Beiträge von RafiLe1985

    Ich würde einer Familie generell einfach keinen Gebrauchshund empfehlen. Es sei denn, eines der Elternteile oder meinetwegen auch eines der älteren Kids ist im entsprechenden Hundesport aktiv und ambitioniert.

    In meiner Abi-Klasse von letztem Jahr war eine Schülerin, die mit 19 Jahren bereits ihre zweite DSH-Hündin im Schutzdienst komplett eigenständig ausgebildet hat. Mit ihrer ersten Hündin begann sie die Ausbildung im zarten Alter von neun Jahren... Aber die Eltern züchten halt auch DSH...

    Mein Großonkel führt auch schon immer Gebrauchshunde (DSH, Mali, Rottweiler, etc.) , auch als seine Kids noch sehr klein waren. Aber halt auch aktiv im Schutzdienst.

    Aber selbst wenn man mit dem Hund arbeiten will, wer sagt, dass man dazu einen hoch spezialisierten Gebrauchshund braucht? Mein Neuzugang ist ja ein English Springer Spaniel. Aber auch kein working type sondern ein bench type. Working Springer sind in Deutschland praktisch nicht zu haben... Ich hatte mal kurzfristig überlegt, ob ich einen Springer aus jagdlicher Zucht übernehme... Ein Gespräch mit dem Züchter und der Drops war gelutscht. Das Allermeiste, was man mit dem Hund hat, ist doch der Alltag. Und da möchte ich bitte einen Hund, der möglichst unkompliziert ist. Und wenn ich jetzt Familie hätte, dann schon dreimal...

    In meiner Staffel gibt es auch Kollegen, die Retriever führen. Und zwar bewusst Retriever aus nicht-jagdlichen Zuchten. Die arbeiten auch sehr gut, sind aber lang nicht so gaga wie die ganzen AL-Goldies und AL-Labbis.

    Und selbst wenn kein Wild dran glauben muss - die verschwinden nicht mal eben 20 Minuten im Unterholz. Da kannst du Stunden oder wenns dumm kommt Tage warten, bis du deinen völlig abgekämpften Hund wieder hast. Manchmal läufts einfach blöd und sowas passiert. Das sind Stunden, an die man sich nicht gerne erinnert. Bundesstraßen, Gleise, beknackte Jäger im Nachbarrevier etc pp., große Sorgen, und dann hat man ja u.U. auch noch andere Pflichten und Aufgaben ...
    Und was @dagmarjung schreibt: Es ist soooo schön, einen Hund zu sehen, der glücklich seine Arbeit macht. Will mans ihm verwehren?

    Bin gespannt, wie sich euer Entscheidungsweg entwickelt.

    Das kommt dazu...

    Meine Staffel-Kollegin ist sehr erfahren und besitzt selbst einen Jagdhund (Pudelpointer), aber sie ist sehr froh, dass sie "nur" mit dem DK-Rüden arbeitet und er nicht bei ihr lebt. Was der Bub in seiner Familie anstellt, will ich gar nicht erzählen... Tote Hühner, tote Kätzchen... Wenn er alleine ist, bellt er durchgehend... Er ist nicht stubenrein... Die Familie ist mit dem Hund vollkommen überfordert. Und dann stelle ich mir vor, meine Staffel-Kollegin würde NICHT mit ihm arbeiten... (Der Familienvater hatte sich den Hund ursprünglich geholt, weil er dreimal die Woche Joggen gehen wollte mit ihm... Da braucht man heutzutage ein DK für... :shocked: )

    Magst einen Schwank erzählen oder vielleicht auch zwei?Man kann sich das als Anfänger kaum vorstellen, wie das so ausschauen mag.

    Man stelle sich vor, man ist mit den Kindern und dem Hund im Wald Gassi. Einen Moment unaufmerksam, Hund reißt sich los... Man hörte dann nur noch seinen Spurlaut und anschließend den Todeskampf des Rehs... Ist meiner Staffel-Kollegin so passiert und würde ich meinen Kindern ersparen wollen... Nur als ein Beispiel...

    Eine Staffel-Kollegin führt einen Deutsch-Kurzhaar-Rüden... Ein Genie bei der Arbeit, aber für das normale Alltagsleben einer Familie vollkommen unbrauchbar. Deswegen: Bitte nicht...

    Wenn ihr mögt: Ruft doch einfach mal unverbindlich bei einem (seriösen) Züchter an und informiert euch über die Rasse. Ihr werdet selbst erkennen, dass das nichts für euch ist.

    Was mich abschreckt bei vielen Rassen ist der Jagdtrieb, weil ich eben keinen Hund möchte, den ich ständig an der Leine führen muss und ich weiss ehrlich nicht, ob ich fähig bin, einem potentiell jagenden Hund entsprechendes Training zukommen zu lassen.

    Ich habe ja hier zwei Jagdhunde sitzen. Das ist ganz klar eine Sache der Erziehung. Hunter ist ja noch in der Entwicklung, aber ein funktionierender Rückruf ist ein funktionierender Rückruf. Letztens standen wir urplötzlich vor einem Reh. Beide Hunde sind postwendend zurückgekommen. Nur weil es ein Jagdhund ist, würde ich jetzt nicht davon ausgehen, dass man ihn nie ohne Leine wird laufen können lassen.

    2020 wird Rocky etwa 2.5 Jahre alt sein, ich denke, bis dahin sollte sich langsam abzeichnen, wie er gesundheitlich mal da stehen wird. Die eingeschränkten Bullys, die wir bisher kennengelernt haben, hatten in dem Alter (und auch wesentlich früher) schon deutliche Probleme.
    Aber wir sind zeitlich wirklich nicht festgelegt und wenn es ein Jahr später ist, ist das auch völlig ok.

    Ich würde warten bis Rocky vollständig erwachsen ist und keine größeren "Baustellen" mehr hat. Wann das sein wird, könnt ihr am besten beurteilen. Newtons ewige Baustelle ist die Fresserei draußen... Da habe ich mich damit abgefunden, dass ich das nicht mehr aus ihm rausbringen werde... Mit dem Einzug von Hunter hat sich das Problem definitiv verschlimmert. Jetzt wird geschlossen agiert. Hunter stöbert die "Leckereien" in Sekunden-Schnelle mit seine feinen Nase auf und dann wird zugelangt. Deswegen laufen die beiden viel mehr an der Leine im Moment. Zumindest solange bis Hunter zuverlässig zu unterbrechen ist...