Beiträge von Millemaus

    @wow... Geworfen wird der Ball nur über meine Leiche. Der ist an einer Schnur und im Freilauf kommt die Schnur an die Leine. Er darf den Ball "fangen" und dann zergeln wir.

    Aber(!): Nehme ich den Ball auf einen normalen Spaziergang mit, kriegt er das mit. Ich kann versuchen was ich will, er kriegt es immer mit, dass ich ihn einpacke. Dann klebt er an mir und WILL den Ball haben. Im Zweifelsfall wird er da auch körperlich (gut, das schon lange nicht mehr, aber ist mehrfach vorgekommen).
    Deswegen ist das einfach keine Option für den Alltag. :ka:

    Merkt ihr eigentlich Unterschiede in der Tagesverfassung Eurer Hunde?

    Bei uns ist es mega unterschiedlich und extrem davon abhängig, was so die Tage bei uns passiert ist.
    Ich habe zwei Jahre lang ein Trainingstagebuch geführt, um herauszufinden, wovon sein Streßlevel abhängig ist. (Zusätzlich hat uns das bei seiner schlechten Verdauung geholfen, die ist nämlich auch streßabhängig und durch das Tagebuch haben wir auch rausgefunden, was er an Futterkram nicht verträgt.)

    Aber das hatte sie meines Wissens nicht. Sondern im Gegenteil, nur an zwei Stellen geschrieben, dass sie ihre Erfahrungen gern teilen möchte, so dass auch andere etwas davon haben können.

    Das erstmal vorweg: Das ist richtig! Ich habe nur an einer einzigen Stelle (Geräusche melden) nach Tipps gefragt.
    Ich habe Whiskey seit 3 1/2 Jahren und bin an einem Punkt, an dem ich weiß, was funktioniert und was nicht. Und es ist eben so, dass ich akzeptiert habe, dass ich auf Grund seines Stresslevels in manchen Situationen nicht mit ihm arbeiten kann. =)

    Ich verwende kein Halti. Aber wenn die Umstände doof waren, Ayu richtig hochspulte und unbedingt angreifen wollte, hat das Gefühl selbst umgerissen werden zu können... schon nennenswert negativen Stress bei mir ausgelöst. Es ist zumindest sehr schwer da noch souverän und ruhig auf den Durchdrehenden zu wirken. Ich hätte zu viel Sorge ihm mit einem Halti uU das Genick brechen zu können oder so um es zu verwenden.

    Whiskey wiegt ~23kg und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich ihm mit dem Halti das Genick brechen könnte :shocked: Habe ich bei den Pferden mit den Halftern auch nicht. Ist ja dasselbe Prinzip.
    Der Hund läuft nie nur am Halti, die Leine ist immer noch am Geschirr eingehakt und da ist auch der Hauptzugpunkt. Nur wenn er im Streß nach vorne prescht, kann ich ihn mit dem Halti umlenken, ich kann ihn nah bei mir halten und auch das Drehen/Kreiseln verhindern, weil ich ihn da mit dem Halti super "blockieren" kann. Ich verhindere so, dass er sich "hochspult" und ja, es gibt mir auch Sicherheit, weil ich ihn damit besser kontrollieren und er mich nicht umreißen kann.

    Abbrechen und nach Hause Gehen erhöht auf Dauer das Aufgeregtheitsgrundlevel, es besteht immer die "Gefahr" des Abbruches.

    Konnte ich so nicht feststellen. Natürlich hast Du in der Theorie recht, dass Bewegung Streß abbaut. Whiskey steigert sich aber einfach nur immer weiter in seinen Streß rein. Mit jedem einzelnen Schritt. Da ist der Weg nach Hause eine echte Qual für uns beide (wenn ich zu spät abgebrochen habe).
    Wenn er seine Löffel verbraucht hat, MUSS ich nach Hause gehen. Ansonsten verschlimmert sich sein Verhalten nur noch. Ist ja logisch, er hat ja nix mehr, mit dem er arbeiten kann :ka:

    Je nach Hund kann ein konditioniertes , gemarkertes Ruhesignal oder sogar positiver Stress wie ein Zerrspiel helfen, ihn aus dem Film rauszubringen.

