Beiträge von Millemaus

    Whiskey wird Ende des Monats 4 Jahre, bei uns ist er etwas über 3 Jahre (mit 10 Monaten hier eingezogen) und er hat seinen Chip letzte Woche gesetzt bekommen.

    Ich werde hier bestimmt nicht behaupten, dass Whiskey ein total souveräner Hund ist. Aber ich kann mit Fug und Recht sagen, dass er die ersten 3 Lebensjahre über wesentlich anstrengender war. Für uns und auch für sich selbst.
    Ich hatte es ja schon geschrieben, dass er im letzten Jahr eine enorme Entwicklung hingelegt hat, was seine (Selbst)Sicherheit angeht. Weder will er unbedingt zu jedem Hund, der uns begegnet hin, noch hat er Nachts vor unbekannten Gegenständen oder merkwürdigen Menschen Angst. Nach Rüdenbegegnungen fährt er wesentlich schneller runter und kann sich ohne Leine selbst aus Konflikten lösen.
    Wäre mit 3 Jahren so nicht möglich gewesen. Ich hab nun natürlich keine Ahnung, woran das liegt und ob er sich kastriert genauso entwickelt hätte :ka: Das ist eben das Problem dabei.

    Ich weiß auch nicht wirklich, ob der Chip bei unserem großen und generellen Problem helfen wird. Da kann man jetzt nur abwarten.

    Finde ich gut, dass Du daran arbeiten willst =)

    Es war an sich gar kein so großes Problem, nach dem Biss mit ihm weiter zu arbeiten. Er hat das ja nicht getan, weil er mir schaden wollte o.ä. Er hat es getan, weil ich ihn bedrängt und ihm wehgetan habe.
    Es war meine Schuld.
    Ich denke, es ist ein sehr wichtiger Punkt das einzusehen. Weder mein Hund noch dein Hund sind aggressiv oder gar bösartig. Beide haben nur ganz natürlich reagiert (bei meinem weiß ichs, bei deinem denke ich es mir ;) ).

    Ich würde wirklich ganz gezielt daran arbeiten, ihm Sachen wegnehmen zu können. Und zwar nicht mit so einem wie von dir beschriebenem "Spiel", sondern mit wirklichem Training. Das wurde hier schon Ansatzweise beschrieben.

    Ich habe mit meinem Hund angefangen das zu trainieren, nachdem er mich in einer doofen Situation blutig gebissen hat. Wir waren Gassi, er hat etwas gefunden und angefangen zu fressen. Ich war total panisch (hätte ja ein Giftköder o.ä. sein können) und wollte ihm das, was er da fraß wegnehmen. Das schaffte ich auch, aber in Folge dessen langte er zu.
    Das was ich jetzt beschreibe ist der Weg, wie wir es geschafft haben. Das muss man nicht so machen, kann man aber ;)


