Ich habe auch zwei Wohnungskatzen und ich persönlich finde:
Wenn du bis zu 13 Stunden aus dem Haus bist dann kannst du die Katzen nicht auch noch nachts aus dem Zimmer aussperren!
Selbst wenn sie nicht ins Bett dürfen sollten sie zumindest bei euch im Zimmer sein können und das Gefühl haben dass sie nicht ausgeschlossen werden sobald jemand Zuhause ist. Was aber natürlich nicht geht weil sie anscheinend tagsüber so viel schlafen dass sie nachts halt wach sind und rumturnen.
Und da hilft es auch nur bedingt sie mit Futter voll zu stopfen und es nachts richtig dunkel in der Wohnung zu haben. Klar kann man abends so füttern dass sie dann verdauen und dadurch müde werden und morgens nicht so früh Hunger haben und in der absoluten Dunkelheit können Katzen auch nicht gut sehen, anders als bei etwas Licht wie in der Dämmerung. Aber viele mästen ihre Tiere auch damit die immer schön ruhig auf ihrem Platz liegen und schlafen. Das geht einfach gar nicht!
Beurteile offen und ehrlich ob du in deinem Leben noch Zeit genug hast um die Grundbedürfnisse deiner Tiere zu erfüllen. Einen Hund kann man auch nicht 13 Stunden alleine in einer Wohnung lassen. Entschuldige wenn ich so hart klinge, aber wenn ich 8 Stunden gearbeitet habe, noch Haushalt machen, einkaufen oder zu Freunden muss und dann auch mal eine Stunde für sich möchte, dann habe ich an manchen Tagen auch schon Probleme meine 10 Jahre alten Kater auszulasten dass sie nacht durchschlafen.
Es heißt zwar total oft dass zwei Katzen dann miteinander spielen sich gegenseitig auslasten und das machen sie zu einem Teil auch. Wenn ich wenig Zeit habe, weil wir viel unterwegs sind, merke ich deutlich dass dann mehr miteinander gerangelt und mehr miteinander gekuschelt wird aber das sind mal fünf Minuten hier und da und die reichen bei meinen bei weitem nicht aus damit sie nachts nicht nerven würden. Am Ende wollen meine Katze halt gerne von mir unterhalten werden obwohl sie sich super versehen und beim spielen auch beobachten ob der andere gerade losrennen will und sich dann zurück nehmen....
Ich kümmere mich bestimmt so 1 1/2 Stunden aktiv um meine Kater.
Immer so in 20-30 Minuten Intervallen. Meist morgens bevor ich zur Arbeit fahre, direkt wenn ich nachmittags nach Hause komme und eine Stunde bevor es abends ins Bett geht. Und halt auch mal zwischendurch, wenn es gerade passt.
Und jede größere Einheit besteht aus:
Jagen: Also Reizangel, Schnursenkel, Geschenkband, Reitgerte....Dreimal das selbe Spielzeug hintereinander wird langweilig
Fummeln: Von Leckerlie unter dem Sofa hervorangeln, selbstgemachte Fummelbretter aus Klopapierrollen, gekaufte Fummelbretter wie das Trixie cat activity fun board und anderes Intelligenzspielzeug für Hunde und Katzen wo umgeworfen und gefummelt werden muss um an Leckereien zu kommen.
Clickertraining für die Bindung zu mir: Immer nur max 7 Minuten und höchstens drei-vier Tricks pro Katze. Zwei davon sitzen dann schon super und an einem wird gearbeitet. Beim Fummeln und Tricksen gibt es ein paar hochwertige Brocken Trofu.
Dazu kommt natürlich dass wir einen deckenhohen und einen kleineren Kratzbaum und andere erhöhte Spiel und Schlafflächen in der 58 qm Wohnung haben wie Schränke usw, außerdem eingenetzte Fenster plus breite Liegeflächen und einen kleinen Balkon.
Wenn wir morgens aufstehen wollen die Katzen natürlich erst einmal raus und sind auch beschäftigt während wir uns für die Arbeit fertig machen, dann spielen und füttern direkt bevor wir aus dem Haus gehen.
2-3 Mal die Woche gibt es auch mal etwas besonders spannendes wie eine Kiste mit Laub von draußen, einen elektrischer Fisch im Wasserbehälter, sie dürfen in der Küche rumwuseln während ich Leckerlie backe und zwischendurch auch mal naschen.....
Dann sind sie wach und erleben etwas und schlafen ihre benötigten 16 Stunden wenn wir auch schlafen und wenn wir auf der Arbeit sind.
Die Katzen können nachts bei uns ins Bett, nutzen tut es aber nur ein Kater (der andere kommt viel kuscheln wenn wir auf dem Sofa liegen aber am Bettende ist es ihm zu unruhig zum schlafen. Ihn stört es wenn ihn unsere Beine versehentlich berühren und aufwecken) und gerade im Sommer, wenn es ihm zu warm wird und wir besonders unruhig schlafen, verkrümelt sich auch unser Bettkater mal auf das abgedeckte Gästebett, das Sofa oder ähnliche gemütliche Plätze um dann dort tief und fest weiter und vor allem in Ruhe zu schlafen. (klar wird bei lauten Geräuschen hochgeschreckt, aber halt auch geschnarcht)
Jetzt habe ich die ganze Zeit von meinen Tiere geschrieben. Tut mir Leid. Ich wollte aber einfach deutlich machen dass man gerade Wohnungskatzen schon täglich und mit einem gewissen Zeitaufwand beschäftigen muss.
Ich habe gerade Urlaub und bin dementsprechend viel zu Hause. Jetzt muss ich weniger auslasten weil ich merke dass die Tiere schon davon "genervt" sind dass ich hier ständig umherlaufe und Hausarbeiten erledige wo doch sonst absolute Stille ist.
Also:
Rituale, die den Katzen helfen zu erkennen dass es bald ins Bett geht, abends vor dem Schlafen Futter geben, Dunkelheit und natürlich jedes nerven der Katzen nachts zu ignorieren helfen damit die Tiere lernen nachts zu schlafen.
Aber all das kann mangelnde Beschäftigung tagsüber nicht ausbügeln und wenn die Katzen nicht so drauf sind dass sie sich beide selbst miteinander beschäftigen sondern eher einfach nur friedlich auf ihren Plätzen vor sich hin dösen und aus dem Fenster gucken, dann solltest du wirklich überlegen jemanden zu engagieren der die Katzen etwas unterhält oder sie abgeben.
Bzw deine wenige Freizeit dann einzig und alleine den Katzen zu widmen.
Klingt echt doof. Tut mir Leid. Aber mir fällt nichts besseres ein.