    Wie ich im Punkt "Ruhe halten" geschrieben habe, funktioniert das Konditionieren eines Ruhesignals leider nicht. Jegliche Ansprache von mir an ihn sorgt dafür, dass er eben nicht mehr ruht, sondern "Aufnahmebereit" ist.
    Spielen auf Gassigängen geht nicht (ich kann nicht mal 5 Schritte mit ihm rennen). Das fährt ihn extrem hoch und wenn ich das Spiel beende, braucht er unheimlich lange, um wieder runterzufahren. Von daher ist das keine Option.

    Wie "bestätigst du ein Calming Signal wie Gähnen? Ich rede ruhig mit dem Hund, würde das aber nicht "Bestätigen" nennen.

    Je nachdem in welchem Zustand er ist mit einem Wort, einem Lächeln oder einem Leckerli.

    Wenn er so gut auf den Ball anspringt würde ich mit Spiel gegkonditionieren.

    Whiskey springt so gut auf den Ball an, weil er ein Balljunkie vor dem Herrn ist. Wer sich mit diesem "Phänomen" befasst hat weiß, dass das Streß bedeutet, der nicht schön für den Hund ist.
    Ich nutze den Ball deshalb nur beim Abruf. Sind wir auf "unserer" Freilauffläche unterwegs darf er halt auch machen was er will. Einzige Bedingung: Wenn ich Rufe hat er zu kommen.
    Es ist unmöglich in dieser Erregungslage mit ihm zu arbeiten. Wir fahren deshalb idR auch nur 1-2x pro Woche zu der Fläche, weil der Streß sonst zu viel wird.
    Hier hast Du aber auch wieder Recht mit "Bewegung baut Streß ab", denn wenn wir nicht regelmäßig dort hin fahren, steigt sein allgemeiner Streßlevel und die normalen Spaziergänge werden immer ungemütlicher.

    Man urteilt ja nicht über das Aussehen, die können ja nichts dafür... Aber... Iiiihh :flucht: Degenerierter geht's kaum. Sieht irgendwie so aus, als ob ein Merle Chi mit drin ist. Und sich Apfelkopf, Knautschnase und Glubschaugen potenzieren. Was für eine Qualzucht...

    Solche Hunde als "freiatmend" zu bezeichnen ist doch... Da fällt mir echt kein Wort ein, was dafür ausreichend ist.

    Ja, ich saß auch ziemlich lange dran... :hust: Aber irgendwo hat es mir wohl die Formatierung zerschossen. Das ist ja mega nervig, dass da ständig Worte zusammengezogen sind. :tropf:

    Sedarom besteht aus B Vitaminen, L-Theanin (Aminosäure aus Grüntee) und L-Tryptophan (Vorstufe von Serotonin, wirkt also eher anregend, die Tierärztin hatte mir auch erklärt, warum das Sinn ergibt, aber die Erklärung habe ich leider vergessen :pfeif: ).

    - Ressourcenverteidigung

    Spoiler anzeigen

    Haben wir auch meist positiv trainiert.
    Hund war am fressen, bekam was tolleres als sein Futter neben denNapf geworfen und die Wurfentfernung wurde immer weiter verkleinert,bis wir das Guddi in den Napf legen konnten. Irgendwann hab ich dannden Napf hochgenommen und reingelegt. Heute kann ich ihm alleswegnehmen. "Einfach so" ohne Grund und ohne Tauschobjektnehme ich ihm aber nur sehr sehr selten etwas weg. Das hat idR schoneinen Grund, wenn ich das tue und dann bekommt er auch was dafür.
    Bei Spielzeug haben wir einfach mit was anderem gespielt, weilimmer das, was wir hatten, toller war als das, was er hatte. Sehrpraktisch.
    Bei „seinem Ball“ war das ganze etwas schwieriger. Da gehthalt nichts drüber. Bei dem Ball habe ich das „Schluss“ ähnlichaufgebaut wie beim Buddeln. Dem Hund den Ball mit Ruhe aber Nachdruckweggenommen und sobald er aus seinem Wahn raus war, gabs den Ballsofort wieder. Klappt mittlerweile in 90% der Fälle, dass er mir denBall beim ersten „Schluss“ hergibt.
    Ggü anderen Hunden zeigt er sowohl bei Futter, als auch beiseinem Ball Ressourcenverteidigung. Bei Lucy hat sich dasmittlerweile in den meisten Fällen gegeben. Ich kann sienebeneinander füttern, ihnen Kauartikel geben und mit ihnentrainieren.
    Bei seinem Ball kennt er aber keine Freunde mehr und der wirdvehement auch Lucy ggü verteidigt (ohne sie zu verletzen, geht janicht mit Ball im Maul ;) ).


