Beiträge von Millemaus

    Wir haben halt gedacht, es wäre "einfacher" einem Welpen das alles beizubringen (auch das allein sein) als einem Älteren.

    Das mag natürlich stimmen. Aber ihr müsst einfach bedenken, dass ihr da ein Baby zu Hause sitzen habt. Ihr würdet ein kleines Kind ja auch nicht 3 Stunden alleine lassen... Natürlich ist ein Hund selbständiger und schneller erwachsen als ein Kind, aber gerade in den ersten Monaten haben auch Hunde ein extremes Bedürfnis nach Nähe und Zugehörigkeit.

    Je nach Hund dauert das Lernen von Alleine bleiben und Stubenreinheit auch mal länger.
    Wenn ihr Glück habt ist der Hund nach einer Woche stubenrein und kann mit 6 Monaten 6 Stunden alleine bleiben.
    Wenn ihr Pech habt, wird der Hund erst mit 6 Monaten stubenrein (unserer war es erst mit 11 Monaten zuverlässig) und kann vielleicht nie alleine bleiben. Ihr könnt zu dem Thema ja mal hier reinschauen: Lonely Barkers - die Alleinbleib-Selbsthilfegruppe

    Ihr baucht in jedem Fall einen Notfallplan... Also was macht ihr, wenn euer Hund einfach nicht alleine bleiben kann?

    Öhem... Also einen Welpen mit 12-14 Wochen (je nachdem, ob ihr ihn mit 8 oder 10 Wochen abholt) schon mehrere Stunden lang alleine zu lassen, halte ich für unverantwortlich bis unmöglich.
    Der Hund ist dann immer noch ein Baby, das sehr viel Nähe braucht. Das Alleine bleiben zu lernen braucht oftmals viel viel mehr Zeit. Von der Stubenreinheit mal ganz abgesehen.

    Hättet ihr jemanden, der ihn (zumindest in der Anfangszeit) dauerhaft betreut, wenn ihr arbeiten seid, sähe ich das unkritisch. Viele Leute arbeiten Vollzeit und haben einen Hund.

    Was (gerade bei Rassen wie dem Aussie) in Sachen Auslastung sehr wichtig ist: Weniger ist mehr. Gerade Rassen mit so einem Arbeitseifer werden leicht total überlastet und dann zu den hyterisch bellenden Nervenbündeln, die man immer wieder sieht.

    Also ich denke, dass das mit dem Tierarzt gar nicht so verkehrt ist.

    Weiterhin denke ich, dass hier ein typisches Muster abgelaufen sein könnte, wie es tausendfach in Hundehaushalten passiert.
    Der Hund kommt in die Familie und kommt in eine Situation, in der er sich unwohl fühlt. Er zeigt Beschwichtigungssignale, diese werden nicht gesehen, bzw. erkannt und irgendwann (das kann nach Wochen, Monaten oder sogar erst Jahren passieren) wird der Hund deutlicher. Er knurrt, schnappt ab. Und wenn auch das nicht zum gewünschten Erfolg führt, dann wird zugebissen.

    Beschwichtigungssignale sind z.B. Lefzen oder Nase lecken, wegschauen, Gähnen usw. Einfach mal nach Calming Signals googlen, da gibt es mittlerweile zig Berichte und auch Videos drüber.

    Was wirklich wichtig ist ist, die Ursache für ihr Verhalten herauszufinden. Dafür gibt es z.B. folgende Ursachen:
    1. Organische und/oder hormonelle. Irgendwas stimmt in ihrem Inneren nicht, da würde ich ein großes Blutbild vll. auch inkl. großem Schilddrüsenprofil machen.
    2. Muskuläre und/oder knöcherne. Sie hat Schmerzen im Bewegungsapperat, ist vielleicht verspannt. Gewisse Berührungen oder Bewegungen tun ihr weh.
    3. Angst/Unwohlsein. Ihr unterschreitet möglicherweise ihre Individualdistanz und erkennt (wie oben angesprochen) ihre Signale nicht (Du sagst ja selbst, Du kannst sie nicht einschätzen) und deswegen muss sie deutlich werden

    Es gibt sicher noch viel viel mehr Möglichkeiten, aber das ist per Ferndiagnose übers Internet einfach nicht herausfindbar. Deswegen mein größter Tipp: Holt euch einen richtig guten positiven Trainer, der zu der Hündin nach Hause kommt, nach Ursachen forscht und diese dann zusammen mit den Besitzern positiv beseitigt.
    Gute Trainer kann man z.B. hier finden: Trainer - Umkreissuche