Ich bin mir bei meinen beiden Katzen zu 100% sicher dass die sich nach einem Tierarztbesuch erkennen.
Das ist für mich einfach nur eine falsche Theorie mit dem "sie erkennen sich nicht". Wobei es in machen Fällen vielleicht zutrifft. Jede Katze hat ja ihren eigenen Charakter und es gibt bestimmt auch Schusselchen. Meine Tiere sind von ihrer Art beide sehr unterschiedlich. Der eine ist wesentlich nervenstärker als der andere. Er würde seinen Kumpel niemals angreifen, will aber gerne hingehen und ihn von oben bis unten neugierig abschnuppern wenn der beim TA war. Völlig egal ob der sogar noch beduselt geht, mit irgendetwas eingerieben wurde oder sonst was. Aber ganz vorsichtig und freundlich.
Bei fremden gesunden Katzen ist er da bei weiten nicht so nett.
Mein anderer Kater ist ein Sensibelchen. Und bei dem muss ich aufpassen dass, genau durch so eine dumme Situation nach dem Tierarzt, kein Streit entsteht. Wenn er nach einem Tierarztbesuch abgeschnüffelt wird dann regt er sich tierisch auf und würde seinen Kumpel anfauchen und wenn er kann, ihm auch sofort richtig einen mit der Pfote auf die Mütze geben. Egal wie lieb der auch zu ihm ankommt. Ich empfinde es so, dass der Katzer einfach seine Ruhe haben möchte weil es ihm schlecht geht, weil er verletzlich ist und weil er durch die ganze Tierarztsituation gestresst und genervt ist. In solchen Situationen in denen das bisher passiert ist, da ist der freundlich, neugierige Kater dann zum Glück eher verunsichert gegangen, statt auf die Anmache einzugehen und zurück zu hauen. Ich lenke den Naseweis also so lange ab bis es seinem Kumpel wieder besser geht. Muss ja nicht sein dass beide Tiere dadurch Stress haben.
Übrigens hat mein Sensibelchen auch so auf den Umzug reagiert, oder als hier mal ein paar Tage viel Tam Tam hatte und alles anders als sonst war. Alles ein bisschen viel für beide Katzen, aber Grummelchen/Sensibelchen muss es natürlich schlimmer machen indem der Frust am Kumpel ausgelassen wurde. Das der dann irgendwann auch mal zickig zurück reagiert wenn er ständig aus heiterem Himmel angefaucht wird sollte auch klar sein.
Aber wir kennen dass doch auch bei uns Menschen, dass die Lute bis zur Explosion bei ganz viel Stress oder schlechter Laune dann auch mal leider sehr kurz sein kann.
Und wenn die Katze angreift die Zuhause geblieben ist:
Die hat vielleicht Angst vor dem Tierarzt und reagiert darum auf den Geruch mit Stress und Aggressionen. Ist für mich auf jeden Fall logischer als "nicht erkennen".
Es heißt ja auch immer das kranke Katzen sich zurück ziehen bis sie wieder gesund sind oder sogar vertrieben werden weil das evolutionär sinnvoll war damit sich eine Krankheit nicht weiter ausbreitet. Komisch. Auch hier: Der eine so, der andere so. Einer meiner Kater wird deutlich anhänglicher wenn es ihm nicht gut geht. Er will dann ganz viel mit seinem Kumpel und mit mir schmusen. Und selbstverständlich ist "gepflegt" werden oft auch eine sinnvolle Strategie um eine Krankheit zu besiegen. Selbst bei Katzen dürfte es genesungsfördernt wirken wenn es ihnen psychisch gut geht und sie geputzt und gekuschelt werden. Also jetzt nicht wegen Angst oder Schmerz schnurren, gibt es ja auch, sondern weil sie sich tatsächlich entspannen....
Auch da wieder bei Menschen: Von angewidert ausstoßen bis hingebungsvolle Pflege ist alles dabei. Je nach vermuteter Krankheit und wie der Charakter von Patient und "Pfleger/Nichtpfleger" ist.
Außergewöhnliche Situationen sind halt leider immer eine Gefahr dass die Stimmung kippt.