Also ich denke, dass das mit dem Tierarzt gar nicht so verkehrt ist.
Weiterhin denke ich, dass hier ein typisches Muster abgelaufen sein könnte, wie es tausendfach in Hundehaushalten passiert.
Der Hund kommt in die Familie und kommt in eine Situation, in der er sich unwohl fühlt. Er zeigt Beschwichtigungssignale, diese werden nicht gesehen, bzw. erkannt und irgendwann (das kann nach Wochen, Monaten oder sogar erst Jahren passieren) wird der Hund deutlicher. Er knurrt, schnappt ab. Und wenn auch das nicht zum gewünschten Erfolg führt, dann wird zugebissen.
Beschwichtigungssignale sind z.B. Lefzen oder Nase lecken, wegschauen, Gähnen usw. Einfach mal nach Calming Signals googlen, da gibt es mittlerweile zig Berichte und auch Videos drüber.
Was wirklich wichtig ist ist, die Ursache für ihr Verhalten herauszufinden. Dafür gibt es z.B. folgende Ursachen:
1. Organische und/oder hormonelle. Irgendwas stimmt in ihrem Inneren nicht, da würde ich ein großes Blutbild vll. auch inkl. großem Schilddrüsenprofil machen.
2. Muskuläre und/oder knöcherne. Sie hat Schmerzen im Bewegungsapperat, ist vielleicht verspannt. Gewisse Berührungen oder Bewegungen tun ihr weh.
3. Angst/Unwohlsein. Ihr unterschreitet möglicherweise ihre Individualdistanz und erkennt (wie oben angesprochen) ihre Signale nicht (Du sagst ja selbst, Du kannst sie nicht einschätzen) und deswegen muss sie deutlich werden
Es gibt sicher noch viel viel mehr Möglichkeiten, aber das ist per Ferndiagnose übers Internet einfach nicht herausfindbar. Deswegen mein größter Tipp: Holt euch einen richtig guten positiven Trainer, der zu der Hündin nach Hause kommt, nach Ursachen forscht und diese dann zusammen mit den Besitzern positiv beseitigt.
Gute Trainer kann man z.B. hier finden: Trainer - Umkreissuche