    - Ruhe halten/Übersprungshandlungen

    Spoiler anzeigen

    *seufz Dieses Thema ist soooooo verdammt anstrengend. Ichdenke, das kennt ja jeder hier :tropf:
    Zu Hause kann Whiskey mittlerweile sehr gut Ruhe halten. Erschläft und döst viel, ist aufnahmefähig, wenn man was mit ihmmachen will (auch wenn er dann oft zu motiviert ist und man ihn argbremsen muss). Bis da hin war es ein harter Weg, der oft nur mitZwang beschritten werden konnte. Zwang heißt in dem Fall den Hund andie Leine zu nehmen, ihn festzuhalten und solange zu warten, bis errunter gefahren ist. Teilweise musste man ihn sogar körperlich ganzganz stark begrenzen (ihn in den Arm nehmen, sehr fest halten).
    Draußen habe ich es die letzten Jahre im Frühling und Sommerimmer wieder versucht, mich mit ihm draußen hinzusetzen und zuwarten, bis er runterkommt. Es funktioniert nicht. Ich saß ungelogen3 Stunden mit dem Hund auf der Wiese und er wurde kein bisschenruhiger. Ich habe ihn nicht beachtet, wir saßen weit von anderenHunden und von der Straße entfernt, es war komplett egal.
    Auf Mittelaltermärkten sind wir zwar auch draußen, aber hier istes was anderes. Fast wie ein vorübergehendes Zuhause. Bin ich selbstentspannt, kann auch Whiskey sich entspannen und sogar tagsüberdösen. Das hat lange gedauert, auch weil ich selbst lange gebrauchthabe um zu verstehen, dass meine Aufregung Schuld an WhiskeysAufregung war.
    Während des Auf- und Abbaus packe ich ihn einfach ins Auto. Dortkann er runterkommen und sich entspannen. Würde ich ihn draußenlassen, würde er nur Kläffen, herumlaufen und im Weg stehen.
    Gehe ich mit meiner Familie essen, kann er mittlerweile sogar biszu 6 Stunden relativ ruhig bleiben. Ich gehe regelmäßig mit ihmraus, aber mache ansonsten kein großes Brimborium. Ich gebe ihmein-, maximal zweimal etwas kleines zu kauen und belohne ansonstennur durch sehr ruhige Worte oder ein Lächeln. Wichtig ist es, dassich ihn nicht per Kommando „zwinge“, sich irgendwo hin zu legen,sondern ihm alle Optionen offen lasse. Ich nehme die Leine so kurz,dass er niemanden belästigen kann oder im Weg
    steht und ignoriere ihn dann. Zeigt er Zeichen sich hinlegen zuwollen oder zeigt generell Entspannungsanzeichen (gähnen, blinzeln,schütteln,...) wird er dafür bestätigt.


    Wir haben es mit Adaptil, konditionierter Entspannung (Musik,Wort, Geruch,...), Bachblüten, TTouch, extra Kohlenhydrate,RelaxoDog und vmtl. noch mehr Dingen, die mir jetzt nicht einfallen,probiert. Alles brachte keinerlei Erfolg.
    Er bekommt jetzt seit letztem Mittwoch Sedarom (in Absprache mitder Tierärztin) und tatsächlich hat sich jetzt schon etwas getan.Er dreht zwar immer noch auf, kommt aber merklich schneller zur Ruheund bleibt trotz Aufgeregtheit noch ansprechbar(er). Ich hoffewirklich wirklich sehr, dass sich die Wirkung noch verstärkt und eres in vielen oben beschriebenen Situationen etwas gechillter und vorallem aufnahmefähiger bleibt, damit wir an den anderen Problemenarbeiten (und irgendwann das Sedarom wieder absetzen) können.