    Für den ersten Schritt muss man sich überlegen, was für den Hund toller ist als das, was er gerade frisst.
    Frisst er normales Trockenfutter ist wahrscheinlich alles vom Hundekeks bis zum Hühnerherz toller. Bei Nassfutter wird es schon schwieriger und meistens wird es bei Kausachen nochmal wesentlich schwerer. Deshalb gilt auch hier wie immer: Die Schwierigkeit langsam steigern. Also mit dem Training nicht beim Rinderohr, sondern beim Trockenfutter beginnen (oder
    beim alten zerfledderten Zergeltau und nicht beim nagelneuen Quietschekuscheltier).
    Als besonderes Leckerlie nenne ich nun immer Käse, weil dies Whiskey's "No. 1 Guddie" war, als wir dieses Training durchgeführt haben ;)
    Was für den Hund besonders ist, hängt aber ausschließlich von ihm ab. Ich kenne z.B. Hunde, die für Möhren oder Erbsen alles tun würden...
    Der Hund frisst also, wir stehen mit Käse bewaffnet in der Entfernung zu ihm, in der er sich noch nicht von uns bedroht fühlt, also noch nicht knurrt, unter Druck "schlingt" oder was auch immer.
    Dann sagen wir das Wort, was wir in Zukunft immer sagen wollen, wenn der Hund uns eine Ressource überlassen soll (Aus, Pfui, Off, Schluß,... Wir nutzen "Schluß") und werfen gleichzeitig ein großes Stück Käse in Richtung des Hundes, möglichst nah neben den Napf. Wenn er vom Futter ablässt um den Käse zu fressen, wird er mittels Clicker oder
    Markerwort bestätigt und es fliegt sofort noch ein Stück Käse. Dann warten wir, bis der Hund wieder frisst und wiederholen das Ganze.
    Allerdings nicht zu oft. Wir haben diese Übung immer nur 1-2x pro Mahlzeit wiederholt. Schließlich soll der Hund ja eigentlich in Ruhe fressen. Wichtig ist, diese Übung nicht immer zu Beginn des Fressens zu machen, sondern die "Zeiten" zu variieren um das Verhalten zu
    generalisieren. Also auch ruhig, wenn der Hund mit dem Fressen schon fast fertig ist.
    Die meisten Hunde kapieren sehr schnell, dass Schluß (oder eben ein anderes entsprechendes Wort) bedeutet, dass es etwas leckeres zu fressen gibt.
    Sobald der Hund bei den Übungen auf "Schluß" bereits aufschaut, kann man sich stückchenweise näher an ihn und seine Ressource heranwagen.
    Steht man neben dem Hund ist der nächste Schritt, den Käse in den Napf zu legen. Lässt der Hund auch das zu, wird der Napf etwas angehoben und dann der Käse hineingetan. Das "Endziel" dieser Übung ist, dass der Hund frisst, man zu ihm hingeht, "Schluß" sagt, den Napf aufnimmt und der Hund geduldig wartet, bis er den Napf mit Käse darin wiederbekommt.

    Irgendwann kann man dazu übergehen, dem Hund die Ressource mal nur kurz wegzunehmen und schnell wieder zu geben oder sie ihm ganz wegzunehmen (bitte nicht bei den
    Hauptmahlzeiten!). Natürlich soll der Hund nicht leer ausgehen aber es ist auch okay, wenn der Hund nicht immer nur eine super tolle Gegenleistung bekommt. Irgendwann(! nicht nach 1-2 Wochen üben, sondern dann, wenn sich die Übungen wirklich gefestigt haben) ist es auch okay, wenn er für das Rinderohr mal nur eine Handvoll Trockenfutter bekommt.

    Wichtig ist, dass man bei diesen Übungen nicht zu schnell vorgeht. Wenn der Hund nach irgendeiner Veränderung der Übung wieder knurrt ist es besser, einen Schritt zurückzugehen, als auf Teufel komm raus mit der neuen Distanz weiterarbeiten zu wollen.
    Das ist schon alles. Eine sehr einfache Übung also, die keine Gewalt oder auch nur körperliche
    Kraft, sondern lediglich etwas Geduld erfordert.


    Wie gesagt: Das war unser Weg. Damit sind wir inzwischen so weit, dass wir ihm alles, auch unterwegs gefundene Sachen, wieder wegnehmen können.
    Bei uns hat es funktioniert. Vielleicht klappts ja bei euch auch =)

    @Jackyfan Whiskey hat mich auch mal sehr ernsthaft gebissen, als ich ihm eine Ressource wegnehmen wollte (war ganz am Anfang, draußen, ich hatte keine Ahnung, was er da im Maul hatte und Angst, dass es was gefährliches hätte sein können).
    Im ersten Moment stand da der Schock. Ich bin auch erstmal eine Weile gegangen, bis ich Schmerzen und Blut realisiert habe. Ich hab das Blut dann weggewischt und bin die Runde zu Ende gegangen.
    Verändert hat es das Verhältnis hier auch nicht, weil mir klar war, dass es mein Fehler war. Wir haben dann verstärkt am Thema Ressourcenverteidigung gearbeitet und das kam nie wieder vor. Ich hab auch keine Angst gehabt, nur ihn etwas ernster genommen und mir klar gemacht, wie wichtig die Arbeit an dem Thema ist.

