(Hundehaltung ist Luxus und Lifestyle - das Leben auf Land und Vorstadt aber auch.)
Das Argument "Ich lebe nun mal auf dem Land und bin täglich auf das Auto angewiesen!".
Ist aber eher anerkannt als "Mein Hund und ich brauchen die Spaziergänge in der Pampa - deswegen fahren wir da mit dem Auto hin".
Das Leben auf dem Land ist für viele Menschen wie zum Beispiel meine Eltern und meine Schwester kein Luxus, sondern sie leben da, wo sie ihr ganzes Leben schon gelebt haben. Im Fall meiner Familie in einem Ort mit ca. 2000 Einwohnern. Da steht mein Elternhaus.
Ich bin mit 18 in die "große Stadt" gezogen, aber ich bekomme natürlich mit, wie das Leben meiner Familie in meinem Heimatort aussieht:
Der Ort liegt zwischen zwei kleinen Städten, jeweils ca. 20 km zu diesen Städten. Diese beiden kleinen Städte haben um die 25.000 Einwohner, da gibt es Fachärzte, Krankenhaus, Fachmärkte, Kleider- und Schuhgeschäfte.
In dem Ort, wo meine Familie lebt,gibt es inzwischen nur noch zwei oder drei Bäcker, zwei Metzgereiläden und zwei oder drei Supermärkte. Und Allgemeinarzt und Zahnarzt. Ein Schreibwarengeschäft. Ja und Bankfilialen mit Automaten. Und eine Gärtnerei.
Keine Postfiliale mehr.
Da kann man ohne Auto schlicht und einfach nicht zurechtkommen.
ÖPNV:
Nur Buslinien am morgen in die beiden Städte (für Schüler, die in weiterführende Schulen müssen) und mittags zurück, abends auch noch eine Verbindung. Sonst kein ÖPNV.
Das hat jetzt mit Hundehaltung nichts zu tun, aber ich wollte einfach mal klarstellen, wie es ist, das Leben auf dem Land, das manche als Luxus bezeichnen.
Meine Eltern sind um die 80 Jahre alt, ich mache mir Sorgen, wenn mein Papa nicht mehr Auto fahren kann.
Meine Schwester und ihr Lebensgefährte müssen täglich das Auto nutzen und jeweils ca. 40 km täglich mit dem Auto (einfache Strecke) fahren, um in die Arbeit zu kommen. Alternative zum Auto gibt es nicht.