    - Stubenreinheit

    Spoiler anzeigen

    Das Thema war Gott sei Dank recht schnell gegessen, daWhiskey mit 10 Monaten ja schon dazu in der Lage war, seine Blase zukontrollieren. Er musste nur noch lernen, wo er das darf und wonicht.
    Haben wir auch ganz klassisch wie beim Welpen gemacht: Sehrregelmäßig raus, jedes Geschäft draußen gelobt und drinnenkommentarlos und großflächig mit Essigreiniger sauber gemacht.
    Es gab dann später noch zwei Unfälle. Einmal, weil dieBesuchshündin auch reingemacht hat und einmal, weil wir bei einemanderen Rüden zu Besuch war und er da markieren „musste“. Ichhatte damit null gerechnet und das war ein „Das hat der ja noch niegemacht!“-Moment für mich. Seitdem passe ich da auf wie einSchießhund, wenn wir in fremden Wohnungen sind und breche jeglicheTendenzen in die Richtung mit "Nein!" ab.


    Soooo... Ein wahrer Schreibmarathon :lol: :ops:
    Vielleicht hat ja irgendwas davon jemandem etwas gebracht. Würdemich sehr freuen! :dafuer:

    - Geräuschangst

    Spoiler anzeigen

    Das lief ähnlich wie mit den anderen Ängsten. Es wurdezwischen dem 3. und 4. Geburtstag sehr viel besser. Zusätzlich habeich Geräuschgewöhnung gemacht. Also immer wieder die Geräuscheprovoziert, vor denen er sich erschreckt hat und dann mit Futtergegen konditioniert, bzw. die Geräusche ignoriert, je nachdem, umwas für ein Geräusch es sich gehandelt hat.
    Das einzige, wobei das nicht geholfen hat ist Feuerwerk. Wirwohnen in Hörweite der Herrenhäuser Gärten und dort gibt es mehrals ein Dutzend mal pro Jahr Feuerwerk. Trotzdem hat er immer wiederextremen Schiss dabei. Er darf sich dann unter den Schreibtischverziehen, ich mache klassische Musik an, es gibt was zu kauen und sowird es für ihn erträglich. Auf Silvestergeräusche auf CD reagierter absolut gar nicht, gezieltes üben damit ist also nicht möglich.
    An Silvester fahren wir zu meinen Eltern (die sind nicht da). Siewohnen auf dem Dorf in einer Doppelhaushälfte. Dort sitzen wir erstim Wohnzimmer, schauen TV bzw. DVDs, um 23.30 gehen wir in den„verbarrikadierten“ Keller, wir bleiben dort bis ca. 1Uhr undgehen dann wieder hoch ins Wohnzimmer zum schlafen. Das funktioniertwunderbar.


    - Geräusche melden

    Spoiler anzeigen

    Das tut er „seit immer“ und auch so vehement, dassich keine Ahnung mehr habe, was ich noch tun kann. Sobald draußenein Geräusch ist, das ihm nicht in den Kram passt (das kann eineHorde Kinder sein, ein anderer Hund, laut redende Menschen,...),fängt er an zu kläffen. Mal mehr mal weniger stark, mal mit knurrenund Bürste, mal nur leises vor sich hin wuffen.
    Wir haben alles versucht, was nicht komplett aversiv ist:Verhalten unterbinden (verbal, ihn abdrängen,...), ihn rufen und wasmachen lassen, nachschauen gehen und ihm sagen, dass alles gut ist,auf den Platz schicken... Mittlerweile lebe ich halt damit, so blöddas ist.
    Auch wenn es mich tierisch aufregt, dass er auf Märkten sehrgenau unterscheidet, ob es sinnvoll ist zu melden oder nicht (undsich unsere Ansichten da auch decken, im Gegensatz zur Wohnung).
    Wenn hier also jemand Ideen hat: Her damit!


