Beiträge von Millemaus

    Hmmm... Nala scheint keinen Bock drauf zu haben zweimal im Jahr läufig zu werden... :???:
    Das erste Mal war sies Anfang Juli mit 10 Monaten. Eigentlich müsste sie ja jetzt wieder dran sein, aber es gibt null Anzeichen. Weder körperlich oder mental bei ihr, noch bei Whiskey. :ka:

    Na ja, warten wir mal ab. Sie ist ja noch jung :rollsmile:

    Ich hab jetzt echt lange überlegt, ob ich hier was schreibe. Wie man sieht: Ich hab mich dafür entschieden. ;)

    Vorweg: Niemand meint es hier böse mit Dir. Du bist jung und hast keine Erfahrung. Ist einfach so, waren wir alle mal und sind es zum Teil noch. Das ist allen hier klar und deswegen werden Dinge auch mal doppelt und dreifach geschrieben. Nicht, weil die Leute denken Du wärst zu keine-Ahnung-was um das zu verstehen, sondern weil man sich Sorgen um Dich macht und darum, dass Du dir dein zukünftiges Leben verbaust. Natürlich wird sich auch Sorgen gemacht um einen Hund, der bei Dir zum jetzigen Zeitpunkt vermutlich fehl am Platz wäre, denn für Dich mögen mit so einem Hund nur ein paar Monate bis Jahre „versaut“ sein, aber für den Hund ist es u.U. das ganze Leben.

    Ich erzähle mal ein bisschen von mir und meinen Hunden =) Ich habe als Ersthund eine kleine „Granate“. Einen deprivierten Rüden, dessen Deprivationsschäden sich in Hyperaktivität, extrem niedriger Reizschwelle und Frustrationstoleranz, wahnsinniger optischer Sensibilität und durchaus auch Aggressivität äußern. Er kam zu mir, als er 10 Monate alt war und einfach mal nichts konnte und kannte. Ich war zu dem Zeitpunkt 24, hatte einen Partner (hatte also Unterstützung), habe studiert (hatte also viel Zeit) und es war die absolute Vollkatastrophe. Der Hund hat mich an die Grenzen dessen gebracht, was ich leisten konnte.

    Trotz insgesamt 4 Trainern, trotz Foren und Facebookgruppen, trotz Massen an Büchern, Blogs, Webseiten und Zeitschriften, trotz unzähliger tierärztlicher Untersuchungen, trotz jeder Menge Zeit, Geld, Schweiß und auch Blut ist Whiskey jetzt, nach 4 Jahren (er ist also mittlerweile über 5 Jahre alt), immer noch nicht mal ansatzweise das, was man als „normal“ bezeichnen könnte.Wir kommen klar in unserem Alltag.

    Wir haben uns zusammengerauft, der letzte große (positive) Entwicklungsschritt kam zwischen seinem 3. und 4. Geburtstag (dein Wuff ist also noch lange nicht fertig ;) ) . Aber ganz ehrlich? Schön waren die ersten 3 Jahre Hundehaltung nicht. Es waren meine ersten 3 Jahre mit einem eigenen Hund und das hatte ich mir ganz anders vorgestellt! Zumal ich auch kein Mensch bin, der gerne „feiern“ geht, meine Hobbies lassen sich theoretisch(!) super mit einem Hund verbinden, aber eben nur, wenn der Hund nicht mit neuen Umgebungen, schnellen Bewegungen um sich herum und dem Abschalten generell überfordert ist. Einfach mal durch jemand anderen betreuen lassen geht natürlich auch nicht, weil Whiskey durchaus das Potential hat, andere Menschen und Tiere zu verletzen, wenn man nicht permanent aufpasst.

    Kurzum: Als Ersthund war Whiskey die komplett falsche Wahl. Ich habe ihn trotzdem genommen, weil ich Mitleid hatte und ja, weil er einfach bildhübsch war/ist. Rational gesehen hätte er zu jemandem gehört, der Erfahrung mit reaktiven Hunden hat, der auf dem Land wohnt und ihm eine möglichst reizarme Umgebung bieten kann.

    Schön wurde die Hundehaltung an sich für mich erst im März letzten Jahres. Da kam meine Hündin in mein Leben. Erst als Pflegehund, dann nach 3 Monaten war klar, dass sie bleiben darf und ich bereue das keinen Tag. Sie kam mit 6 Monaten aus Griechenland zu mir und sie ist schlichtweg ein Traum. Sie ist tiefenentspannt wenn man nichts von ihr will, aber mega begeistert und arbeitswillig, wenn man ihr was an Beschäftigung (egal was!) anbietet. Spaziergänge mit ihr sind entspannt, machen Spaß. Man muss nicht ständig den Daumen drauf haben, man kann einfach mal die Seele baumeln und sie machen lassen, mit ihr Apportieren üben, sie mit anderen Hunden spielen lassen, neue Wege erkunden etc. pp. Mit Whiskey kann ich immer nur die gleiche Runde gehen, kann ihn nicht „einfach so“ frei laufen lassen und muss alles an Beschäftigung durchdenken und wohl dosiert anbieten, weil er sonst hohl dreht.