    Ich hatte erst überlegt, ob ich das nun folgende in den "Was nervt mich an anderen HH"-Thread schreiben sollte, hab mich dann aber entschieden, dass ich mich lieber über das Verhalten meines Hundes freuen, als über das der anderen HH aufregen möchte ;)

    Ich bin mit Whiskey heute vglw. spät zum Conti-Gelände gefahren. Normalerweise sind wir spätestens um 8Uhr dort, heute wars schon 10Uhr und dementsprechend war auch mehr los. Gleich als wir auf das Gelände raufgingen sah ich zwei HH mit insgesamt 3 Hunden. Die beiden trennten sich gerade und einer kam auf mich zu (der mit zwei Hunden). Ich hatte Whiskey noch an der Leine gelassen, weil ich nicht wollte, dass er mit seiner ungestümen Art einfach auf die anderen Hunde zu läuft. Ist unhöflich wie wir ja wissen, muss also nicht sein. Leider sah nur ich das so und hab die Leine von Whiskey gar nicht so schnell abgekriegt, wie die kleine Hündin vor uns stand. Das ging noch so weit gut. Leider war der zweite Hund ein Rüde. Wesentlich kleiner als Whiskey, die beiden sofort total steif, fingen an zu prollen etc. Rüden halt :muede: Der Besitzer fing daraufhin an rumzubrüllen, dass sein Hund herkommen soll, hat den natürlich nicht interessiert.
    Ich also Whiskeys Ball rausgekramt, einmal unseren "Aufmerksamkeitspfiff" gemacht und mit dem deutlich sichtbaren Ball in die andere Richtung gegangen. Es hat noch einen Moment gedauert, dann kam die Kröte aber ganz brav zu mir gelaufen.
    Vor 1 1/2 bis 2 Jahren wäre ich wohl noch total panisch geworden, wäre hingelaufen und hätte versucht, Whiskey aus der Situation zu holen und hätte sie damit zum eskalieren gebracht. Ich bin echt froh, dass Kröte und ich dazu gelernt haben =)

    Die zweite Situation, die hätte doof werden können, gab es, als wir das Gelände verließen. Rechts von uns war die Halterin, die wir schon am Anfang gesehen hatten. Die behielt ihren Hund bei sich und ich sorgte dafür, dass die Kröte auch bei mir blieb. Er hatte seinen Ball in der Schnute, ich den Ball an der Leine. Funktionierte (wie immer) wunderbar.
    Dann kamen eine Frau und zwei große Hunde auf das Gelände, frontal auf uns zu. Ich mit Whiskey in die Mitte des Geländes ausgewichen (mMn deutlich als Ausweichen zu erkennen) und sah schon, dass auch diese HH nichts davon hielt, ihre Hunde bei sich zu behalten. Ihr einer Hund kam sofort auf uns zu. Gott sei Dank auch eine Hündin, bei einem großen Rüden hätte ich für nichts garantieren können :ugly:
    Ich konnte Whiskey bei mir behalten, bis sie so auf 5m an uns herangekommen war (braves Kröt! :D ), dann wurde es aber zu schwer für ihn und er schoss auf die Hündin zu, die Panik bekam und jaulend wegrannte. Whiskey nahm Tempo raus (hätte er früher auch nie gemacht!) und die beiden beschnüffelten sich etwas (die Hündin immer noch unsicher!). Whiskey schaut dann zu mir und ich konnte ihn per Handzeichen (!!!!! :applaus: ) zu mir rufen. Er kam zwar etwas zögerlich, aber er kam zu mir und blieb auch bei mir, obwohl die Hündin uns noch kurz hinterher kam.

    Ich bin wirklich sehr sehr stolz auf meine kleine Kröte :herzen1: Er hat echt eine riesige und unglaublich tolle Entwicklung durchgemacht im letzten Jahr.

    ich habe das immer über Skype gemacht. Heißt ich habe mir Skype auf Handy und Laptop runtergeladen und zwei verschiedene Accounts erstellt. Dann habe ich mit dem vom Handy den auf dem Laptop angerufen. Videoanruf. Dafür ist es nur wichtig, dass der Account am Laptop so eingestellt ist, dass er Videoanrufe automatisch annimmt. Dann kann man live beobachten, was der Hund tut.