    - Jagdverhalten

    Spoiler anzeigen

    Whiskey ist ja nun mal wenigstens zur Hälfte einJagdhund und zeigt immer wieder mäuseln, Spuren verfolgen, hetzenetc. pp.
    Mäuseln darf er, wann immer er will. Bedingung ist, dass ich dasVerhalten abbrechen kann. Auch das habe ich eher aversiv aufgebaut,weil er da so im Wahn war, dass er nichts mehr mitgekriegt hat. Ichhabe ihn körperlich vom Mauseloch abgedrängt, mit dem Kommando„Schluss“. Sobald er seinen Fokus vom Loch wieder auf michgelenkt hat, durfte er als Belohnung mit dem Kommando „Buddeln“direkt weiter machen. Er hat übrigens noch NIE eine Mausgefangen/gefressen, da scheint ihm was zu fehlen. Selbst wenn dieMaus direkt neben ihm aus einem anderen Loch raus läuft, buddelt erlieber an „seinem“ Loch weiter, anstatt die Maus zu verfolgen.Mäuseln nutze ich mittlerweile sogar gezielt als Belohnung, wenn essich denn anbietet.
    Spuren verfolgen unterbinde ich extrem konsequent. Da steigert ersich so rein, dass er auf gar nichts mehr reagiert, extrem an derLeine zieht und so in einen Wahn kommt, dass er fiept, kreiselt,teilweise sogar krasse Übersprungshandlungen wie schnappen oder michanspringen zeigt.
    Fängt er also an, intensiver zu schnüffeln, aufgeregter zuwerden, mache ich kein großes Federlesen, sondern nehme die Leinekurz, hole ihn da ab wo er steht und gehe im Fuß langsam mit ihmweiter (weg von der Spur), bis er sich wieder beruhigt hat.
    Hetzen... Schwieriges Thema. Ohne Leine passiert das immer wiedermal, ABER ich kann ihn dabei immer abrufen. Deswegen möchte ich ihmseinen Freilauf nicht verwehren. Er hat so einen extrem großenRadius (mehrere hundert Meter, deswegen darf er auch nur auf freienFlächen ohne Wild "offline" laufen), dass eineSchleppleine ihm nichts bringen würde, zumal er auch da immer an derLeine zieht. Ich würde unfassbar gerne "richtiges" AJTmachen, aber ohne ein vernünftiges Laufen an der Schlepp geht dabeieben nur Vorstehen und vom Reiz abwenden markern/belohnen.
    Man muss bei diesem Hetzen unterscheiden, ob es sich um 'echtesJagdverhalten' oder um eine Übersprungshandlung handelt. Das mussteich auch erst lernen. Jagen ist es, wenn er vorher schnüffelt,innehält, die Beute fixiert und dann erst losrennt. EineÜbersprungshandlung verläuft bei ihm rein visuell. Sehen –hetzen.
    Bei beiden hilft der Superabruf per Pfeife. Dafür gibt’s alsBelohnung seinen Ball an einer langen Schnur. Den darf er„hetzen/jagen“ und dann eben tragen und darauf herumkauen, wasihn auch wieder runterfährt. Es gibt fast nichts, was ihm wichtigerist als sein Ball (außer das Futter zu Hause, weil er immer erstnach dem Gassi gefüttert wird und dementsprechend Knast schiebt).


    - Leinenführigkeit

    Spoiler anzeigen

    Im Moment gehen wir in der Regel nur zweimal am Tag raus,maximal dreimal. Abends (zw. 21 und 0Uhr, je nachdem, wann ich amnächsten raus muss) gehen wir unsere lange „Runde“ von 3km ander 5m Schlepp. Das Runde war in Anführungszeichen gesetzt, weil wirviele Teile der Runde doppelt gehen. Damit besser zu verstehen ist,wie ich das meine, habe ich mal ein Bild davon angehängt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Die andere(n) Runde(n) dauern max. 15-20 Minuten und es ist immerdieselbe Strecke an der 2m Leine. Zu einer kleinen Wiese, um dieseherum und denselben Weg wieder zurück. Diese Routine hilft ihm sehrund wenn wir einen Weg schon einmal gegangen sind, kann er sich etwasmehr entspannen, ruhiger schnüffeln und sich vom rein visuellenWahrnehmen lösen.


    Wir haben ein paar grundlegende Regeln auf Spaziergängen.
    Der Hund wird bspw. nicht gehetzt. Er kann so lange schnüffelnwie er will (solange er sich nicht in einen Wahn schnüffelt) undwenn ich nur wenig Zeit habe für ein Gassi, dann passe ich die Rundeentsprechend an.
    Geht der Hund links an mir vorbei, ich halte die Leine aber rechtsoder geht er links an einer Laterne vorbei und ich rechts, muss erkorrigieren und nicht ich. Das mache ich, damit er mit seinerAufmerksamkeit möglichst oft bei mir ist.
    Ich arbeite mit Klick für Blick, bzw. Markerwort für Blick, umseine Aufmerksamkeit mehr zu mir zu bekommen. Kommt uns jemandentgegen, nehme ich ihn ins Fuß und arbeite mit der Futterhand.
    Dreht er zu sehr auf, breche ich den Spaziergang ab und gehe aufdem kürzesten Weg nach Hause.
    Alles, was irgendwie in Richtung Entspannung geht (ruhigesSchnüffeln, Schütteln, Gähnen, etc.), wird von mir bestätigt.