    Kurzum: Es war für mich die richtige Entscheidung nach 3 Jahren (Whiskey war also bereits 4) einen zweiten Hund dazu zu nehmen und es war die goldrichtige Entscheidung einen Hund zu wählen, der vom Charakter her komplett konträr(!) zum bereits vorhandenen Hund war/ist. Durch die Entspannung, die ich mit Nala erfahre kann ich Whiskey gegenüber komplett anders agieren/reagieren. Ich kann mir nicht vorstellen, zwei Hunde händeln zu müssen, die so drauf sind wie Whiskey. Das ist mein persönlicher Albtraum. Zumal ich zwei Hunde mit der Energie von Whiskey (der wiegt „nur“ 25kg, hat mich aber schon mehrfach von den Füßen geholt und mir eine Gehirnerschütterung verpasst) wohl kaum halten könnte, wenn sie beide austicken würden.

    Ich fühle mich zwar toll, wenn ich mal mit 3 Hunden, die zusammen um die 80kg wiegen, unterwegs bin und alle 3 (meine eigenen + meine ehemalige Pflegehündin, die ich ab und an betreue) halbwegs gesittet an der Leine gehen (kann deinen Kommentar in die Richtung also verstehen). Die Blicke, die man da zugeworfen bekommt, sind schon ganz anders, als wenn man „nur“ mit einem oder zwei Hunden unterwegs ist. ABER ich weiß, wieviel Arbeit dahinter steckt und wieviel Arbeit ich tagtäglich in meine beiden stecken muss, damit wir auf dem Status Quo bleiben können (verbessern geht auch, kostet aber viel Kraft und Zeit, vor allem bei Whiskey).

    Ich kann jeden einzelnen deiner Beweggründe verstehen und ich kann verstehen, dass manche Antworten hier frustrierend sein müssen. Aber manchmal müssen die eigenen Träume und Wünsche eben zurückstecken, damit das Leben nicht zur Katastrophe wird.

    Weißt Du überhaupt, wie dein Hund auf andere Hunde in seiner Wohnung reagiert? Wie sich seine Dynamik bei Spaziergängen verändert, wenn ein zweiter Hund „seines Kalibers“ mit dabei ist?
    Wäre es für Dich evtl. eine Option, erstmal Hunde zu betreuen, wenn die Besitzer im Urlaub sind und dann evtl. auch Pflegestelle zu werden? Dann siehst Du, wie das Zusammenleben mit zwei Hunden ist, inwieweit dein erster Hund damit klar kommt und vor allem, inwieweit Du diese Doppelbelastung schaffst. Wenn es doof läuft, dann hat das nämlich den Vorteil, dass der Hund nur eine sehr begrenzte Zeit bei Dir ist und ihr da nicht das restliche Hundeleben lang durchmüsst.
    Hier hat man auch die Möglichkeit, sich relativ genau auszusuchen, was für einen Hundecharakter man bekommt und kann sich langsam an das herantasten, was man meint haben zu wollen. =)

    Abgesehen davon würde ich so einen Hund als verantwortungsvolles Tierheim nicht an einen Anfänger abgeben (auch nicht zum Gassi gehen).

    Da würde ich gerne anknüpfen und Dich, @Angi88, mal fragen wollen, warum Du ausgerechnet diesen Hund adoptieren möchtest.

    Ich meine, den Gedanken in allen Ehren, aber aus Erfahrung kann ich Dir sagen, dass ein schwieriger Hund als Ersthund echt eine bescheidene Idee ist. Meinen ersten Hund habe ich aus Mitleid bei mir aufgenommen und gelinde gesagt war das ein ziemlich großer Fehler. Ich meine, mittlerweile haben wir uns zusammengerauft und der Alltag läuft idR einigermaßen. Aber bis das so war sind Jahre vergangen und es hat mich viel Schweiß, Geld, Tränen und auch Blut gekostet.

    Deswegen die absolut ernst gemeinte Frage:

    Warum ausgerechnet dieser Hund?

    Vor ein paar Tagen war ich abends im Dunkeln mit den beiden auf der letzten Runde. Beide hatten ihre orangenen leuchthalsbänder um. Auch wenn wir nur in der Siedlung gehen, ist es mir wesentlich lieber, wenn man schon von weitem sieht, dass ich mit zwei großen Hunden ankomme.
    Von hinten fahren zwei Radfahrer auf der Straße an uns vorbei und ich höre folgenden Satz:
    "Jetzt müssen sogar schon die Hunde leuchten. Die armen Viecher."

    Leider waren die beiden schon zu weit weg, ist mir die passende Erwiderung einfiel... Gerne hätte ich ihnen gesagt, dass ich ihnen zustimme, dass es ja absolut schrecklich ist, wenn man Hunde im Straßenverkehr besser sehen kann :roll:
    Jetzt mal ernsthaft... Warum haben da so viele Leute ein Problem mit? Von besserer Sichtbarkeit einzelner Verkehrsteilnehmer profitiert doch jeder, oder übersehe |) ich da was?

