und dann packt der Hund einfach so schlimmste Verhaltensweisen aus.
Reaktion-Gegenreaktion mal ausgeblendet und es kommt natürlich immer darauf an, was man als kompliziertes Verhalten empfindet.
Aber was der Hund auspackt, sind neben Traumata auch einfach genetisch fixierte Züge. Jagdtrieb, territoriales Verhalten, andere Hunde unnötig finden und je nach Stärke wird das dann schon mal kompliziert. Zumindest wenn diese Verhaltenweisen (im jeweiligen Ausmaß) bei diesem Halter unerwünscht sind.
Die Verhaltensweisen sind nicht an sich schlimm, sie gehören einfach zum jeweiligen Hund. Aber wenn sie nicht in das Leben oder die Vorstellungen des Halters passen, können sie als schlimm empfunden werden.
Zum Beispiel, wenn dessen eigentliches Ideal ein Begleithund ist, der sich im Freilauf wie an der Leine an seinen Menschen orientiert, Bewegungsreizen und Jagdobjekten mit etwas Training widerstehen kann, mit anderen Menschen zumindest kein Problem hat, mit anderen Hunden gut auskommt, bei Besuch aufgeschlossen oder neutral ist und maximal aufhrocht und wufft, wenn etwas außerhalb der Wohnung vor sich geht. Da habe ich jetzt sicher noch einiges vergessen, aber daran sieht man ja, wie lang und spezifisch die Liste der Anforderungen sein kann.
Vom jeweiligen Hundehalter hängt eher ab, wie das Verhalten geleitet und gemanagt wird. Aber nicht so sehr, ob das Verhalten auftritt oder wieder verschwindet. Der Hund ist ja der Hund, der er ist.
Oder habe ich dich jetzt total falsch verstanden?