    Man muss bei ihhm sehr stark unterscheiden, warum er zieht. Jenachdem, was der Grund dafür ist, reagiere ich auch entsprechendanders.
    1. ICH-WILL-JETZT-DA-HIN-!!-Ziehen
    Passiert nur noch relativ selten, dass irgendwas auf dem Wegaußerhalb des Leinenradius so interessant ist, dass er den4-Pfoten-Antrieb anschmeißt und da vehement hin will. Meine Reaktiondarauf ist, dass ich einfach stehen bleibe, bis er die Leine von sichaus lockert, die Leine locker bleibt und er nicht sofort wieder insEnde der Leine rennt, sobald ich mit einem Muskel zucke. Er bekommtdann irgendwann mit „okay“ die Freigabe, dass er zum Ort seinerBegierde hin darf.
    Schafft er es nicht, sich selbst zurückzunehmen, gebe ich ihmsein Umorientierungssignal als Hilfe. Hier ist es oft so, dass er esvor Anspannung nicht schafft, sich umzuwenden. Er bietet alsAlternative dann von selbst ein Sitz an, was ich auch gerne annehme.
    2. Frauchen-ist-zu-angespannt-Ziehen
    Das äußert sich darin, dass der Hund in ganz kleinenMini-Schritten läuft, er tippelt dann richtig. Bemerke ich das,entspanne ich mich ganz bewusst, atme aus usw. Dann siehts kurz soaus, als würde ich wie ein Fähnchen im Wind hinterm Hund hergeschleift werden, weil dann auch der Arm/die Hand mit der Leine nachvorne geht. Aber nach 3-4 Schritten bemerkt der Hund, dass ich michentspannt habe und entspannt sich selbst auch.
    3. Diese-Stelle-ist-zu-aufregend-Ziehen
    Es gibt auf unseren normalen Spaziergängen einige Stellen, diefür ihn (warum auch immer!) jedes Mal sehr aufregend sind. Ein paarder Stellen meide ich einfach (bzw. er darf nur auf der Seite desWeges laufen, die ihn nicht so aufregt), bei den anderen arbeite ichmit Leckerchen. Ich werfe sie ihm eins nach dem anderen auf den Bodenund dadurch konzentriert er sich auf die Leckerchen, nicht auf das,was ihn so aufregt.
    4. Die-Umgebung-ist-neu-Ziehen
    Das ist für mich die anstrengendste Art des Ziehens. Hier kannich nicht trainieren, weil Whiskey in neuen Umgebungen überhauptnicht mehr aufnahmefähig ist. Ich behelfe mir in diesem Fall miteinem Halti Kopfhalfter. Das findet er zwar doof, aber im Endeffektist es so am stressfreisten für alle Beteiligten.


    Ich bestehe generell nie auf eine tadellose Leinenführigkeit.Dann würden wir nie vom Fleck kommen und wären beide irgendwann nurnoch extrem frustriert. Das braucht ja keiner. Ich arrangiere micheinfach mit dem, was er mir anbietet. Und tatsächlich, seit ichdiesen Gedanken vom "immer leinenführigen Hund" aus demKopf bekommen habe, läuft es sehr viel entspannter für uns.


    - Manipulationen (bürsten, Krallen schneiden) zulassen

    Spoiler anzeigen

    Das ging am Anfang gar nicht. Ich durfte nicht mal seinePfoten mit einem Handtuch abwischen, da hat er sich schon gewunden,ist weggelaufen, hat versucht abzuschnappen etc.
    Zu Anfang saßen wir dann zu zweit vor dem Hund. Ich habe gemacht,mein damaliger Partner hat ihm Futter rein geschoben. Alles in ganzkurzen Einheiten, mit ganz viel Ruhe und Geduld.
    Mittlerweile sind wir so weit, dass ich alles mit ihm machen kann.Krallen schneiden, Pfoten ausrasieren, selbst die Rute auskämmen(das größte Drama aller Zeiten für diesen Hund) ist jetzt rechtstressfrei (wenn auch mit vielen Leckerchen) machbar. Er springtsogar freiwillig in die Badewanne, selbst wenn er das Duschen an sichextremst unnötig findet.