    Hach so eine tolle ausführliche Beschreibung... Da macht es wirklich Spaß, drauf zu Antworten! =)

    Eine Freundin von mir hat einen toypudel und dieser Hund ist absolut perfekt. Bellt nicht, kann überall ohne Leine laufen, hat keinen Jagdtrieb... Rund um ein einziges Schätzchen. Nur eben aufgrund der Größe bei anderen Hunden sehr zurückhaltend und bei Menschen auch erstmal. Aber das ist ja an sich nichts verkehrtes.
    Sie hat ihn von einer Seite, die glaube ich "Pudel in Not" hieß oder sowas... Eigentlich hat jede Rasse, die etwas bekannter ist, eine solche "in Not Seite". Hast du da schon mal geschaut?
    Wenn es ein Züchter sein soll, unbedingt drauf achten, dass er unter dem VDH züchtet. Eventuell auch mal herum fragen, wo andere Leute ihren Pudel her haben und sich einfach Zuchten empfehlen lassen, gründlich anschauen und eventuell auch vorher einmal vorbei fahren und mit den Züchtern persönlich sprechen.
    Auf Facebook gibt es für jede Rasse eigene Gruppen. Ich weiß von meiner besagten Freundin, dass die Pudel Gruppe auf Facebook sehr groß, wenn auch vielleicht etwas zu arg auf Frisuren fixiert ist. ;)

    Rüde oder Hündin ist eigentlich absolute Geschmackssache. Alles hat seine Vor- und Nachteile... Bei Rüden kann es natürlich sein, dass sie stark auf läufige Hündinnen reagieren, andere unkastrierte Rüden nicht leiden können und so weiter. Bei Hündinnen muss man sich, wenn sie unkastriert sind, natürlich auf ein bis dreimal im Jahr Läufigkeit einstellen und viele Hündinnen können andere Hündinnen nicht leiden.

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir persönlich keinen Junghund mehr ins Haus holen würde. Hier werden in Zukunft nur noch Welpen oder Hunde ab 2 Jahren einziehen. Alle drei Hunde, die ich bisher beherbergt habe, sind zwischen sechs und zwölf Monaten bei mir eingezogen und das ist schon in gewissem Maße schwierig. Einfach, weil da die Pubertät anfängt, die Hündinnen das erste Mal läufig werden, die Rüden "ihre Eier entdecken" und das echt anstrengend ist, selbst wenn man den Hund von Welpen an hat und ihn nicht erst aus zweiter oder dritter Hand übernimmt. Dann lieber einen Hund von Anfang an haben, oder dann, wenn sein Charakter sich schon (fast) komplett ausgeprägt und gefestigt hat.

    Edit: zur Hundehaftpflicht, je nach Bundesland kann es sein, dass die sogar Pflicht ist. In Niedersachsen sind die Haftpflichtversicherung, Registrierung im Zentralregister sowie ein Sachkundenachweis Pflicht.

    Gibt es noch Empfehlungen für Tierschutzorgas?

    Ich habe "meine 3" alle über Nothunde Team eV bekommen.
    Meinen Rüden nur indirekt, meine erste Pflege Hündin und meine eigene Hündin direkt aus Griechenland. Der Hauptsitz des Vereins ist in Hamburg, bzw in der Nähe von Hamburg, und die haben einige Hunde auf Pflegestellen in der Gegend.
    Vielleicht magst du dir den Verein mal angucken? Die Homepage ist immer noch down, du müsstest über Facebook schauen. =)

    Soweit ich informiert bin, gibt es dort derzeit Hunde in allen Größen, Altersklassen, Formen und Farben. Das ist generell alles ziemlich durchmixt dort. Vermutlich wird man da auch in einiger Zeit noch den Hund finden, den man sich vorstellt bzw wünscht.

    Edit: der generelle Vorteil von Pflegestellen ist eben, dass die Hunde dort im Alltag mit laufen und dir die Pflegestellen sehr genau Auskunft darüber geben können, wie der Hund in einer bestimmten Situation reagiert. Wenn die Pflegestelle absolut ehrlich ist, wirst du mit diesen Hunden also keine Überraschungen erleben. Auch gibt es dort oft Hunde, die mit ihrer Entwicklung "schon fertig" sind. Heißt also, man hat keine Überraschungspaket, wie man es beispielsweise bei einem Welpen haben könnte(!).

    Zu dem was @olianda sagt noch ergänzend:
    Die meisten Hunderassen sind zur Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet. Ausnahmen sind z.b. die schon genannten Herdenschutzhunden. Diese sind zur Selbstständigkeit gezüchtet. Es gibt auch einige Jagdhunderassen, bei denen das so ist. Aber bei den meisten Rassen wurde eben wirklich darauf selektiert, dass der Hund problemlos mit dem Menschen zusammen arbeiten und auch leben kann. Dementsprechend ziehen die meisten Hunde es vor, in menschlicher Gesellschaft zu sein, als irgendwo alleine rumzuliegen.